Reporter Eutin

Das persönliche Erleben spricht für sich

Bilder
Kommandant Jens Martin freut sich über eine alte Fotografie, die Paul French (rechts) als Dank für die Einladung überreicht.

Kommandant Jens Martin freut sich über eine alte Fotografie, die Paul French (rechts) als Dank für die Einladung überreicht.

Plön (kud). Janina Focke ist eine junge Frau. Sie stammt aus Rostock und beschloss nach dem Abitur, dass sie einen Beruf braucht, der sie an der See hält. Inzwischen ist sie Oberleutnant zur See und Presseoffizierin, Jetzt schaut sie berührt und still auf eine Gruppe von Menschen, die sie aus mehreren Gründen beeindruckt. Am Tor vor der Marineunteroffiziersschule in Plön warten 77 Menschen, von sehr jung bis alt, die darauf warten, eingelassen zu werden. Gleich wird Kommandant Jens Martin sie nicht nur begrüßen, sondern sich auch noch die Zeit für einen zweistündigen Rundgang durch das Gelände nehmen.
 

Einige sitzen im Rollstuhl, andere gehen am Stock, wieder andere sind noch sehr flott zu Fuß. Einig ist ihnen eine gewisse Aufregung. Schon vor dem Tor haben sie sich viel zu erzählen. Mutmaßung: Veteranen aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Vermutung ist gar nicht so falsch. Alle sind englischsprachig und mit Plön eng verbunden. Denn die heutige Marineschule war nach dem Zweiten Weltkrieg eine Schule für Kinder englischer Soldaten. Manche von ihnen verbrachten nur ein Jahr hier, weil ihre Väter ständig an neue Standorte versetzt wurden. Andere blieben auf diesem idyllisch gelegenen Grundstück am Plöner See mehrere Jahre. Inzwischen sind sie auf alle Kontinente verstreut, haben dort ihre eigenen Lebenswege gelebt.
Janina Focke, die junge deutsche Frau, ist beeindruckt. „Aus dieser Kindergruppe von einst ist eine eingeschworene Gemeinschaft über die Kontinente hinweg geworden. Sie treffen sich jährlich. Und wer nicht mehr allein kommen kann, bringt Kinder, Enkel oder Urenkel mit.“
Kommandant Jens Martin hat die Gäste inzwischen herzlich begrüßt und verspricht ihnen einen Rundgang durch einen Teil ihrer Jugend. Paul French, Sprecher der Gasttruppe, hat ein Bild im Arm. Der alte „Dorfplatz“ der „King Alfred School“. Alle sind verblüfft. Denn an diesem Platz hat sich bis heute wenig verändert. Das werden die Gäste beim Rundgang gleich erleben.
 

Sie kommen aus Großbritannien, Australien, Südamerika, Südafrika, Kanada, Norwegen. Sie alle wollen ihre Schule von einst wiedersehen.
„Da, in dem Haus habe ich gewohnt“, erzählt einer der Schülerveteranen, trifft auf Interesse und Antworten der anderen, die auf andere Häuser zeigen. Und dann stehen sie plötzlich vor einer noch kleinen Eiche. Davor ein Schild mit der Inschrift „Englisch oak planted 1998“. Die Gruppe ist nicht zum ersten Male hier. Immer wieder kommen die Schüler von damals nach Plön. Der Eiche geht es gut. Janina Focke betrachtet ihre Gäste gerührt. Die Enkel wenden sich ihren Großeltern zu, lauschen zunehmend interessiert deren Schilderungen über die Schulzeit in Plön, die tatsächlich die Schrecken des Krieges ein wenig vergessen ließ. Die Landschaft, die Menschen, alles atmete damals auf.
Beeindruckt ist Janina Focke von dem Zusammenhalt dieser damaligen Schüler. „Sie sind seit Jahrzehnten einander verbunden und helfen sich in der Not.“ Liebevoll wandert ihr Blick über diese von der Altersstruktur so heterogene Gruppe und nimmt das manchmal stillschweigende Verstehen von Alt und Jung wahr.
 

Dann schmunzelt sie und eilt zu einem kleinen Erinnerungsstein. „Fridolin“ steht darauf. Darunter: 1957 – 69 Oberseewebel.“ Fragenden Blicken begegnet die Presseoffizierin vergnügt. „Fridolin war ein Esel, der mit den Unteroffiziersschülern aus der Schule Eckernförde nach Plön übergesiedelt ist. Als er in den Eselhimmel kam, wurde er hier begraben und bekam den Ehrenstein.“
Die Gäste sind inzwischen an den See gewandert. Junge Marinesoldaten erwarten sie mit erfrischenden Getränken. Zufriedene Gesichter beim Blick über die glatte Oberfläche des Sees. Einige Enkel folgen schweigend den Blicken ihrer Großeltern, andere fragen. Und Janina Focke freut sich über diesen Nachmittag, der so vielen Menschen auf verschiedenen Kontinenten gute Erinnerungen mitgeben wird.



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