Marlies Henke

20 Jahre Kompass - Eingliederungshilfe für Menschen mit seelischer Behinderung

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Neustadt. Im lauschigen Garten des Hauses Nummer 44 auf dem Ameos-Gelände wurde am vergangenen Samstag „20 Jahre Kompass“ gefeiert.
 
Mit der Gründung dieser Wohneinrichtung begann in Neustadt eine Neuausrichtung der Betreuung von Menschen mit schwerer seelischer Behinderung. 1998 wurde der ärztlich geleitete Langzeitbereich des damaligen Landeskrankenhauses von Klinik und Klinikstrukturen getrennt. Man begann, unter pädagogischer Leitung neue Konzepte der Eingliederungshilfe einzuführen und eine eigene Organisationsform zu entwickeln. „Damals herrschte hier Aufbruchstimmung“, erinnerte sich Michael Dieckmann, Kompass-Gründer und Vorstand der Ameos-Gruppe.
 
In dem Gebäude der ehemaligen Krankenpflegeschule ging es 1998 mit einer Handvoll Mitarbeiter und 24 Bewohnern los. Heute leben 46 Menschen in Haus 44. Betreut werden sie im Drei-Schicht-System von einem 26-köpfigen Team. Zusammen mit den Außenstellen in Neustadt, Grömitz und Sierksdorf werden insgesamt bis zu 250 Menschen durch den Kompass betreut. Mittlerweile zählen außerdem weitere Wohneinrichtungen, zusätzliche teilstationäre Einrichtungen und ambulante Betreuungsangebote zu dem Bereich „Ameos Eingliederung“.
 
Das multiprofessionelle Team im Kompass bietet Tagesstruktur, Therapie und Unterstützung. Die Bewohner fit zu machen für ein Leben alleine, in der Familie oder in einer teilstationären Einrichtung, das ist nach wie vor das Ziel im Kompass.
 
„Wir hatten damals schnell erkannt, dass Pflege allein nicht ausreicht, und wollten neue therapeutische und pädagogische Prozesse einführen. Das war nicht ganz einfach“, erläuterte Dieckmann. Bis 1998 waren ausschließlich Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger beschäftigt. Danach kamen neue Berufsgruppen hinzu, wie Erzieher, Heilerziehungspfleger, Sozialarbeiter, Psychologen und weitere Fachkräfte mit pädagogischem, heilpädagogischem oder therapeutischem Hintergrund. „Aus Patienten wurden Bewohner. Und wir setzten nicht mehr bei dem an, was die Menschen nicht können, sondern bei dem, was sie können“, erklärte Michael Dieckmann.
 
In kleinen Wohngemeinschaften soll das Zusammenleben der Menschen gefördert werden. Die Bewohner erhalten zahlreiche Beschäftigungsangebote und arbeitstherapeutische Angebote.
 
In der Regel leben die Bewohner zwei bis vier Jahre im Kompass. Einige würden den Wechsel in eine weiterführende Einrichtung jedoch nicht schaffen und länger bleiben, erklärte Dieckmann.
 
Künftig will man sich weiter spezialisieren. Dieckmann: „Damals waren die Bewohner zwischen 40 und 60 Jahre alt. Heute leben auch junge Männer und Frauen hier, die in der Regel noch keinen Schulabschluss haben. Darum geht es heute um ganz andere Herausforderungen, wie zum Beispiel die Grundlagen schulischer und beruflicher Art zu vermitteln, oder um berufliche Wiedereingliederung.“
 
Auch Einrichtungsleiterin Ute Schultz betonte, dass der Bedarf an niedrigschwelligen Angeboten für jüngere Menschen wächst. „Viele junge Menschen, vor allem auch mit Intelligenzminderung, sind dem Druck durch die Medien und der Gesellschaft nicht gewachsen. Sie kommen jetzt direkt aus der Jugendhilfe zu uns.“
 
Die Grüße der Stadt überbrachte die stellvertretende Bürgervorsteherin Beatrix Spiegel, die selbst als Heilpädagogin arbeitet. Sie lobte vor allem den steten Enthusiasmus der Mitarbeiter und betonte, dass das Wort ‚Eingliederungshilfe‘ ein sehr sperriges Wort sei für einen sehr lebendigen Prozess. „Die Eingliederungshilfe hat sich im Laufe der Zeit verändert und sie wird sich weiter verändern.“ (he)



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