Reporter Eutin

Alten Büchern „auf den Zahn gefühlt“

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Petra Grosche und Tochter Neele präsentieren aus ihrer „Familienschatzkiste“ alte Märchenbücher.

Petra Grosche und Tochter Neele präsentieren aus ihrer „Familienschatzkiste“ alte Märchenbücher.

Plön (los). Bücher können wahre Schätze sein. Dies zeigte die Büchersprechstunde im Plöner Museum des Kreises im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Lutherbibeln – Kostbarkeiten aus dem Kirchenkreis Plön-Bad Segeberg“. Insgesamt 13 Teilnehmer brachten zum Teil kistenweise alte Werke, Unterhaltungs- und Erbauungsliteratur sowie Gesangs-, Koch- und frühe Lehrbücher. Die Auswahl reichte von mächtigen Familienbibeln über „Dickens Weihnachtserzählungen“ bis hin zu „Helenes Kinderchen“, gewidmet „den Eltern, die die artigsten Kinderchen haben“. Dr. Frank Baudach, Leiter der Eutiner Landesbibliothek, hatte alle Hände voll zu tun, den Büchern verborgene Informationen zu entlocken und seine Einschätzung abzugeben. Die Plönerin Petra Grosche und Tochter Neele nutzten die Gelegenheit, Exemplare aus Urgroßmutters Zeiten auf den Prüfstand zu stellen. Darunter die (weniger bekannte) „Eisjungfrau“ des dänischen Schriftstellers Hans-Christian Andersen, „Andersens ausgewählte Märchen“ aus der Zeit um 1900 sowie „Andersen Märchen“ mit einem persönlichen Eintrag von 1903. Vielleicht weniger erbaulich, aber aus heutiger Betrachtung in mancher Beziehung aufschlussreich: „Das Vaterland Lesebuch für die deutschen Nordmarken“ von Heinrich Lund und Wilhelm Suhr für Mittelschulen. Manche Bücher sind weit herum gekommen. Eine Familienbibel von Wilhelm Reimers aus Plön hat die halbe Welt gesehen, denn sie wurde etwa um 1874 oder etwas später in New York herausgegeben, stellt Frank Baudach fest. Familienbibeln dieser Epoche bieten mehr als Gottes Wort: Stammbuch und leere Seiten für Familienfotos sind ebenfalls enthalten. Goldschnitt und eine starke Prägung des mächtig wirkenden ledernen Einbands, die damalige Dampfpressen erzeugten, sind kennzeichnend für den Geschmack jener Zeit, in der „Die heilige Schrift“ gedruckt wurde. Insbesondere für die deutschen Auswanderer wurden solche Familienbibeln hergestellt, erzählt Baudach mit Blick auf die deutsche Kultur, die sich im Zuge der Einreisewelle damals in Amerika entwickelt hatte. Auch Reimers Familie war teilweise über den „großen Teich“ gespült worden: „Die Geschwister meiner Mutter sind alle in die USA gegangen“, erzählt er. Für seine Großeltern damals ein guter Grund, ihre Kinder in der „Neuen Welt“ zu besuchen – in der damaligen Zeit ein aufwendiges Unterfangen, um die schmerzliche Trennung zu überbrücken. „Auf der Rückreise haben sie dann diese Bibel mitgenommen“, weiß Reimers. „Die heilige Schrift“ als ein persönliches Stück Erinnerung, Nähe und Trost. Info: Die Eutiner Landesbibliothek bietet eine regelmäßige Büchersprechstunde jeden ersten Freitag im Monat von 16 bis 18 Uhr an, bei der alte Bücher begutachtet, bewertet und Restaurierungsfragen beantwortet werden.



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