Petra Remshardt

„Grenzüberschreitende Kooperation mit Teilnahmerekord“

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Eutin/Weissenhäuser Strand. Als einen großartigen Erfolg für die Entwicklung Nordeuropas bezeichnete Reinhard Sager, Landrat des Kreises Ostholstein, die Fehmarnbelt Days 2021. „Die Zahl der Teilnehmer hat unsere Erwartungen übertroffen, insgesamt haben wir mehr als 745 Teilnehmer in allen Sessions gezählt“, sagte Sager, der auch Vorsitzender des deutsch-dänischen Fehmarnbelt-Komitees ist. Der Stellenwert der internationalen Konferenz sei an der Besetzung der einzelnen Veranstaltungen deutlich geworden. Sie reichte von EU-Verkehrskommissarin Adina Valean über Dänemarks Verkehrsminister Benny Engelbrecht und Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther und vier Landesministerinnen und -minister bis zu Vertretern von Wirtschaft, Kammern, Verbänden und Wissenschaft aus Skandinavien, Deutschland und weiteren europäischen Ländern.
„Diese prominente Beteiligung belegt die Bedeutung der Fehmarnbelt-Region für ganz Europa: Sie ist eine Region im Aufbruch in eine neue Zeit. Hier wächst das Beste aus Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen zusammen und gibt Nordeuropa neue Kraft und Impulse“, betonte Claus Christian Claussen, Minister für Justiz, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein. „Wie innovativ wir gemeinsam sind, haben wir mit unserer Konferenz gezeigt: Aufgrund der Corona-Beschränkungen haben wir die fünften Fehmarnbelt Days als Online-Konferenz ausgerichtet und per Livestream in viele Länder übertragen. Sicherlich hat dieses Format auch zum Teilnehmer-Rekord beigetragen.“ Der Minister nahm unter anderen an der Eröffnung der Veranstaltung im Studio im Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand sowie am Workshop zum STRING-Wasserstoffprojekt teil.
Eine positive Bilanz zog auch Dr. Arno Probst, Vorsitzender des Fehmarnbelt Business Council (FBBC): „Der von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz genannte Baubeginn auf deutscher Seite für den Fehmarnbelt-Tunnel gibt den Unternehmen im HanseBelt zusätzlichen Schub. Im Juli geht es endlich los. Auf dieses Signal haben wir gewartet.“ Endlich habe die Wirtschaft auf beiden Seiten der Meerenge eine zeitliche Perspektive und könne verlässlich planen, betonte Probst.
Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer stellte in einer Videobotschaft die Vorteile der festen Fehmarnbelt-Querung heraus: Sie stärke die Attraktivität des Standorts, sie sei klimafreundlich, weil sie das Fahren mit der Bahn zwischen Skandinavien und Mitteleuropa fördere, und sie trage dazu bei, dass die Staaten in Europa näher zusammenrücken. Der Minister rief dazu auf, das Projekt zu einem „Gewinnerprojekt für alle“ zu machen. Das erfordere eine offene und transparente Kommunikation sowie die Bereitschaft zum gegenseitigen respektvollen Dialog, ergänzte Pat Cox, Koordinator der EU-Kommission für die TEN-Trasse Skandinavien-Mittelmeer und ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments. Der Tunnel unter der Meerenge sei ein „Geschenk für die Zukunft“, stellte er heraus.
„Es hat uns außerordentlich gefreut, dass das spannende Programm der Fehmarnbelt Days 2021 so viele internationale Teilnehmer an die Bildschirme locken konnte“, sagte Stig Rømer Winther, Geschäftsführer von Femern Belt Development. „Damit beweist die Konferenz auf ein Neues, dass ein starkes Interesse zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit in der Fehmarnbelt-Region vorhanden ist. Ein bedeutender Wettbewerbsvorteil, den einen feste Fehmarnbelt-Querung in Zukunft physisch untermauern wird.“
Die Fehmarnbelt-Querung sei aber nur ein Aspekt der Konferenz gewesen, betonte IHK-Präses Kühn. Der Wille der Partnerländer, die nachhaltige Entwicklung in der Region voranzutreiben, habe im Vordergrund gestanden, die Fehmarnbelt Days 2021 waren Partner der EU-Green Week. „Grenzüberschreitende Kooperationen bei der Umwelttechnologie, den erneuerbaren Energien und der Wasserstofftechnik bieten der Wirtschaft große Chancen. Auch der Tourismus wird von der sauberen Umwelt und dem attraktiven Standort profitieren“, sagte sie. In diesem Jahr hätten die Fehmarnbelt Days erstmalig weitere Schwerpunkte gesetzt, um alle Gruppen und Generationen zur Gestaltung der eigenen Zukunft zu motivieren. „Wir haben zum Beispiel den Landesjugendring beteiligt und über die Chancen, mehr Frauen in Führung zu bringen und zu vernetzen, diskutiert.“
Auch das HanseBelt-Netzwerk setzte sich dafür ein, alle Menschen in der Region auf dem Weg in die Zukunft mitzunehmen. „Die Wirtschaft geht mit gutem Beispiel voran, indem sie die Chancen des gemeinsamen Marktes nutzt. Wir benötigen allerdings auch ein neues Gründerklima. Das erreichen wir am besten mit einem Mix aus deutschem und skandinavischem Unternehmergeist, aus Innovationsfähigkeit, Know-how und Hygge“, sagte Konsul Bernd Jorkisch, Vorstandsvorsitzender des HanseBelt-Vereins. Auch das vom Land Schleswig-Holstein geförderte Regionalmanagement im HanseBelt arbeitet daran, die Region über Kreisgrenzen hinweg weiterzuentwickeln und ihre Stärken auszubauen - getreu dem Motto der fünften Fehmarnbelt Days: „Our region. Our future. Stronger together!“, ergänzte Jorkisch.
Die Videoaufzeichnungen der einzelnen Veranstaltungen und Sessions sind in Kürze und bis Sonntag, 13. Juni 2021, unter www.fehmarnbeltdays.com abrufbar. In zwei Jahren ist die dänische Region Seeland Gastgeberin der sechsten Fehmarnbelt Days. (red)


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