Marco Gruemmer

Niederlande liberalisieren den Online Casino-Markt

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Vermutlich muss man es so sagen: Wieder einmal sind die Niederlande den Deutschen einen Schritt voraus. Nach der Liberalisierung von Cannabis ist nun auch der Vorstoß zum Online Casino-Markt auf den Weg gebracht worden. Dieses eine Thema wird von der Politik in Deutschland so gerne behandelt, wie das Tempolimit, was übrigens auch ein Punkt ist, bei dem die Niederländer voraus, nein, auf 100 km/h zurück sind. Aber was bedeutet die Liberalisierung in den Niederlanden und wie steht es um das Thema aktuell in Deutschland?
 
Wie läuft das in den Niederlanden?
Bislang gab es auch in den Niederlanden ein Glücksspielgesetz, doch behandelte dieses nicht das Online-Glückspiel. Zwar gab es immer wieder Vorstöße, doch konnten diese nie durch das Parlament gebracht werden. Das änderte sich Anfang des Jahres. Und was bedeutet das?
 
- Lizenzen - die niederländischen Lizenzen werden wohl ab 2020 vergeben. Die Lizenzen werden offenbar auch an ausländische Casinos vergeben, sofern diese ausreichend Strategien vorweisen, die die Gefahr der Spielsucht eindämmt. Der Spielerschutz hat laut Gesetz die zentrale Rolle.
- Steuern - Casinos mit niederländischer Lizenz müssen künftig 29,1 Prozent des Bruttospielertrags an die Niederlande abführen. Betreiber müssen ausreichende Rücklagen vorweisen und ein System einsetzen, welches Geldwäsche verhindert.
 
Zugleich dürfen Online Casinos nicht für ihr Angebot werben, verstoßen sie gegen diese Regel, droht sogar ein Entzug der Lizenz. Wer ein Online Casino mit niederländischer Lizenz eröffnen will, muss folgende Regeln erfüllen:
- Unternehmenssitz - der Sitz des Unternehmens muss in der EU sein, wenn auch nicht in den Niederlanden.
- Spielerschutz - es müssen Suchtpräventionen geboten werden, zugleich müssen Casinos jeden Spieler mit der zentralen Sperrdatei abgleichen.
- Jugendschutz - die Seite ist Tabu für Personen unter 18 Jahren.
- Zusammenarbeit - das Casino muss sich verpflichten, eng mit der Regulierungsbehörde zusammenzuarbeiten.
- Aktivität - der Unternehmer darf in den vergangen zwei Jahren keine Aktivität im Land gezeigt haben. Das bedeutet, dass der Unternehmer in den vergangenen zwei Jahren in keiner anderen Form Glücksspiel in den Niederlanden angeboten haben darf. Es funktioniert also nicht, ein nicht mehr rentables Casino aus 2018 einfach online neu zu gründen.
 
Wie sieht es hierzulande aus?
In Deutschland gibt es eine Regulierung, nämlich den Glücksspielstaatsvertrag. Auch in diesem wird das Internet als Spielstätte nicht vorgesehen, es sei denn, es handelt sich um staatliche Lottogesellschaften. Dennoch drücken die Behörden beide Augen zu, denn dass das Glücksspiel im Internet auch hierzulande eine große Beliebtheit erfährt, ist allenthalben bekannt.
Zudem hat Schleswig-Holstein mit der eigenen Lizenzvergabe und der aktuellen Verlängerung dieser Lizenzen die Aufmerksamkeit nochmals gefördert. Rund um Sportwetten herrscht ein gewisser Konsens, denn nach Klagen müssen Lizenzen vergeben werden. Trotzdem: der Glücksspielmarkt im Internet ist aus deutscher Sicht chaotisch und wird es wohl selbst bleiben, wenn nach einem erneuten Vorstoß nun eine Einigung gefunden werden sollte:
- Föderalismus - Glücksspiel wird behandelt, wie das Schulsystem. Jedes Bundesland entscheidet für sich. Während neben Schleswig-Holstein auch Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und NRW endlich ein Stück vom Online-Business abhaben wollen, sträuben sich andere Länder dagegen.
- Überlegung - die Bundesländer fordern die eigene Lizenzvergabe, wobei natürlich eine klare Regulierung angedacht ist. Die Casinobetreiber sollten geprüft und überwacht werden, auch der Spielerschutz steht im Mittelpunkt.
- Knackpunkt - der ist und bleibt die fehlende Regelung auf Bundesebene. Da jetzt schon einige Bundesländer angedeutet haben, sich Entscheidungen nicht anzuschließen, könnte das Schleswig-Holstein-Modell samt Problemen künftig noch deutlicher zutage treten. Hamburg, Bremen oder Berlin könnten somit andere Regelung haben, als die jeweiligen Bundesländer einen Steinwurf außerhalb der Stadtgrenze.
 
Dennoch ist die Chance groß, dass es auch in Deutschland endlich eine Regulierung des Online-Glücksspiels gibt. Der Glücksspielsektor ist finanzstark und verzeichnet ständig steigende Umsätze. Mit der aktuellen Notlösung, dass Casinos in Malta lizenziert werden und dort ihren Sitz unterhalten, gehen den einzelnen EU-Staaten Milliarden an Steuergeldern verloren. Und angesichts einer sich abschwächenden Konjunktur im industriellen Bereich und den Möglichkeiten, die ein Stammsitz eines Online Casinos gerade in strukturschwache Gebiete erwirken könnte, muss die Politik förmlich handeln. Wenn in Malta durch die Glücksspielbranche allein 6.800 neue Arbeitsplätze entstanden sind, kann die Politik diese Möglichkeit eigentlich nicht ignorieren.
Was sollten Spieler beachten?
Wenngleich für die meisten deutschen Spieler das Online-Glücksspiel im Graubereich liegt und eigentlich nicht legal ist, so haben sie in den meisten Fällen nichts zu befürchten. Trotzdem ist es wichtig, sich vorher einen Überblick über die besten Online Casinos zu verschaffen. Portale wie https://www.besteonlinecasinos.com/ sind hierbei eine große Hilfe. Zudem sind für Spieler folgende Aspekte wichtig:
- Lizenz - das Casino muss eine EU-Lizenz besitzen. Sie schützt den Spieler mitunter vor Manipulationen, beweist aber auch, dass der Anbieter unter ständiger Kontrolle steht.
- Sicherheit - letztendlich gelten für Online Casinos die Sicherheitsregeln des Internets. Die wenigsten Personen würden noch in einem Shop einkaufen, der keine gesicherte Verbindung nutzt, auch würden sie ihre Bank- und Kreditkartendaten nicht in einem solchen Shop hinterlegen. Das trifft auch auf das Casino zu.
- Verlockungen - Casinos werben in der Regel mit Neukundenboni. Sie können positiv sein, beispielsweise, wenn die erste Einzahlung bis zu einem Maximalbetrag verdoppelt wird. Oder aber, indem der Spieler zehn Euro einzahlt, aber mit fünfzig Euro spielen kann. Boni sind aber häufig an Bedingungen geknüpft, die sich nachteilig für den Spieler auswirken. Muss ein Bonus beispielsweise erst mehrfach umgesetzt, also ausgegeben werden, um ihn gutgeschrieben zu bekommen, so gewinnt das Casino, der Spieler verliert direkt.
Glücklicherweise gibt es rund um Sportwetten und Online Casinos längst seriöse Testseiten und Erfahrungsberichte echter Spieler. Sie geben auch einen Blick hinter die Kulissen und erklären mitunter die Auszahlungsquoten oder Tücken der Technik.
 
Fazit - es wird auch in Deutschland Zeit
Die Schweiz und die Niederlande - vielleicht liegt es an der Landesgröße, dennoch haben beide Länder längst eine Regulierung des Glücksspielmarktes vorgenommen. Österreich ist auf dem besten Weg, es fehlt also noch Deutschland. Die Regelungen dürfen sehr ähnlich wie in den Niederlanden ausfallen, was ein Grund dafür sein könnte, dass einige deutsche Glücksspielunternehmen aktuell nichts mehr in Deutschland machen. Denn gibt es auch hierzulande eine Sperrfrist, hätten große Unternehmen sie womöglich schon ausgesessen, wenn das Gesetz in Kraft tritt.


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