Marco Gruemmer

Toyota-Triumph für die Geschichtsbücher - Finale Platzierung: Dirk von Zitzewitz „Dakar“-Neunter

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Lima/Peru. Historischer Triumph für Toyota – auch dank Giniel de Villiers und des Karlshofers Dirk von Zitzewitz. Das südafrikanisch-norddeutsche Duo feierte als Neuntes der Gesamtwertung mit ihren Teamkollegen Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QA/FR) den ersten Sieg der japanischen Marke bei der Rallye Dakar, den sie mit unterstützten. Ein Erfolg, der eine Ära beendete, die „GdV“ und „DvZ“ auf den Tage genau vor zehn Jahren mit ihrem „Dakar“-Sieg eingeläutet hatten – den Siegeszug der Diesel-Technologie in der Automobilwertung. Seit die Rallye Dakar auf dem südamerikanischen Kontinent ausgetragen wird, hatten Selbstzünder stets den prestigeträchtigen Erfolg gefeiert. Bei der 41. Auflage des Wüstenklassikers siegte Toyota mit dem Hilux mit V8-Power – bei einer enorm fordernden, harten und erbarmungslosen „Dakar“, die von und nach Lima ausschließlich durch Peru führte.
 
Das bestimmende Element war weicher Sand. In turmhohen Dünen, mit enorm kniffliger Routenführung. Offroad-Passagen durch ausgetrocknete Flussbetten, Geröll und Steine inklusive, gehörten ebenso zur täglichen Herausforderung. Eine, die Giniel de Villiers und sein Beifahrer Dirk von Zitzewitz fahrerisch und navigatorisch mit Bravour absolvierten, die Rallye zwischenzeitlich anführten und mit Top-Zeiten glänzten – allerdings ohne das nötige Quäntchen Glück, das es für einen „Dakar“-Sieg braucht.
 
„Der Veranstalter hat es geschafft, ein „Dakar“-würdiges Layout zu finden, obwohl sie in diesem Jahr erstmals nur in einem Land ausgetraten wurde. Sie war hart, sie war anspruchsvoll, sie war lang, sie war eine Herausforderung für Fahrer, Beifahrer und Material. Logistisch war sie einfacher zu bewältigen als jede andere „Dakar“ zuvor, das Abenteuer war etwas kleiner. Es gab sehr viel Sand, viele Dünen und sehr viel Fesh-Fesh. Aber eben auch nichts anderes. Deswegen nicht die schönste „Dakar“, die ich bisher bestritten hatte. Sie ist toll für uns gestartet, wir haben das Rennen angeführt, bis uns am dritten Tag das Quäntchen Glück gefehlt hat. Danach waren die Sieg-Chancen weg und wir waren das „Chasecar“ unserer Teamkollegen. Dabei haben wir viel Zeit investiert. Ich bin froh, ein Teil des Teams zu sein und dass wir ein Stück zum herausragenden Sieg von Nasser und Matthieu beitragen konnten. Toyota hat die „Dakar“ gewonnen! Das war ein langer Weg, seit 2011 gehöre ich dem Team an. Und wir haben uns als Mannschaft immer weiter diesem Erfolg angenähert. Alles in allem eine „Dakar“ mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, bilanzierte Dirk von Zitzewitz nach der Rallye Dakar 2019.
 
Das Herz hüpft, das Herz bricht: Führung und Rückschlag in der ersten „Dakar“-Woche
 
Tag zwei der Rallye Dakar 2019. Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz führen den Wüstenklassiker an. Einer taktisch cleveren Fahrt am ersten folgt der perfekte zweite Tag. Es ist der erste Führungstag des südafrikanisch-norddeutschen Duos seit ihrem „Dakar“-Sieg 2009. „Wenn wir so weitermachen, könnte das was werden“, sagt Dirk von Zitzewitz. Zwar bauen „GdV“ und „DvZ“ am dritten Tag ihren Vorsprung sukzessive aus – doch an einem Stein zerbricht der Traum vom zweiten Sieg beim Wüstenklassiker schlechthin. Bei zwei aufeinanderfolgenden Sprüngen in einer Offroad-Sektion heben de Villiers/von Zitzewitz hab, und treffen – quasi blind – beim Landen im Staub eines Quads einen Stein so unglücklich, dass der Unterboden die Motoraufhängung zerstört, der Motor in seiner Position verrutscht und eine Ölleitung und einen Ölfilter zerquetschen. Wenige Kilometer später brechen die unter Stress stehen Teile – Motoröl weicht. Das Aus. De Villiers/von Zitzewitz kämpfen, bleiben im Rennen.
 
Nach der „Dakar“ ist vor der „Dakar“ – Projekt 2020 beginnt
 
Mit Abschluss der Rallye Dakar 2019 beginnt für Dirk von Zitzewitz unmittelbar das Projekt 2020. Der Profi-Beifahrer und „Dakar“-Sieger von 2009 beginnt dann mit dem Aufbau von Side-by-side-Fahrzeugen nach FIA-Reglement für sein eigenes Team. Als Teamchef und Fahrer in Personalunion plant der Red-Bull-Athlet 2019 im FIA-Weltcup für Marathon-Rallyes/Bajas anzutreten – in Vorbereitung auf die Rallye Dakar 2020 im Side-by-side. (red)
 
Rallye Dakar 2019 - Gesamtwertung
1. Nasser Al-Atiiyah/Matthieu Baumel (QA/FR), Toyota, 34:38.14 Std.
2. Joan „Nani“ Roma/Alex Haro Bravo (ES/ES), Mini, 35:24.56 Std.
3. Sébastien Loeb/Daniel Elena (FR/MC), Peugeot, 36:32.32 Std.
4. Jakub Przygonski/Tom Colsoul (PL/BE), Mini, 37:06.45 Std.
5. Cyril Despres/Jean-Paul Cottret (FR/FR), Mini, 37:26.57 Std.
9. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (ZA/DE), Toyota, 42:59.16 Std.



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