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Ohne Streit keine Demokratie

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Sie haben den Wettbewerb an der Voss-Schule organisiert und fungierten als Jury: Birgit Setje-Eilers, Lars Steinmann und Kim Flägel (v.li.)

Sie haben den Wettbewerb an der Voss-Schule organisiert und fungierten als Jury: Birgit Setje-Eilers, Lars Steinmann und Kim Flägel (v.li.)

Eutin (aj). Die faire Debatte mag auf den ersten Blick derzeit einen schweren Stand haben gegenüber dem verbalen Schlagabtausch unterhalb der Gürtellinie, wie er sich nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch im realen Miteinander etabliert. Aber der Streit um das bessere Argument, respektvoll gegenüber Andersdenkenden und engagiert in eigener Sache, ist nach wie vor höchst lebendig. Dazu, dass das so bleibt, will der bundesweit ausgetragene Wettbewerb „Jugend debattiert“ einen Beitrag leisten.
An der Johann-Heinrich-Voss-Schule wurden am Montag Larissa Fitze (8a) und Julian Künne (8a) als Schulsiegerin und Schulsieger ermittelt, die das Gymnasium beim Regionalentscheid am 6. Februar vertreten werden. Vorausgegangen war ein Ausscheid innerhalb der achten Klassen. „Das ist heute eine Premiere für uns“, sagte Lars Steinmann zu Beginn des Debattierwettstreites in der Aula, den SchülerInnen der teilnehmenden und der siebenten Klasse als Publikum verfolgten.
Der Lehrer für Philosophie und WiPo erläuterte die genau festgelegten Wettbewerbsbedingungen, ehe sich auf der Bühne in einer 16minütigen ersten Runde Lasse und Clara mit Lasse und Mia über die Frage: „Sollen SchülerInnen ihre LehrerInnen duzen dürfen?“ auseinandersetzten. Zeiten und Ablauf waren genauso detailliert geregelt wie die Kriterien, nach denen die Jury die Leistung der Teilnehmenden anschließend bewertet. So legten die SchülerInnen in einer Eröffnungsrede jeweils ihren Standpunkt dar, um dann in einer freien Aussprache ihre Argumente zu vertiefen und im direkten Gespräch das Gegenüber von der eigenen Ansicht zu überzeugen.
Schließlich zogen alle für sich ein Fazit. Für Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft gab es Punkte von 0 bis 5. Neben Lars Steinmann gehörten Kim Flägel, Lehrerin für Deutsch und Englisch, und Birgit Setje-Eilers, die Deutsch und Biologie unterrichtet, der Jury an. Für die vier DebattantInnen gab es außerdem den Applaus der Zuhörerschaft, die das Ringen um das bessere Argument konzentriert verfolgt hatte: „Wir hatten eine Viertelstunde Zeit, um uns vorher in den Pro- und Contra-Teams zu besprechen“, berichtete Lasse.
Die Aufregung hatten alle gut im Griff, aber: „Schwierig ist es, wenn man eine Position vertreten muss, hinter der man nicht wirklich steht“, sagte Mia, die für das Duzen argumentieren musste, aber eigentlich Lehrkräften gegenüber das ‚Sie’ bevorzugt. Brauchen kann man die Fähigkeit zur Debatte im normalen Leben zu vielen Gelegenheiten, davon ist sie überzeugt. Und auch für die berufliche Zukunft ist diese Kompetenz ein wertvolles Rüstzeug: „Zum Beispiel, wenn man Jura studiert“, merkte Lasse an. „Das Projekt soll wachsen an unserer Schule. Wir würden gern die Mittelstufe ab Klasse 7 erreichen“, wünscht sich Philosophielehrer Lars Steinmann. Und auch er weiß zu argumentieren: „Wir wollen dem ‚Anti-Debattier-Gehabe‘ in den sozialen Netzwerken etwas entgegensetzen.“
Konstruktiv und fair streiten anstatt (verbal) draufzuhauen, denn: „Streiten ist ein Wert an sich, um den es zu kämpfen gilt.“ Ein Grundsatz, den die Voss-SchülerInnen mit „Jugend debattiert“ stützen und der Schule machen sollte, auch über die Bildungseinrichtungen hinaus.


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