Reporter Eutin

„Geschichte, die Spaß macht“

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Eutin (t). Es ist gute Tradition bei der Stiftung Schloss Eutin, dass zu Jahresbeginn die beiden Vorsitzenden des Stiftungsrates, der Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Oliver Grundei, und Christian Herzog von Oldenburg, gemeinsam mit Stiftungsvorstand Brigitta Herrmann für das zurückliegende Jahr Bilanz ziehen und einen Ausblick auf das neue Jahr geben.
Die Bilanz für das Jahr 2018 fällt positiv aus, auch wenn wegen des Jahrhundertsommers mit 26.000 Besuchern 2.000 Besucher weniger als im Jahr zuvor das Schloss besucht haben. „Dies ist ein gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass allein im Juli – unserem besucherstärksten Monat – wegen der großen Hitze 30 Prozent weniger Besucher kamen. Das heißt, die Stiftung hat es geschafft, einen Teil des Rückgangs aus dem Sommer in den anderen Monaten auszugleichen.“, fasst Staatssekretär Dr. Grundei zusammen. Zwar gingen die Einnahmen aus Eintritten leicht zurück auf 149.000 Euro, doch trotz niedrigerer Besucherzahlen konnte die Stiftung noch einmal 50 Führungen mehr verkaufen als im Vorjahr: 800 Gruppen wurden durch das Haus geführt. Dies ist zurückzuführen auf das immer breiter werdende Angebot an Führungen zu besonderen Themen. Am beliebtesten sind hier die Führung durch die „Verborgenen Räume“ und die Führung über die „Mörderischen Geschichten“.
Christian Herzog von Oldenburg erinnert an die Höhepunkte des Jahres und nennt zuerst die Neugestaltung des Eingangsbereichs und des Herzoglichen Appartements sowie die erfolgreich abgeschlossene Zertifizierung des Museums. Zwei Sonderausstellungen mit Werken zeitgenössischer Künstler, zum Beispiel von Thomas Judisch und Thorsten Brinkmann, hat die Stiftung präsentiert. Beide Ausstellungen hatten das Ziel, zeitgenössische Arbeiten in Beziehung zu setzen zur historischen Sammlung von Schloss Eutin, ein Experiment, das sehr gut gelungen ist. Die neue Themenführung „Samt & Seide“, die im Herbst Premiere feierte, und die „Dornröschen-Führung“ aus dem Advent sind wertvolle Ergänzungen für das immer breiter werdende Angebot an Führungen.
Bei den Veranstaltungen betont der Herzog die Arbeit der Kooperationspartner, hier beispielsweise die des Freundeskreises Schloss Eutin, des Lions Clubs und des Kiwanis Clubs, aber auch der Eutin GmbH oder der Webertage. „Die Veranstaltungen dieser Partner machen Schloss und Garten auf ganz unterschiedliche Weise erlebbar.“, so der Herzog. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang auch der Start von Alexander Hedegger im Restaurant-Café Schlossküche gewesen. Dieser konnte an vielen Tagen ein ausgebuchtes Restaurant vermelden. „Wir wollten im vergangenen Jahr den seit 2014 eingeschlagenen Weg der Öffnung weiter positiv gestalten. Das ist auf beeindruckende Weise gelungen.“, so das Fazit des Herzogs.
Die wichtigsten Bauprojekte des Jahres 2018 waren der Einbau eines Hebeliftes vor der Verwaltung, der Einbau der Sicherheitsbeleuchtung und der Beginn der Gründungssanierung. Der Einbau der Sicherheitsbeleuchtung soll bis Ende März beendet sein, die Gründungssanierung soll zumindest auf der West- und Südseite zu Beginn der Saison abgeschlossen sein. 935.000 Euro hat das Land Schleswig-Holstein im Jahr 2018 für die Stiftungsarbeit, das heißt den laufenden Betrieb, den Baubereich und den Küchengarten zur Verfügung gestellt. Hinzu kamen noch einmal projektbezogen rund 1,4 Mio. Euro aus den IMPULS-Mitteln des Landes für die Neupräsentation der Schlossausstellung und die Gründungssanierung. „Sie sehen, das Land steht zur Stiftung und wird seiner Verantwortung gerecht.“, betont Dr. Grundei.
Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen der Vollendung der Neupräsentation der Schlossausstellung. Am 21. Juni werden mit einem großen Mittsommernachtsfest die neu gestalteten Räume im Nordflügel und im Ostflügel des Schlosses eröffnet. „Das Ziel der gesamten Neupräsentation, mit der wir 2015 begonnen haben, ist, die Geschichte von Schloss Eutin so zu präsentieren, dass sie die Menschen erreicht und Spaß macht.“, so Brigitta Herrmann, die Geschäftsführerin der Stiftung. „Thematischer Schwerpunkt in diesem Jahr werden die internationalen Beziehungen sein. Diese gibt es nicht nur mit Skandinavien und Russland, auch zu England und Griechenland gibt es Verbindungen.“ Daneben möchte man die Geschichte von Schloss Eutin mit aktuellen Kommunikationsmitteln erzählen. So ist der sogenannte Medienguide eines der wichtigsten Elemente der Neupräsentation. Sprecher wie Leslie Malton, Andreas Hutzel, Ulrich Noethen oder Johann von Bülow werden die Geschichte dann aller Räume in Dialogen und Anekdoten erzählen.
Auch die „Schlosskinder“ – die Aktion geht nun schon in ihr drittes Jahr – werden thematisch über das Schloss hinaus in fremde Länder geführt. Neben Lesungen und Konzerten werden die Veranstaltungsreihen „Herbstgeschichten“ und „Lebendiger Advent“ neu aufgelegt. Und weil der Filmabend im letzten Advent so besonders gut angekommen ist, wird auch in diesem Jahr ein Weihnachtsklassiker zur Aufführung kommen.
Für den Küchengarten ist auch für das Jahr 2019 wieder ein eigenes Veranstaltungsprogramm in Vorbereitung. Die Stiftung freut sich hier über die Zusammenarbeit zum Beispiel mit den Webertagen, der Eutin GmbH, der Sparkassenstiftung und natürlich den zahlreichen ehrenamtlich Aktiven. Von September bis November präsentiert die Stiftung die Ausstellung KunstBetriebe3, ein Kooperationsprojekt zwischen der IHK Schleswig-Holstein und schleswig-holsteinischen Künstlerinnen und Künstlern. Die Ausstellung wird anschließend im St. Annen Museum in Lübeck zu sehen sein.
Eine ganz besondere Bedeutung kommt in diesem Jahr der Zusammenarbeit mit den Eutiner Festspielen zu. Die Besucher der Festspiele bekommen einen ermäßigten Eintritt ins Schloss und sind vor jeder Aufführung des „Maskenballs“ herzlich zur Führung „Mörderische Geschichten“ eingeladen. „Maskenball“ und „Mörderische Geschichten“ erzählen beide die Geschichte von der Ermordung Gustavs III, König von Schweden.
Die Stiftung freut sich auf das Jahr 2019 und ist gut vorbereitet.



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