Marco Gruemmer

„Den Ort mit Fingerspitzengefühl gestalten“ - Neujahrsempfang in Kellenhusen

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Kellenhusen. Exakt 131 Stunden nach dem Jahreswechsel startete der Neujahrsempfang der Gemeinde Kellenhusen mit einer Andacht im Kursaal. Pastor Burkhard Kiersch, der musikalisch am Klavier von Helga Swift begleitet wurde, sagte: „Wir sind gespannt und neugierig auf 2019.“
 
Von einem für die Gemeinde Kellenhusen sehr besonderen, aber auch extremen Jahr berichtete Bürgermeisterin Nicole Kohlert.
 
Wetter: Sie erinnerte in ihrem Rückblick unter anderem an die Wetterkapriolen mit der „Frostkeule“ im März, dem verschneiten Osterfest sowie an den sich anschließenden Jahrhundertsommer.
 
Gastronomie und Bauboom: Speziell zwei Themen seien es gewesen, die den Gästen im zurückliegenden Jahr unter den Nägeln brannten. So gab es zum einen viel zu wenig Plätze in der Gastronomie, sodass sich lange Warteschlangen vor den Lokalen bildeten, was im Gegensatz zum Wetter zu einer eisigen Stimmung führte. Für 2019 kündigte Nicole Kohlert die Eröffnung zweier neuer Restaurants im südlichen Promenadenbereich an.
 
Sommerproblem Nummer zwei sei der Bauboom gewesen. In diesem Zusammenhang hätten Gäste sich über Lärm beklagt. „Aber es ist auch ein schönes Zeichen, dass der Ort Investoren anzieht“, meinte die Bürgermeisterin. Problematisch sei zudem die strukturelle Veränderung vor dem Hintergrund, dass immer mehr Ferien- und Zweitwohnungen junge Menschen verdrängen würden, die nicht wohlhabend sind, um sich Eigentum zu erwerben. „Ein lebenswertes Kellenhusen muss auch junge Menschen anziehen und ihnen eine Perspektive bieten können“, so Nicole Kohlert. Auch deshalb arbeite die Gemeindevertretung schon längere Zeit an dem Projekt bezahlbarer Wohnraum. Außerdem haben die Gemeindevertreter in ihrer Dezembersitzung sechs neu zu erstellende Bebauungspläne einstimmig beschlossen und damit zahlreiche Veränderungssperren verhängt. „Dieses gibt uns die einmalige Möglichkeit, sensibel mit der Planung umzugehen und mit Fingerspitzengefühl den Ort zu gestalten“, erläuterte die Bürgermeisterin.
 
Dank an das Ehrenamt: Nachfolgend dankte Nicole Kohlert allen Vereinen und Verbänden für deren ehrenamtliches Engagement und nannte die Freiwillige Feuerwehr, den Dehoga-Ortsverband, den SC Kellenhusen, die Disc-Golfer, den Segelclub Kellenhusen, den Fremdenverkehrs- und Gewerbeverein, die Arbeiterwohlfahrt, das DRK und die Kirchengemeinde Cismar. Abschließend wünschte sie ein erfolgreiches 2019 voller Kraft, Gesundheit und Harmonie.
 
„Qualität ist kein Zufall“, begann Tourismusleiter Thorsten Brandt seine Ausführungen. Dieses Credo gelte besonders für den Tourismus. Brandt unterstrich seine Botschaft mit der erfreulichen Nachricht, dass Kellenhusen in 2018 bei den Übernachtungszahlen ein Plus von 10 Prozent verzeichnen konnte. Mit Hochdruck arbeite man weiterhin daran, trendorientiert zu reagieren. Ein einheitliches Erscheinungsbild mit Slogan, Farben und Logo sei dabei ein erster Schritt, wobei auch bauliche Veränderungen wie die Aufwertung des Kurparks sowie konzeptionelle Verbesserungen im Veranstaltungssegment in die richtige Richtung gehen würden.
 
Gästezentrum: „Aber wir sind noch längst nicht am Ziel“, ergänzte Thorsten Brandt mit Blick auf 2019 und die großen, ehrgeizigen Pläne des Ostseebades. In Sachen Planung des Gästezentrums, seit mehr als 15 Jahren ein ständiges Thema, scheint es vorwärtszugehen. Das öffentliche Ausschreibungsverfahren zur Architektenauswahl wird voraussichtlich Ende Januar erfolgen.
 
Hotelneubau: Als weitere Schlüsselinvestition für Kellenhusen sieht Thorsten Brandt den Neubau eines Hotels. „Wir brauchen dringend eine Ergänzung, einen Ganzjahresbetrieb, um auch neue Zielgruppen zu erreichen“, erklärte der Tourismusleiter.
 
Seebrücke: Auch die Erlebnis-Seebrücke wird in 2019 in neuem Licht erstrahlen. Insgesamt werden 250.000 Euro investiert, um eine zusätzliche, sanfte Farbinstallation zu bekommen. Die gute Nachricht, der Förderbescheid aus Kiel ist bereits eingetroffen. (mg)



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