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Brigitte Rahlf-Behrmann ist jetzt „a.D.“: Lobreiche Verabschiedung einer außergewöhnlichen Bürgermeisterin

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Stockelsdorf. Das war nicht anders zu erwarten: Bis auf den letzten Platz war der Sitzungssaal des Stockelsdorfer Rathauses am vergangenen Freitagmittag ausgelastet. Anlass: die Verabschiedung von Brigitte Rahlf-Behrmann aus dem Amt der Bürgermeis­terin. 20 Jahre lang hat sie als Rathauschefin erfolgreich die Geschicke der Gemeinde gelenkt und Stockelsdorf auf Kurs gebracht. Entsprechend wurde die scheidende Rathauschefin geradezu mit Lob überschüttet.
Und das, vor zahlreichen prominenten Gästen. So ließen es sich unter anderem die Bürgermeister a.D. Gerd Schuberth aus Bad Schwartau, Klaus-Dieter Schultz aus Eutin – gegen den sich Brigitte Rahlf-Behrmann in ihrer ersten Wahl 1998 durchgesetzt hatte – Peter Brückel aus Ratekau, Michael Koch aus Bad Malente als ehemaliger Vorsitzender des Gemeindetages ebenso wenig nehmen, bei dem Festakt dabei zu sein, wie die amtierenden Verwaltungschefs Uwe Brinkmann aus Bad Schwartau, Andreas Zimmermann aus Ahrensbök und Thomas Keller aus Ratekau.
Zu den weiteren Gästen zählten zudem Vertreter aus den Vereinen und Verbänden Stockelsdorfs sowie auf Kreisebene unter anderem Ostholsteins oberster Brandmeister ­Thorsten Plath, Landrat Reinhard Sager und Kreispräsident Ulrich Rüder.
„Es gibt Reden, die muss man halten. Und es gibt Reden, die darf man halten. Letzteres ist hier der Fall“, begann Harald Werner seine Laudatio. Wie Stockelsdorfs Verwaltungschefin wurde auch Bürgervorsteher Harald Werner im Jahre 1998 vereidigt und beide haben seitdem Seite an Seite die Gemeinde gemeinsam vertreten. „Da schwingt schon leise Wehmut mit“, gestand Harald Werner und dankte seiner Weggefährtin mehrfach für die „sehr gute Zusammenarbeit.“
Ehrgeizigen Einsatz für die Gemeinde Stockelsdorf, Sachverstand, Verantwortungbewusstsein hob er in seiner Rede hervor und lobte Brigitte Rahlf-Behrmann als Bürgermeisterin, die großes Vertrauen bei allen genossen habe. Nicht zuletzt, weil sie immer für die Bürger vor Ort dagewesen sei und auch kleinere Angelegenheiten zur „Chefsache“ gemacht habe.
„Du hast vieles umgestaltet“, sagte er und nannte hier auszugsweise die Verwaltungsreform, die Umgestaltung des Kirchenvorplatzes und des Ortmittelpunktes in Stockelsdorf. Auch die Sanierung des Herrenhauses, die Umgestaltung des angrenzenden Parks, die Schaffung von Betreuungsplätzen in den Kindertageseinrichtungen, die Förderung des Sports beim ATSV durch den Bau neuer Sportstätten, den Rathausumbau mit neuem Sitzungssaal sowie die Umgehungsstraße K13 zählte er zu ihren Errungenschaften. Außerdem lobte er das gute Miteinander von Parteien und Gremien, für das Brigitte Rahlf-Behrmann maßgeblich mit verantwortlich sei. Darüber hinaus habe sie auch immer ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter gehabt. Abschließend dankte Harald Werner ihr nochmals „von Herzen für eine wunderbare Zusammenarbeit“und überreichte als Abschiedsgeschenk einen Ring mit dem Wappen der Gemeinde Stockelsdorf.
Landrat Sager erinnerte noch einmal an den beruflichen Werdegang Brigitte Rahlf-Behrmanns, die vor knapp 40 Jahren ihre Verwaltungslehre im Rathaus Bad Schwartau aufgenommen hatte. Auch betonte er, dass sie die erste Frau in Ostholstein gewesen sei, die sich in der ersten Direktwahl gegen vier Mitbewerber durchgesetzt habe und somit kreisweit als erste Frau als Chefin in ein Rathaus eingezogen sei. „Du hast das Amt mit Wärme und unglaulichem Engagement für die Menschen der Gemeinde Stockelsdorf ausgeübt“, sagte der Landrat und dankte ihr auch für ihre erfolgreiche Arbeit als Sprecherin aller hauptamlichen Bürgermeister in Schleswig-Holstein – ein Amt, das viel Vertrauen voraussetze. „Mir Dir verliert der Kreis eine gute Bürgermeisterin“, so Sager.
Auch Ratekaus Rathauschef Thomas Keller als Vorsitzender des ­Gemeinde­tages war voll des Lobes: „Du hast immer gesagt: Bürgermeisterin ist ein Dein Traumjob. So haben wir Dich auch wahrgenommen. Du übergibst Deiner Nachfolgerin eine gesunde Gemeinde. Danke, dass wir mit Dir zusammenarbeiten durften.“
Schließlich trat die Hauptperson nach weiteren Reden selbst ans Mikrofon. „Soviel Lob und Anerkennung muss man erst einmal verkraften“, scherzte sie in ihrer gewohnt lockeren Art.
„Ich bin dankbar, dass ich den Berufsweg zur Bürgermeisterin eingeschlagen habe und bin dabei immer unabhängig geblieben“, sagte sie und blickte ebenfalls auf die wichtigsten Maßnahmen der letzten 20 Jahre zurück – positive, wie das Herrenhaus mit Park oder der Kirchenvorplatz; aber auch negative wie der Windpark, die 380 kV-Trasse und als „größte Herausforderung die Unterbringung der Flüchtlinge“.
Dabei betonte sie, dass vieles mit den Menschen in der Gemeinde gemeinsam erreicht worden sei und verwies hier auch auf das gute Verhältnis von Verwaltung und Politik. Ebenso lobte Brigitte Rahlf-Behrmann das gute Miteinander mit den Nachbargemeinden. Aber ganz besonders unterstrich sie die Zusammenarbeit mit Harald Werner. „Das war eine ,Eins plus mit Sterchen’. Und wenn es noch mehr Sternchen gibt auch das“, sagte sie und erinnerte daran, dass diese besondere Zusammenarbeit mit der gemeinsamen Ehrung im Schloss Bellevue ihren gebührenden Höhepunkt gefunden habe.
Zukünftig will sich Stockelsdorf Bürgermeisterin a.D. noch mehr in der Bürgerstiftung Stockelsdorf und der Kinderuni engagieren, Sport treiben und als „Wichtigstes“ sich ihrer Familie widmen. Passend zur neuen Freiheit hat sie sich zudem einen sportlichen „Mini“ zugelegt, mit dem sie Ausflugsfahrten unternehmen will.
Als Stockelsdorfs langjährige Gallionsfigur dann schließlich unter stehenden Ovationen sagte: „Ab jetzt kommen immer auch die beiden Buchstaben ,a. D.’ zur Bürgermeisterin dazu. Ich werde sie alle sehr vermissen und danke für eine gemeinsame Zeit“, gab es kaum einen im Sitzungsaal, der nicht die eine oder andere Träne in den Augen hatte.



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