Marlies Henke

„Lasst uns Tempo aufnehmen“ – Gemeinde Grömitz lud zum Neujahrsempfang

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Grömitz. Ein volles Haus und ein ebensolches Programm: Zahlreiche Bürger waren am vergangenen Sonntagmorgen anlässlich des Neujahrsempfangs in die Strandhalle gekommen. Neben Sekt und zünftigen Klängen vom Feuerwehrmusikzug der Gemeindewehr Grömitz warfen Bürgervorsteher Heinz Bäker, Bürgermeister Mark Burmeister und die beiden Betriebsleiter des Tourismus-Service Grömitz (TSG) Janina Kononov (Marketing) und Lars Widder (Verwaltung und Finanzen) einen Blick auf das alte und das neue Jahr. „Viele Maßnahmen wurden in den letzten Jahren durchgeführt“, so Burmeister, „und auch 2019 warten viele Aufgaben auf uns.“
 
So würden in 2019 insbesondere im Bereich der Schulen und Kindergärten, der Betreuung von Unter-3-Jährigen und im Bereich Soziales viele freiwillige Haushaltsleistungen fließen. Außerdem wolle man Ideen und Konzepte für die Zukunft entwickeln.
 
Weiteres großes Thema ist der Glasfaserbreitbandausbau in der Gemeinde. Gerade in den ländlichen Bereichen seien die Übertragungsraten katastrophal, so der Bürgermeister. Die notwendige Quote von 60 Prozent der nötigen Anschlüsse ist in Grömitz noch nicht erreicht. „Der schnelle Internetzug darf nicht an uns vorbeirauschen. Wir müssen diese einmalige Chance für die Zukunftssicherheit nutzen.“
 
Vielen Grömitzern würde die Situation von Ferienwohnungen und Zweitwohnungen sowie die mögliche bauliche Ausnutzung von Gebäuden im Ort unter den Nägeln brennen, fuhr Burmeister fort. Nun soll die Bauleitplanung angepasst werden. Ziel ist es, vor allem im Unterdorf die vorhandenen Strukturen zu sichern. Der Anteil von Zweitwohnungen und Ferienwohnungen soll zudem zugunsten von dauerhaftem Hauptwohnraum eingeschränkt werden. Burmeister berichtete, dass hierfür derzeit 10 B-Plan-Änderungen eingeleitet sind. Ebenso solle einer Verödung des Ortszentrums entgegengewirkt werden und der entsprechende B-Plan geändert werden, sodass vor allem die Erdgeschosse mit Läden und Gaststätten und nicht mit Zweit- oder Ferienwohnungen besetzt werden. „Das ist eine wegweisende Entscheidung für die Gemeinde, für die wir einen ganz langen Atem brauchen“, konstatierte der Bürgermeister.
 
Janina Kononov informierte über die neue „Marke Grömitz“. Man wolle Grömitz als qualitativ hochwertige Ganzjahresdestination weiterentwickeln, auch jüngeres Publikum ansprechen und die Stärken besser betonen. Dafür solle an der internen Kommunikation gearbeitet sowie Angebot und Infrastruktur zielgruppenspezifisch weiterentwickelt werden. „Die Marke Grömitz soll bekannt werden als „Lieblingsplatz an der Ostsee“, an dem unsere Gäste eine unbeschwerte und schöne Zeit verbringen“, so Kononov. Der Markenkern diene als Rahmen und Motivation zum Anpacken. Fester Bestandteil sei er bereits im Zusammenhang mit dem „Dünenpark“, der Thema der nächsten Klausurtagung sein werde, sowie für den Bereich Lensterstrand. Zudem hätten sich Ideen für neue Veranstaltungen, für die digitale Zukunft und der Kooperation mit Gastgebern ergeben. „Wir haben mit dem Markenkern ein wunderbares Instrument geschaffen, das sich auf alle Bereiche anwenden lässt“, so Kononov. Am 22. Februar um 17.30 Uhr wird die „Marke Grömitz“ der Öffentlichkeit in der Strandhalle präsentiert.
 
Lars Widder berichtete über die baulichen Prozesse im touristischen Bereich. „Viele Dinge hatten eine lange Vorlaufzeit und sind jetzt in der Umsetzungsphase“, sagte Widder und nannte die Stegerneuerungen am Yachthafen, die Entstehung eines neuen Gebäudes für die DGzRS und für Sanitäranlagen sowie die Sanierung der Seebrücke. Die Erneuerung des Holzbelages hierfür sei abgeschlossen, die Betonsanierung werde im Frühjahr weitergehen. Zudem sollen weitere Bereiche zum Chillen und Spielen geschaffen werden. „Dazu wurde eine finanziell tragbare Lösung gefunden, die eine hohe Attraktivitätssteigerung hat.“ Auch hier hoffe man auf Zustimmung der Politik auf der Klausurtagung Ende Januar. Eine weitere Maßnahme sei der Umbau des Strandhauses, in dem die Kinder- und Jugendbetreuung des TSG untergebracht ist. Hier entsteht bis Ostern ein Jugend- und Veranstaltungsraum. Laut Widder ein gutes Beispiel für eine Maßnahme, von der nicht nur die Gäste, sondern auch Einheimische profitieren würden.
 
Den Abschluss der Ansprachen machte Bürgervorsteher Heinz Bäker mit der Forderung nach einem „Mutausbruch“. Hotelneubau im Yachthafen, Dünenpark, Seebrücke, Ortsgestaltung, das alles seien Projekte, die sicherlich eine gewisse Reife bräuchten. Die Umsetzung würde aber zu lange dauern. „Meine Bitte: Lasst uns Tempo aufnehmen, bevor uns noch mehr Ostseebäder überholen oder auch überfahren“, mahnte der Bürgervorsteher. Eine dörfliche Besinnlichkeit würde dem Ort nicht gut tun, die romantisch verklärte Erinnerung an das Grömitz von vor 30 Jahren würde den Ansprüchen der Gäste nicht gerecht werden.
 
Besonderen Dank sprach Mark Burmeister zum Abschluss den zahlreichen Ehrenamtlern aus, insbesondere der Tafel, DGzRS, DLRG und der Freiwilligen Feuerwehr. Derzeit sind 165 Kameraden in sechs Ortswehren aktiv. „Ohne den Dienst an der Allgemeinheit wären wir alle ein großes Stück ärmer im Zusammenhalt in unserer Gemeinde.“
Leider hätten die vielen Versuche, für den aktiven Feuerwehrdienst zu werben, eine erschütternde Resonanz. Die von der Gemeindevertretung in der Dezembersitzung beschlossene Pflichtfeuerwehr sei somit das letzte Mittel gewesen, die Zahl der aktiven Kräfte zu erhöhen.
Stellvertretend für alle 165 aktiven Feuerwehrleute aus den sechs Ortswehren der Gemeinde wurden anschließend alle anwesenden Kameraden nach vorne gebeten. Mit viel Lob, großer Anerkennung und einem anhaltenden Applaus für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte klang der Neujahrsempfang aus. (he)
 
Sportlerehrungen: Für ihre herausragenden Leistungen auf Landes- und Bundesebene wurden Sportler vom TSV Grömitz, Karate Dojo Nippon und vom Golfclub Grömitz geehrt: Thilo Braasch, Nico Bendfeldt, Yannic Biallas, Clara Fenja Burmeister, Vivien Knoppik, Angelika Kojellis, David Kojellis, Johanna Kojellis, Marvin Kühl, Selin Öker, Jens Petersen, Finja Plath, Henrik Faasel, Stefan Reinke, Andreas Kern, Smilla Köhn, Anastasija Karaman, Tim Kozian, Jonas Kozian, Florian Campana.



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