Simon Krüger

Bei privaten Ebay-Verkäufen Steuer vermeiden

Wer auf Ebay und anderen Plattformen viel verkauft, der sollte sich schlau machen über mögliche Steuern. Hier werden einige Tipps vorgestellt, um mögliche Kostenfallen zu vermeiden.

Doppelte Weihnachtsgeschenke, nicht mehr passende Kleidung oder ungeliebte Möbelstücke: Wer gebrauchte Waren auf Online-Marktplätzen wie Ebay Kleinanzeigen, Amazon oder Quoka verkauft, wird alte Artikel schnell los - und zugleich kann er dafür viel Geld erhalten. Ein Privatverkäufer muss jedoch einige rechtliche Aspekte beachten - sonst tappt der Privatverkäufer schnell in ein teures Fettnäpfchen.
 
Privat verkaufen und den Gewinn behalten
Es gilt grundsätzlich, dass es dem Fiskus nichts ausmacht, wenn eine Privatperson auf Ebay ab und zu etwas verkauft - ganz gleich, ob Gartenklappstuhl, ein Pullover vom letzten Winter oder ein altes Kinderfahrrad. Schließlich hat jeder das gute Recht, nebenbei etwas Geld hinzuzuverdienen.
 
Allerdings wird es dann kritisch, wenn eine Privatperson auf Ebay und anderen Plattformen ständig Waren zum Verkauf anbietet. Es könnte dann passieren, dass sich bei dem Verkäufer das Finanzamt meldet - und Steuern von den Verkäufen verlangt. Der private Verkäufer sollte daher im Hinterkopf behalten, unter welchen Umständen der Fiskus zuschlagen könnte, damit er gewappnet ist.
 
Zwei besonders häufige Steuerfallen
Wenn eine Privatperson nach dem Kauf von zum Beispiel Antiquitäten oder Schmuck diese gleich weiterverkauft, kann es sein, dass der Verkäufer Einkommenssteuer dafür zahlen muss. Der Privatverkäufer hat besonders Pech, wenn das Finanzamt ihn sogar als einen gewerblichen Händler einstuft: Zur Einkommenssteuer kommt dann zusätzlich noch Umsatzsteuer hinzu.
 
Schließlich durchforstet das Bundeszentralamt für Steuern regelmäßig die Online-Marktplätze, damit es gewerbliche Händler entdecken kann - mithilfe der Software Xpider. Falls die Software feststellt, dass ein privater Verkäufer sehr aktiv ist, sind Plattformen wie Ebay sogar verpflichtet, über ihn private Informationen preiszugeben. Schon 2013 hat der Bundesfinanzhof demnach entschieden, dass Verkaufs-Plattformen von dem Verkäufer zum Beispiel die Kontakt- und Bankdaten sowie eine Verkaufsliste herausgeben müssen.
 
Merkmale für einen gewerblichen Handel vermeiden
Ein Privatverkäufer sollte aufpassen, wenn er nicht nur gebrauchte Alltagsgegenstände, sondern auch Schmuck und Antiquitäten verkaufen will: Schließlich wird ein privater Verkäufer steuerpflichtig, wenn er innerhalb eines Jahres solche Artikel kauft und anschließend verkauft. Das bedeutet, dass der Verkäufer in der Steuererklärung den sogenannten Spekulationsgewinn berücksichtigen und eintragen muss. Diese Eintragung kann eine Privatperson nur umgehen, wenn dieser unter den 600 Euro jährlichen Freibetrag bleibt. Hinweis: Sollte der Verkäufer bei einem Verkauf über diesem Betrag liegen, dann sollte er ein Jahr warten - und den Verkauf dann wagen. Denn dann ist der Verkauf steuerfrei.
 
Falls der private Verkäufer einmal einen Spekulationsgewinn in der Steuererklärung angegeben hat, bedeutet das jedoch nicht gleich, dass er nun ein gewerblicher Händler ist. Erst wenn solche Verkäufe häufiger vorkommen, kann das passieren. Laut Gesetz ist jede nachhaltige Tätigkeit gewerblich, wenn der Verbraucher Einnahmen erzielen will - auch wenn er keine Absicht hat, Gewinne zu machen.
 
Nicht nur die Häufigkeit der Verkäufe spielt eine Rolle, sondern ebenso die Art der angebotenen Artikel ist bedeutsam. Wenn ein Privatverkäufer immer wieder die gleiche Art von Produkten oder ständig neue Waren verkauft, glaubt bei ihm der Fiskus natürlich, dass er an diesen Verkäufen ein unternehmerisches Interesse hat.


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