Petra Remshardt
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Lebenshilfe-Werk baut Wohnhaus am Rosengarten

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Neustadt. Im Auftrag des Hamburger Lebenshilfe-Werks wird das Neustädter Bauunternehmen Gollan ein Wohnhaus für 21 Menschen mit geistigen Behinderungen am Rosengarten im Zentrum von Neustadt in Holstein errichten. Kürzlich wurden die Pläne auf einem Treffen im Haus der evangelischen Kirchengemeinde den Nachbarn vorgestellt. Der Baubeginn wird für August 2018 angestrebt, die Fertigstellung für Ende 2019.
Die Menschen, die im Wohnhaus am Rosengarten einziehen werden, leben bisher im Karl-Schütze-Heim des Hamburger Lebenshilfe-Werks in Merkendorf. Heimleiterin Michaela Kersting sieht das Projekt als großen Schritt nach vorne für die Wohn- und Lebensqualität: „Zurzeit haben wir in Merkendorf noch viele Doppelzimmer - aber natürlich wünscht sich fast jeder Mensch ein Zimmer für sich. Im neuen Haus im Rosengarten hat künftig jeder sein eigenes Zimmer mit Bad, und weil in Merkendorf dann 21 Menschen weniger wohnen, können auch dort fast alle ein Einzelzimmer bekommen.“
Ebenso wichtig ist ihr der Gedanke der Inklusion. „Das Heim in Merkendorf ist ruhig und abgelegen - das ist für manche Menschen goldrichtig, aber viele wollen gerne mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen: Über den Markt bummeln, ins Café oder ins Kino gehen, ein Konzert anhören oder in einem Verein mitmachen. Uns ist wichtig, dass Menschen mit Behinderungen Wahlmöglichkeiten haben, wo sie wohnen möchten, und dass sie in vielen Lebensbereichen mit dabei sein können. Ich glaube, die Chancen dafür sind hier gut. Die Stadtverwaltung unterstützt unser Projekt, und die unmittelbaren Nachbarn haben uns freundlich und interessiert aufgenommen.“
Für die Planer der Firma Gollan war das Projekt, bei dem neben dem Wohnhaus der Lebenshilfe noch ein Mietshaus mit sechs Wohneinheiten entsteht, eine besondere Herausforderung. Rund um das Grundstück, auf dem früher eine Metallbaufirma ansässig war, stehen noch viele ältere Häuser, und die Neubauten werden sich mit ihren Formen, Farben und Materialien gut in die Altstadtbebauung einfügen. „Außerdem hat es Spaß gemacht, zusammen mit dem Lebenshilfe-Werk ein Gebäude zu entwickeln, das optimal auf die künftige Nutzung zugeschnitten ist“, sagt Gollan-Geschäftsführer Volker Schmidt. „Barrierefrei, in großen Teilen rollstuhlgerecht, untergliedert in fünf Wohnungen unterschiedlicher Größe, mit kurzen Wegen für das Betreuungspersonal.“
Michaela Kersting hebt noch ein anderes Highlight des Gebäudes hervor. „Im Erdgeschoss auf der Straßenseite ist der Treffpunkt geplant: ein großer Raum mit Küchenzeile und Nebenräumen, der sich für Begegnungen und kleine Veranstaltungen eignet. Hier ist Platz für Feste, Spiele-Abende, Kaffeekränzchen oder gemeinsames Fußball-Gucken. Die Nachbarn am Rosengarten sind herzlich eingeladen, diesen Raum für eigene Familienfeiern zu nutzen oder zu gemeinsamen Veranstaltungen mit den Menschen aus dem Wohnhaus zu Besuch zu kommen.“
Dieses Konzept hat nicht nur den Kreis Ostholstein überzeugt, der für die Bewilligung und Finanzierung von Betreuungsleistungen für Menschen mit Behinderung zuständig ist, sondern auch die Fernsehlotterie „Aktion Mensch“: Sie wird das Bauvorhaben mit einem stattlichen Betrag unterstützen. (red)



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