Marco Gruemmer

Zurück aus der Zukunft - Reisebericht - Teil eins + Fortsetzung: der reporter bringt Ideen aus dem Silicon Valley mit

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Neustadt. Jetzt haben die Eindrücke aus dem Silicon Valley schon zwei Wochen gewirkt. Die Innovationen und der Ideenreichtum, für den dieser Ort steht, wirken glücklicherweise lange nach. Mit weiteren Neustädtern war auch der reporter auf der siebentägigen Reise vertreten. Auf Initiative von Petra Muchow von der „Leaders Academy“ GEDANKENtanken machten sich auch die Neustädter Uwe und Sven Muchow sowie Johannes Strobel mit auf den Weg in die „Welt von Morgen“.
 
Veranstalter der „Inspirationsreise“ war die Beratungsfirma Tempus, dessen Personal-Guru und Geschäftsführer Prof. Dr. Jörg Knoblauch die sieben Tage in der „bay area“ mit einem spannenden Themenmix vorbereitet hatte. Auf der Agenda standen unter anderem AirBnB, Zoom oder Vorträge führender Berkeley- und Stanford-Professoren.
 
Das Silicon Valley ist nicht nur dafür bekannt, dass dort der digitale Wirtschaftswandel seinen Ausgangspunkt genommen hat, es sind auch die Unternehmerstrategien (DocuSign) und die Personalpolitik (Onlinehändler-Zappos), die diese führenden Unternehmen prägen.
 
Die Delegation des reporters war mit einer großen Portion Neugier ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gereist: „Wir wollten Arbeitsweisen und kreative Prozesse besser verstehen“, so Sven Muchow, den unter anderem die rasante Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge im Vergleich zu europäischen Herstellern beeindruckte. Aber auch Unternehmen wie die StartUp Plattform „Plug and Play“ sind den Mitreisenden im Gedächtnis geblieben. Hier kommen Start-up Firmen und Investoren unter anderem in Speed-Dating-Manier zusammen.
 
Kennengelernt haben die Neustädter einen enormen Reichtum an Ideen, beispielsweise mit dem Umgang mit Fehltritten (Google) sowie der Unternehmensführung (LinkedIn). So küren manche Unternehmen den Fehler des Monats, um ihre Mitarbeiter zu motivieren, kreativ zu werden, statt im alltäglichen Trott zu verharren. Das Silicon Valley ist getrimmt auf Wachstum und Entwicklung und sogar Unternehmensgiganten wie Amazon oder Google sagen über sich selbst: „Wir stehen erst am Anfang“.
 
„Man kann so vieles aus dem Silicon Valley mitbringen, aber man muss auch keine Angst vor den Giganten aus den USA haben und sich zum Beispiel als „kleiner“ Verlag aus Neustadt auch nicht verstecken“, bekräftigte der reporter-Geschäftsführer. Im Silicon Valley werde immer als Erstes gefragt: „Was hat der Mensch von dieser Entwicklung, dieser Idee, diesem Fortschritt?“ Eine wesentliche Frage, die auch beim reporter bei jeder Neuerung kritisch geprüft werde. Immer wieder wurde deutlich, dass die Engpass konzentrierte Strategie (EKS) Grundlage für kreative Prozesse ist und auch der reporter wurde 1983 so gegründet „Wir vom reporter fragen uns tagtäglich, wie wir für unsere Leser und Kunden, also die Menschen hier in Ostholstein, alle wichtigen Informationen schnell und einfach zugänglich und wie wir unsere Arbeit noch besser machen können.“
 
„Wir haben hier in Deutschland kein schlechtes Klima für Startups. Mit etwas Ruhe und Raum können wir hier doch anders agieren als das mit Geld zu Höchstleistung getrimmte Tal. So ehrfürchtig man auch von dem stetig wachsenden, sich neu erfindenden und pulsierenden Silicon Valley sein mag, angefangen hat alles in einer Garage, genau wie der reporter“.
 
Die Zukunft im Blick
 
Ein Thema ist dabei zum Beispiel die Einführung der reporter App voranzubringen. Das ist gleichermaßen einfach und schwer. Denn nur „noch eine weitere App“ benötigt keiner, wissen auch Uwe und Sven Muchow. Die Herausforderung wird sein, mit der App ein Grundbedürfnis zu erfüllen, das unterhalb der großen Marktteilnehmer eine wichtige regionale Funktion leistet. Erwähnenswert ist beispielsweise die App des Kinder und Jugend Netzwerkes, die mit vielen interessanten Informationen und Funktionen für ihre Zielgruppe punktet.
 
Man dürfe nicht aus den Augen verlieren, dass sich das Informationsbedürfnis der Menschen grundlegend verändert und erweitert habe. Bedarfsorientierte Werbung, digitale Schnittstellen, Big Data oder das Internet der Dinge funktionieren bereits heute. In Zukunft wird künstliche Intelligenz in Zusammenhang mit Big-Data und den damit verbundenen Dienstleistungen unser Leben grundlegend verändern.
 
Vieles von dem was wir heute noch selber machen, fällt komplett oder in großen Teilen weg, denken wir an Dienstleister wie Übersetzer, Fuhrbetriebe oder Servicekräfte in Restaurants. So komme das Startup-Unternehmen „Eatsa“ aus San Francisco komplett ohne Kellner aus. Ob der Gast das auch gut und wünschenswert findet, sei dann natürlich die nächste Frage.
 
„Auch der gemeinsame Umgang mit Ideen war beeindruckend“, befanden die Reiseteilnehmer rückblickend. Wenn jemand mit einer Idee nicht weiterkommt, findet er dort leicht Unterstützung. Diese Kooperation wird dort immer als Investition angesehen. Man weiß ja nie wann so ein ‚Gefallen‘ wieder zu einem zurückkommt.
 
Es stellt sich immer die Frage, wie unsere Region in 10 oder 20 Jahren aussehen wird. „Um den daraus resultierenden Fragen auf den Grund zu gehen, haben wir beschlossen, einen nachhaltigen Kreativitätsprozess in unserem Unternehmen zu integrieren“, resümierten Uwe und Sven Muchow. Insbesondere die Arbeitsweise des DesignThinking (DT), die bereits in der kommunalen Arbeit Neustadts eingesetzt wird und die dem EKS in der Zielführung nicht unähnlich sei, sei dabei von großem Interesse.
 
„Wir haben unsere Produkte immer weiterentwickelt und so soll es auch in Zukunft sein. Wir wollen unser Team, unsere Leser und natürlich unsere Kunden mitnehmen in eine Zukunft, die uns so viel Neues bringen wird“ so die Geschäftsführer und sie ergänzten: „Das Anzeigenblatt, der reporter, gehört übrigens definitiv dazu. Es gibt auch für das Kernprodukt tolle Ideen und unsere Leser schätzen den reporter in vielfältiger Weise ebenso wie unsere Kunden.“
 
Sicher gehöre zu der großen Beliebtheit auch, dass das Anzeigenblatt lückenlos in alle Haushalte verteilt werde, während der hohe Wettbewerb innerhalb der Onlineangebote häufig zu einem sehr starken Konkurrenzkampf um die Leseraufmerksamkeit innerhalb der Angebote führe. Wir glauben daher nicht, dass ein hochwertig hergestelltes und kostenlos verfügbares Printmedium zwangsläufig ein Auslaufmodell sein muss. Wichtig ist es vielmehr, es weiterzuentwickeln und ihm neue Lösungen zur Seite zu stellen, die dann diese Werbeform sinnvoll ergänzen.



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