Marco Gruemmer

„Die Öffentlichkeit sensibilisieren“ Initiative „TIPInetz“ leistet präventive Arbeit - Filmabend im Kino Center vor dem Kremper Tor

„Die Öffentlichkeit sensibilisieren“
Initiative „TIPInetz“ leistet präventive Arbeit - Filmabend im Kino Center vor dem Kremper Tor
Der Schritt in die Öffentlichkeit ist für die Initiative „TIPInetz“ ein weiterer Meilenstein, das Thema „Kinder aus seelisch- oder suchtbelastetetn Familien“ noch präsenter in den Köpfen der Menschen zu verankern.
Neustadt. „TIPInetz“ wurde 2013 auf Initiative des Kreises Ostholstein mit den Partnern ATS Ostholstein/Oldenburg und Die Brücke Ostholstein gegründet. Als gemeinsames Netzwerk haben sie sich die Unterstützung von Kindern aus seelisch- oder suchtbelasteten Familien zur Hauptaufgabe gemacht. Als primäres Ziel gilt die Entwicklung notwendiger Hilfen für die Kinder und deren Familien. „TIPInetz“ nimmt dabei eine Art Vermittlerfunktion ein und setzt vor allem auf Prävention. Zu den Angeboten zählen unter anderem die Fachberatung und Schulung für beteiligte Instititutionen und Berufsgruppen, die Kontakt zu Kindern haben wie Erzieher, Lehrer, Sozial- und Heilpädogogen, eine anonymisierte Fallberatung sowie die Vermittlung an etablierte Beratungsstellen.
„Wir haben viel Basisarbeit geleistet und wollen uns jetzt verstärkt in der Öffentlichkeit präsentieren, um die Menschen für unser Anliegen zu sensibilisieren. Wir wollen Neustadt und die gesamte Region erreichen“, erklärt Dagmar Gertulle von der Brücke Ostholstein.
Dazu lädt „TIPInetz“ am Mittwoch, dem 26. September zu einem Filmabend in das Kino Center vor dem Kremper Tor in Neustadt ein. Um 18.30 Uhr wird in einer gesonderten Vorstellung der Filmdokumentation „Wir sind hier!“ gezeigt. Der Streifen von Filmemacherin Andrea Rothenburg handelt von Kindern psychisch kranker Eltern und spricht Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Der Eintritt ist frei.
Inhalt: Wenn eine Mutter oder ein Vater sich ein Bein bricht, wird darüber gesprochen. Wenn ein Elternteil psychisch erkrankt, wird es oft verheimlicht. Kindern tut es aber gut, mit ihren Gefühlen und Sorgen gesehen zu werden, denn nicht nur für die Eltern ist es schwer, sondern auch für die Kinder.
Wie empfinden sie die Erkrankungen der Eltern? Wie gehen sie damit um? Wie wird eine Depression, Bipolare Störung oder eine Schizophrenie wahrgenommen? Was kann ein Kind tun, wenn es sich allein gelassen und überfordert fühlt? Was würden die Kinder und Jugendlichen sich wünschen? Das sind Fragen, mit denen sich Pauline, Kristina, Melanie, Dominic und Timo auseinandersetzten und sie machen anderen Kindern Mut, trotz der Erkrankungen der Eltern, ihr Leben zu leben. Die Kinder sprechen über ihre Erfahrungen, sind mutig und sagen: „Wir sind hier!“
Am Ande der Vorstellunng besteht die Möglichkeit zum gegenseitigen Meinungs- und Gedankenaustausch. Kinobetreiber Oliver Dittmer hatte auf Anfrage sofort seine Bereitschaft signalisiert, den Film ohne Kosten zu zeigen. Jedoch sind Spenden erwünscht. Es werden zwei Spendentöpfe aufgestellt. Zum einen für „TIPInetz“, zum anderen für das Kinder und Jugend Netzwerk in Neustadt.
Weiterhin möchte „TIPInetz“ gerne Paten für Kinder installieren. „Wir suchen Menschen, die helfen können und wollen, denn Kinder brauchen eine verlässliche Bezugsperson.



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