Juliane Kirchhoff

Aus Landbäcker wird Ostseebäcker - 115 Jahre Puck mit neuem Namen und neuem Konzept

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Grube/Kellenhusen. Laut einer Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) rollt in den kommenden Jahren eine Nachfolgewelle über den Mittelstand hinweg und gefährdet so die Zukunft der deutschen Kleinunternehmen. Bis Ende des Jahres werden in Deutschland 240.000 Nachfolger gesucht. Anders ist es bei der Familie Sköries aus Grube. Ihr gehört die Landbäckerei Puck und dort läuft die Übergabe bereits, geordnet und Stück für Stück. Ans Aufhören denkt Kirsten Sköries zwar noch nicht, aber ihre Söhne Stefan und Frank unterstützen sie bereits seit Jahren in der Geschäftsführung und ebnen so den Weg, die Bäckerei eines Tages in sechster Generation weiterzuführen.
 
Für die Drei ist der Punkt gekommen, den nächsten Schritt zu gehen: Unter neuem Namen, Logo und Erscheinungsbild wird aus dem familiengeführten Betrieb „Puck - Mein Ostseebäcker“. „Wir sind offen für Neues und gehen mit der Zeit. Gleichzeitig ist der neue Auftritt ein Bekenntnis an unsere Heimat, unser Zuhause“, bekräftigte Kirsten Sköries.
 
In der Region ist die Familie tief verwurzelt. Bereits 1904 backten ihre Vorfahren in Grube. Seit 25 Jahren ist der moderne Familienbetrieb am Produktionsstandort im Gewerbegebiet ansässig.
 
Angefangen hat alles mit den Gründern Carl und Mathilde Puck. Heute ist aus der kleinen Backstube von einst ein Betrieb geworden, der 180 Mitarbeiter beschäftigt und seine Brötchen, Brote, Snacks, Kuchen und Torten in 28 Filialen entlang der Ostseeküste bis Lübeck und im Eutiner Einzugsgebiet anbietet. Was sich über fünf Generationen hinweg jedoch nie geändert hat: „Wir arbeiten mit Leidenschaft und Herzblut und orientieren uns dabei an der überlieferten Tradition. Allerdings verbinden wir diese mit kreativen Ideen, die unsere Zeit mit sich bringt“, berichtete Kirsten Sköries, die 1992 die Geschäftsführung mit ihrem Vater Karl Puck übernahm. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Karl-Heinz Sköries baute sie das Familienunternehmen erfolgreich aus.
 
Dem Handwerk mit Leib und Seele verbunden, verwendet die Bäckerfamilie seit 115 Jahren regionale Zutaten und eigene Vor- und Sauerteige. Auf Tiefkühlprodukte, Fertigmischungen sowie künstliche Farb- und Konservierungsstoffe wird bewusst verzichtet. „Von unseren Produkten und unserem hohen Qualitätsanspruch weichen wir nicht ab. Auch nicht mit neuem Namen“, unterstrich Sohn Frank, der sich für die Produktion verantwortlich zeichnet.
 
Von Innovationsfreude getrieben, hat die Familie den Außenauftritt komplett geändert - von der Brötchentüte, Brotschnittbeutel, Einpackpapier und Tortenschachtel über Preisschilder und Kundenkarte bis hin zum neuen Ladenkonzept. „Farben und Formen spiegeln die Ostsee wider“, skizzierte das Geschäftsführungstrio.„Und die kleine Meerjungfrau in unserem neuen Logo unterstreicht das Ganze. Sie blickt hinauf zu den Sternen, Richtung Zukunft. So wie wir es auch tun“, schilderte Verkaufsleiter Stefan Sköries.
 
Der erste Standort wurde bereits umgestaltet: In der Geschäftsstelle in Kellenhusen vereinen sich Strandromantik und natürliche Materialien, gepaart mit dem Charme eines altehrwürdigen Seebades. Weitere Filialen sind nach diesem Vorbild geplant, denn „wir wollen damit eine Cafékultur mit Wohlfühlcharakter schaffen, die zu unserer Region passt“, beschrieben die Brüder.
 
Gefeiert wird die Neueröffnung heute und morgen, dem 17. und 18. April in allen Filialen mit Jubiläumsangeboten wie drei Puckis oder einem Stück Ostseewelle mit einem kleinen Küstenkaffee für je 1,15 Euro. (red/inu)


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