Petra Remshardt
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Schätze und Geschichten - Ausstellung der Neustädter Schützengilde wird am Mittwoch eröffnet

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1. Ältermann Dr. Ralf Stolley, Eckert Groth und Uwe Muchow (v. lks.) freuen sich, Besonderheiten der Schützengilde der Öffentlichkeit zu präsentieren.

1. Ältermann Dr. Ralf Stolley, Eckert Groth und Uwe Muchow (v. lks.) freuen sich, Besonderheiten der Schützengilde der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Neustadt. Das Stichwort heißt Tradition und dessen Wahrung. In den vergangenen acht Jahrhunderten der Neustädter Stadtgeschichte haben sich immer wieder Bürger dieser Stadt für das Gemeinwohl und zur gegenseitigen Unterstützung engagiert. Diese Personen waren zum großen Anteil auch immer Mitglieder einer Neustädter Gilde. Dieses Bürgerengagement wird in einer Ausstellung gezeigt, die vom 28. September bis 19. November im zeiTTor-Museum präsentiert wird.
 
Dabei rücken eine Reihe von wahren Schätzen, über die die Schützengilde verfügt, in den Fokus. Ebenso werden in der Ausstellung Personen und ihre Werke vorgestellt. Seit über einem Jahr sind die Schützenbrüder Eckert Groth und Uwe Muchow intensiv mit der Vorbereitung beschäftigt. Viele Besitztümer aus dem Bestand der Schützengilde sind dabei noch nie an das Licht der Öffentlichkeit gelangt. Alte Abrechnungen des Vogelschießens, eine Hospital-Urkunde von 1344 mit erstmaliger Erwähnung einer Gildeheuer, zwei Laden, eine aus dem Jahr 1702, für die ein Sponsor zur Restaurierung gesucht wird, und aus dem Jahr 1733, Teile des Silberschatzes, der älteste Silberbecher der Stadt aus dem Jahre 1496, Originalschriften des damaligen 1. Stadtschreibers Johann Offe aus dem 14./15. Jahrhundert oder die Holzvögel des Vogelschießens sind nur einige Besonderheiten, die in der Ausstellung zu bestaunen sind.
 
Über das Gildewesen gibt es umfangreiche Literatur, aus der die Vielfalt ersichtlich wird, in der sich unter der Bezeichnung „Gilde“ im Laufe von Jahrhunderten menschliches Zusammenleben vollzogen hat. Wie bei einem Stammbaum hat sich das Gildewesen aus einer gemeinsamen Wurzel entwickelt und zeigt sich bis heute hin in seinen verschiedenen Ästen und Zweigen.
 
Das Wort „gild“ bedeutet ursprünglich so viel wie Vergeltung, Buße, Opfer, dann aber auch Trinkgelage. Offenbar kommt hierin die Tatsache zum Ausdruck, dass die Gilde die erste soziale Einrichtung war, welche den Grundsatz der „speziellen Entgeltlichkeit“ anwendete, die noch heute Grundlage jeden kommunalen Lebens ist.
 
Eine Gilde ist vom Ursprung her ein freiwilliger Zusammenschluss von Personen zum Schutze und zur gegenseitigen Hilfeleistung bei eintretendem Unheil wie beispielsweise Krankheit, Tod, Unwetter oder Feuersnot sowie ebenfalls zur Pflege des geselligen Beisammenseins. Seit vielen Jahrhunderten gibt es Gilden auch in Neustadt in Holstein, jeweils mit unterschiedlichen Aufgaben. Die Gilden waren und sind Gemeinschaften zum Schutz der Allgemeinheit und des Gemeinwesens.
 
Zum festen Bestandteil der Bruderschaften gehörte stets auch das Abhalten von Festlichkeiten, dem sogenannten Gelage, meist verbunden mit der Rechnungslegung für das Jahr. Mit der Reformation endete das betont kirchliche Wirken der Bruderschaften – der sogenannten Kalande. Man wendete sich mehr weltlichen Aufgaben zu, die man nun in Brand-, Toten- und Schützengilden verstärkt ausübte, ohne dass dabei die Geselligkeit der alten Gelage (Trinken und Essen bei Zusammenkünften) zu kurz kam. Die Bezeichnung „Schützengilde“ entspringt dabei dem Wortstamm „Schutz“ und nicht dem Stamm „Schießen“, wie vielfach vermutet wird.
 
Dieser jahrhundertealten Tradition fühlt sich auch die Neustädter Schützengilde bis heute verpflichtet - sie lebt diese Tradition. Zum einen werden die Gildebrüder durch spezielle Vorträge an diese geschichtliche Tradition erinnert, zum anderen wird die gemeinsame Jahresfeier in besonderer, traditioneller Form durchgeführt, was für jeden Neustädter beim jährlich stattfinden Vogelschießen sichtbar wird. Dazu gehört unter anderem auch die Pflege der plattdeutschen Sprache.
 
Auch der ursprüngliche Gedanke gegenseitiger Unterstützung wird in der Gilde stets gefördert. Mehr als 95 Prozent der Gildebrüder engagieren sich in anderen Vereinen und Verbänden ehrenamtlich in der Stadt oder haben sich engagiert. Die Neustädter Schützengilde oder auch kurz „die Gilde“ ist somit ein bedeutendes und wichtiges Netzwerk zur Förderung des Ehrenamtes in Neustadt in Holstein. (red/mg)



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