Marlies Henke

Neue Dünenstege und barrierefreier Strandzugang eröffnet

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Mit gleich zwei fertiggestellten Bauprojekten ist der Tourismus-Service Neustadt-Pelzerhaken-Rettin in den Sommer gestartet. Am Strand von Pelzerhaken wurde am vergangenen Montagvormittag das Band zum neuen barrierefreien Steg durchschnitten. Direkt im Anschluss wurde in Neustadt Höhe Cap-Arcona-Weg der neue Dünensteg eingeweiht.
 
In den vergangenen Jahren hatte sich der Tourismusausschuss Neustadt für zwei umfangreiche bauliche Sanierungen im Strandbereich ausgesprochen. Zum einen ging es dabei um einen barrierefreien Strandzugang in Pelzerhaken. Zum anderen sollte der Dünensteg in Neustadt erneuert werden. Beide Projekte sind jetzt so gut wie fertig. Am vergangenen Montag fanden in einem kleinen Rahmen die offiziellen Einweihungen statt.
 
Barrierefrei am Strand entlang
Rechtzeitig zu den Sommerferien kann man jetzt mit Rollstuhl oder Kinderwagen entspannt am Stand entlang rollen. Zudem lädt eine große Plattform im Bereich des Hohen Ufers mit verschiedenen Ebenen zum Verweilen ein. Barrierefreie Rampen ersetzen die ehemaligen Treppen an der Plattform sowie zum Eschenweg. Beide Rampen sind mit einem mobilen, saisonalen Palettenweg verbunden. Das Material besteht aus langlebigen Kunststoffbohlen, die witterungsbeständiger und somit langlebiger und nachhaltiger als Holzbohlen sind. Tourismus-Ausschuss-Vorsitzender Dirk Cremer freute sich, dass man mit dieser saisonalen Variante einen Kompromiss mit allen Beteiligten gefunden hat. Im Jahr 2015 hatte die Bürgergemeinschaft Neustadt (BGN) im Tourismus-Ausschuss den Antrag gestellt, einen barrierefreien Strandzugang am Hohen Ufer zu errichten. Es wurden dann verschiedene Varianten für den Lückenschluss zwischen der Promenade und Höhe Eschenweg überprüft. Im Frühjahr letzten Jahres entstand eine genehmigungsfähige Variante. Im Mai starteten die Bauarbeiten.
 
Der barrierefreie Strandzugang wurde aus dem „Fonds Barrierefreiheit“ mit 70 Prozent vom Land gefördert. Das entspricht einer Fördersumme von 148.000 Euro. „In Schleswig-Holstein arbeiten wir kontinuierlich daran, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Dem Ministerpräsidenten ist dies ein besonderes Anliegen. Wir wollen allen Menschen die gleichen Chancen einräumen. Dazu gehört auch, dass die Mobilität im Alltag verbessert wird“, sagte Markus Küßner, Referatsleiter in der Staatskanzlei bei seinem Besuch in Pelzerhaken. Bürgermeister Mirko Spieckermann weiß, dass die Fördersumme nachhaltig investiert ist: „Mit der Eröffnung dieses Strandzugangs fallen endlich langjährige Barrieren weg. Für Menschen mit Behinderungen bedeutet dies eine erhebliche Erleichterung, um an den Strand zu kommen“. Auch Sylvia Lux-Wietstock als Neustadts ehrenamtliche Behindertenbeauftragte sowie die Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderung Edda Rahlf freuen sich, dass die Stadt an diesem Projekt festgehalten hat. Stephan Reil als stellvertretender Werkleiter bedankte sich bei allen Projektpartnern: „Ich bin froh, dass das Ergebnis passend zur Sommersaison fertiggestellt werden konnte.“ Er wies darauf hin, dass der saisonale 190 Meter lange Palettenweg in jedem Jahr neu errichtet werden und dass der Abbau bis Ende September erfolgen muss.
 
Neuer Dünensteg in Neustadt
In Höhe der Strandkiste (ehemals Ostseelounge) Richtung Pelzerhaken wurde der alte Dünensteg auf einer Länge von insgesamt 200 Metern komplett saniert. Hintergrund war, dass der alte Dünensteg marode geworden war. Das Sanierungsvorhaben vom Neustädter Dünensteg ist baugleich zu der Variante in Pelzerhaken. Die Fundamente bestehen aus stabilen Stahlbetonfertigteilen. Lauffläche und Stegoberfläche aus Kunststoffmaterial.
Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf eine Summe von 438.000 Euro. Bürgermeister Mirko Spieckermann freut sich, dass der Zeitplan dieses Bauvorhabens mit Einschränkungen eingehalten werden konnte. Ein Viertel der Sanierung stand aufgrund von Lieferengpässen am Montag noch aus. „Wir sind zuversichtlich, dass der komplette Bereich des Dünenstegs bis zur Einmündung des Meisenwegs nächste Woche fertiggestellt sein wird“, so der Bürgermeister.
Auch wenn die touristische Saison aufgrund der Corona-Pandemie nur mit „gezogenen Handbremsen“ erfolgte, tauchten viele Fragen zum Zeitpunkt der Sanierungsmaßnahmen auf. Die Antwort darauf, warum man zum Beispiel erst Mitte April mit den Sanierungsarbeiten begonnen hat, erklärte Stephan Reil: „Wir dürfen im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 15. April aus Gründen des Naturschutzes keine Bauarbeiten am Strand vornehmen.“ (red/he)


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