Reporter Eutin

Enten-Fahrer für Stammtisch gesucht

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Fissau (ed). Werner und Ingrid Jorde sind ausgemachte Motorsport-Fans – einen großen Teil ihres gemeinsamen Lebens haben sie in Autos, auf Motorrädern und Sportboten verbracht, unterwegs auf den (Wasser-)Straßen Europas. Bei Rallyes, Rennen und Ausfahrten – „wir mochten den Motorsport immer“, sagt Werner Jorde.
Mittlerweile ist er 80 und mit seiner Frau aus Hamburg weg in die Nähe der Kinder nach Fissau gezogen. Ein bisschen zu ruhig ist es den beiden hier, schön wäre es, Gleichgesinnte zu finden, zum Austausch, Fachsimpeln, vielleicht sogar für Ausfahrten. Denn auf vier Rädern sind die Jordes immer noch unterwegs – aber nicht auf irgendwelchen Rädern. Sie ist knallrot, ein echter Hingucker und eine der Letzten ihrer Art – der 2CV oder besser die Ente Baujahr 1989, die in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag feiert. Ein Rostfleckchen und die spärliche Innenausstattung verrät ihr Alter, ihr Zustand viel über das Herz ihres Fahrers für schöne, alte Autos. Innen so spartanisch, wie man die alten Enten kennt, und ebenso charmant wie sperrig zu fahren – statt eines Fahrradträgers hat sie hinten ein Gestell für Ingrid Jordes Rollator, ans Auto geschraubt, sodass auch lange Autofahrten wie die Rallyes, die sie regelmäßig quer durchs Land mitfahren. „Ich kenne Schleswig-Holstein wie meine Westentasche“, schmunzelt Werner Jorde. In früheren Jahren mit seinem Motorrad, heute mit der Ente in der Touristikklasse ist er auf unseren Straßen unterwegs. „Mit einem 30er Schnitt“, lacht der unternehmungslustige ältere Herr, „offiziell heißen unsere Rallyes Orientierungsfahrten und es geht um die Gleichmäßigkeit.“ Vor allem aber um den Spaß, und den haben die Jordes schon ihr ganzes Eheleben am Motorsport.
Angefangen hat für die beiden alles 1971, als sie einen alten NSU TT in Knallorange kauften und mit ihm und dem MSC Eilbek an Rallyes und Wettfahrten teilnahmen – geschraubt wurde selber, denn Werner Jorde ist ja vom Fach: Als gelernter Kfz-Mechaniker hat er sich zum Seemaschinisten weiterbilden lassen und war viele Jahre auf Frachtschiffen unterwegs – die Gelegenheit für seine Frau, eine Leidenschaft fürs Autofahren zu fassen: „Ich musste ja Autofahren, wie hätte ich sonst in all die Häfen kommen sollen, in denen ich meinen Mann besucht habe“, schmunzelt sie, „aber ich bin immer sehr gern Auto gefahren.“ Ob es der alte NSU TT war oder der große Volkswagen, die Ente oder der Käfer und alle Autos, die danach kamen, die Jordes waren viel unterwegs. „Wir haben aber auch eine Pause vom Automotorsport gemacht und sind aufs Wasser umgestiegen“, erzählen die beiden – 20 Jahre lang hat das Sportboot die vierrädrigen Gefährte abgelöst. Und auch auf dem Motorrad war Werner Jorde unterwegs – besonders angetan hatte es ihm eine alte 1936er Zündapp, hinter der eine ganze Kriegsgeschichte stand, eine traurige natürlich, denn gekauft hat sie ein junger Mann 1936, kam aber wohl nicht mehr dazu, sie auch zuzulassen und zu fahren. Denn entdeckt wurde sie dann 1954 in einer alten Scheune – und dann auch erstmals zugelassen. „Viele, viele Jahre später kam dann ein Clubkollege damit angeknattert und ich wusste sofort, dass es eine alte Zündapp war“, lacht Werner Jorde, „ich hab die schließlich als junger Mann schon repariert.“ Gesehen, schockverliebt, gekauft und jahrelang gefahren – am stolzesten ist er auf den 7. Platz, immerhin von 450 Fahrzeugen, den er mit ihr Oldtimer-Rallye Ibbenbüren belegte. Als er mit dem Motorradfahren Schluss machte, hat er die Zündapp an einen ebenso schockverliebten Ingenieur aus Wolfsburg verkauft, bei dem er sie in den besten Händen weiß.
Aber so ganz ohne Oldtimer geht es bei den Jordes dann doch nicht – obwohl die Ente purer Zufal war. „Unser Auto war in der Werkstatt und da stand sie“, erzählt Werner Jorde, „ich hab nach ihr gefragt und der Inhaber meinte: Willst Du sie haben? Natürlich wollte ich.“ Seither ist die rote Ente in der Obhut der Jordes und auf Schleswig Holsteiner Straßen unterwegs. Nach wie vor sind die Jordes auch ohne Motorrad mit von der Partie bei der Schleswig-Holstein-Country Tour, „aber mittlerweile nur noch als Begleitfahrzeug.“ Die nächste Wettfahrt 2020 haben sie fest im Auge.
Um sich in Eutin ein bisschen heimischer zu fühlen, sucht Werner Jorde nun Gleichgesinnte, mit denen er einen Stammtisch im Malenter Lokal „Zum Hesse“ aufziehen könnte – „vielleicht einmal im Monat zum Quatschen und Austauschen“, wünscht er sich, „und vielleicht auch ab und an zu einer Ausfahrt.“ Besonders freuen würde es Werner Jorde, wenn er seinen alten Motorsport-Kollegen Jocki Kleindt aus Hamburg wiedersehen würde – „er soll hier in Eutin wohnen, aber ich konnte ihn bisher nicht ausmachen.“ Werner Jorde ist telefonisch erreichbar unter 0176 48283046.


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