Petra Remshardt

Jobstarter plus-Projekt bietet regionalen Betrieben kostenlose Beratung

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Ina Rathje und Ralfs Ems beraten kleinere Betriebe kostenlos zur nachhaltigen Fachkräftesicherung.

Ina Rathje und Ralfs Ems beraten kleinere Betriebe kostenlos zur nachhaltigen Fachkräftesicherung.

Eutin. Warum arbeiten Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gern hier? Ist Ihr Betrieb in sozialen Netzwerken aktiv? Wie organisieren Sie Praktika? - Fragen wie diese können der Einstieg sein in eine fachlich fundierte Beratung, die kleinere Betriebe fit macht für die effiziente Suche nach Auszubildenden und/oder neuem Personal. Denn natürlich ist der viel zitierte Nachwuchs- und Fachkräftemangel auch in den Kreisen Ostholstein und Plön längst spürbar. Die Zeiten, in denen Bewerberinnen und Bewerber Schlange standen, sind für die meisten vorbei. Mit dem Angebot „In Zukunft steckt ZUNFT“ (IZSZ) will das Forum für berufliche Bildung und Qualifizierung (FBQ GmbH), eine Gesellschaft der Kreishandwerkerschaft Ostholstein-Plön, gegensteuern und wendet sich deshalb direkt an die Firmen in der Region: „Es bewegt sich etwas: Die Betriebe tun schon wirklich viel und sind auch bereit, noch aktiver zu werden“, erklärt Ina Rathje. Zuständig für den Kreis Ostholstein entwickelt sie gemeinsam mit den Betrieben maßgeschneiderte Konzepte, die helfen können, Auszubildende und Mitarbeiter zu finden und auch im Team zu halten. Das IZSZ-Angebot ist für Firmen und Betriebe kostenlos, die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Europäischen Sozialfonds. „Wir fahren zu den Betrieben und loten vor Ort die Möglichkeiten aus. Unser Ziel sind praktikable Lösungen, die auch in einem Drei-Mann-Betrieb umsetzbar sind“, sagt Ralf Ems, Berater im Kreis Plön. Konkret können das eine Anerkennung für erfolgreich absolvierte Prüfungen sein oder die gute Organisation einer Mitfahrgelegenheit, dort, wo der ÖPNV Lücken hat. „Auch Praktika sind ein wichtiges Thema für Ausbildungsbetriebe“, betont Ina Rathje. Schon vermeintliche Kleinigkeiten wie die Begrüßung am ersten Tag können hier einen Unterschied machen. Und wer schon vor Antritt der Ausbildung zum Betriebsfest einlädt, signalisiert Interesse, lernt die künftigen Auszubildenden besser kennen und stärkt die gegenseitige Bindung: „Eine Betriebsführung für die Eltern hat einen ähnlichen Effekt“, so Ralf Ems. Nach kaufmännischer Ausbildung und BWL-Studium hat er unter anderem als Arbeitsvermittler gearbeitet und kennt die Bedürfnisse beider Seiten. Auch seine Kollegin Ina Rathje hat BWL studiert und bringt zudem als Ausbilderin im Einzelhandel und ehrenamtlich im IHK-Prüfungsausschuss Tätige breit gefächerte Erfahrung mit: „Wir verstehen uns als Sparringspartner der Betriebe, wollen helfen Personal zu finden, zu pflegen und zu binden“, sagen beide. Der Fokus des Angebots liegt auf dem Handwerk, aber auch andere Unternehmen können den Service in Anspruch nehmen. Davon, dass der Blick von außen eine erfolgreiche Entwicklung anstoßen kann, ist das Berater-Team überzeugt: „Häufig geht es darum, die eigenen Stärken besser darzustellen, Aufstiegsmöglichkeiten und Zukunftssicherheit herauszustellen und sich direkt an die Zielgruppe zu wenden. Schon eine Veränderung der Ansprache oder eine unkomplizierte Bewerbung über die Homepage können Wirkung zeigen.“ Seit dem Frühjahr läuft das Projekt, 30 Betriebe haben die Beraterin und der Berater bislang besucht: „Nutzen Sie dieses Angebot!“, rät Cordula Peters, bei der FBQ GmbH verantwortlich für Projektorganisation und -entwicklung. Die IZSZ-Förderung hat eine Laufzeit von drei Jahren und endet am 31. Dezember 2021. Ausreichend also, um die Weichen in Richtung Zukunft zu stellen. (aj)


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