Ireen Nussbaum

Zeitzeuge Schalenstein -Das Symbol des Wohngebietes „Lübscher Mühlenberg“ erzählt seine Geschichte

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In Schleswig-Holstein sind etwa 250 dieser besonderen Schalensteine registriert.

In Schleswig-Holstein sind etwa 250 dieser besonderen Schalensteine registriert.

Neustadt. Wie ein Schalenstein über Tausende von Jahren immer wieder die Aufmerksamkeit der Menschen erlangte, berichtete Uwe Muchow in seinen Ausführungen bei der offiziellen Übergabe des Wohngebietes „Lübscher Mühlenberg“ an die Stadt (der reporter berichtete).
 
Vor etwa 15.000 Jahre mit der letzten Eiszeit von Skandinavien nach Norddeutschland blieb im Bereich des Lübschen Mühlenberges dieser Schalenstein liegen, bis er vor gut viereinhalb Jahren bei Erdarbeiten in diesem Baugebiet ausgegraben wurde. Dass er einst zum Symbol des hier entstandenen Neubaugebietes werden würde, ahnte bis dahin niemand.
 
Vor drei Jahren reiste Professor Asano Hiroyuki von der Gakugei Universität in Tokio an, um an der Europäischen Skulpturen-Triennale teilzunehmen. „Es ist üblich, dass wir die Künstler zu Beginn jeder Skulpturen-Triennale unsere Stadt und die Badeorte Pelzerhaken und Rettin vorstellen, damit sie sich einen Eindruck von dem Ort machen können, wo ihre Kunstwerke stehen werden“, erklärte Uwe Muchow. Er stand genau an dieser Stelle und war von dem Ausblick auf die Landschaft beeindruckt. Deshalb wollte der japanische Künstler für diesen Ort eine Skulptur erschaffen. „Zurück an seinem Arbeitsplatz am Hafen, suchte er sich aus über 30 Findlingen diesen Stein aus, ohne zu wissen, dass genau dieser aus diesem Baugebiet stammt.
 
Der Kunstprofessor begann Schalen in den Stein zu hauen, zwei so tief, dass sie in der Mitte des Steines zusammentreffen. Nachdem er die erste Seite des Steines fertig hatte, drehte er den Stein zur weiteren Bearbeitung um und wir entdeckten kleine Schälchen in dem Stein, die heute alle noch vorhanden sind“, so der Mitorganisator des Bildhauersymposiums. Der Archäologe und Leiter des zeiTTor-Museums Dr. Frank Wilschewski bestätigte auf Anfrage und nach Begutachtung, dass es sich um einen Schalenstein handelt.
 
Wissenschaftlich belegt ist die Tatsache, dass die Schälchen vor etwa vier- bis sechstausend Jahren von Menschenhand in die Steine getrieben wurden. Die Wissenschaft weiß jedoch bis heute nicht genau, warum die Menschen seinerzeit die Steine so behauen haben. „Man vermutet, dass die Steine unter anderen einem heiligen Zweck dienten. Weiter kann man davon ausgehen, dass der Stein über Jahrzehnte hinweg eine Funktion für die Menschen gehabt hat“, führte Uwe Muchow fort und ergänzte: „Dass viele tausend Jahre später ein Künstler von der anderen Seite der Erde gekommen ist und den Stein in ähnlicher Form zu einem wahren Kunstwerk bearbeitet hat, ist eine Besonderheit“. Das Kunstwerk mit Namen „The Moon“ ist in der Nord-Süd-Achse ausgerichtet. Die ersten Strahlen der morgendlichen Sonne scheinen während der Tag-und-Nachtgleiche im März und September durch die Öffnung in der Mitte des Steines. Sieht man am Abend durch die Öffnung, können die letzten Sonnenstrahlen des Tages beobachtet werden.
 
„Darüber hinaus haben wir gesehen, dass viele Kinder diesem Stein ihre Aufmerksamkeit schenken und es sie erfreut, durch die Öffnung zu schauen. Auch das ist bestimmt im Sinne aller Menschen, die diesen Stein bearbeitet haben. Zudem wurden bei den Ausgarbungsarbeiten vor Baubeginn auf dem Lübschen Mühlenberg festgestellt, dass dieser bereits vor rund 1.600 bis 2.000 bewohnt war. So hat der Lübsche Mühlenberg schon immer Menschen als Wohnstätte angezogen“, zeigte sich Uwe Muchow erfreut. (um/inu)


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