Reporter Eutin

Die Feldmark lebt!

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Freuen sich über einen erfolgreichen Zwischenschritt rund um die Rettung der Knoblauchkröten: Jan Birk (Stadt Preetz), Fritz Heydemann (Marius Böger Stiftung, Plön), Harald Christiansen (NABU Preetz) und Hauke Drews (Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein).

Freuen sich über einen erfolgreichen Zwischenschritt rund um die Rettung der Knoblauchkröten: Jan Birk (Stadt Preetz), Fritz Heydemann (Marius Böger Stiftung, Plön), Harald Christiansen (NABU Preetz) und Hauke Drews (Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein).

Preetz (los). Im friedlichen Landschaftsidyll zwischen Vierbrooksredder und Postfelder Weg steppt zwar nicht der sprichwörtliche Bär. Doch dafür tobt hier das Leben, insbesondere im Kleinen. Rund 600 kleine Knoblauchkröten haben sich vergangene Woche auf den Weg gemacht, die Feldmark zu erobern. Dafür haben Patrick Pohlmann und Inken Schmersow von der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung (GFN) gesorgt, die als fürsorgliche „Kröteneltern“ seit April die heranwachsenden Kaulquappen aufgezogen haben.
Das Aussetzen der Tiere am ehemaligen Karpfenteich ist Höhepunkt eines mehrjährigen Projekts. Neben der GFN waren die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein (vertreten durch Projektmaßnahmenmanager Hauke Drews), der NABU Preetz (Harald Christiansen), die Stadt Preetz (Jan Birk) und die Plöner Marius Böger Stiftung (Fritz Heydemann) dabei Feder führend. Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein hat die Maßnahme mit dem EU-Programm „Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) unterstützt. Bereits 2016 und 2017 konnten rund 1800 Minikröten und 3200 Kaulquappen allein an den Preetzer Teichen in die Freiheit entlassen werden.
Die Auswilderungsaktion ist Teil der Amphibieninitiative der Stiftung Naturschutz, die sich seit 15 Jahren für die Rettung bedrohter Froschlurche (Frösche, Unken, Kröten) einsetzt. Insgesamt 1755 Amphibiengewässer wurden seitdem (in Preetz 2009) saniert oder neu angelegt. Seit 2004 werden Kaulquappen aufgezogen und frei gelassen – allein 2018 sind rund 21.000 Eier in fünf Stationen betreut worden.
Die selten gewordene Knoblauchkröte ist als europaweit geschützte Tierart auf derartige Hilfe angewiesen. Ziel ist es, in der Feldmark eine überlebensfähige Population mit genügend Individuen zu etablieren. Der Amphibiennachwuchs hat viele Fressfeinde und auch den Laich schätzen Fische als leckeren Snack, der schnell den Magen füllt. „99 Prozent der Larven kommen nicht durch“, verdeutlicht Hauke Drews das saisonale Drama. Um für Amphibien günstige Lebensbedingungen (ohne Fische) zu schaffen, habe die Stiftung Naturschutz die bestehenden Teiche als potenzielle Laichgewässer vorbereitet, gepflegt und sogar einige neue angelegt.
In diesem Frühjahr war der Knoblauchkrötenlaich von „Spenderpopulationen“ in Trappenkamp und Damdorf (Bad Segeberg) entnommen worden, erzählt „Krötenpapa“ Patrick Pohlmann, der die Tiere in Kiel-Hassee aufgezogen hat. Da die Kaulquappen im Teich gern allerlei Pflanzliches abnagen würden, habe das Futterangebot neben Fischflocken vor allem Salat und sogar Banane enthalten. Nach der Umwandlung (Metamorphose) der kleinen Wasserbewohner zur landliebenden Kröte stellten die Tiere ihre Kost auf tierische Nahrung (Insekten) um. Einschließlich ihres Schwanzes erreichen die Kaulquappen stattliche 10 bis 12 Zentimeter Körperlänge, während die erwachsenen Kröten durchschnittlich 8 Zentimeter groß werden. „Larven sind meistens größer“, erklärt Hauke Drews. Denn der spätere „Umbau“ des Körpers koste das Tier besonders viel Energie. Die kleinen Neulinge am Teich befinden sich zum Teil noch in der „Umbauphase“ und haben den Schwanz noch nicht zurückgebildet.
Erwachsene Knoblauchkröten besitzen auffällige Fersenhöcker an ihren Hinterbeinen, die als nützliche Schaufeln eingesetzt werden können. Vor allem leichte Böden seien bei den Tieren beliebt, um sich tagsüber darin einzubuddeln. Der Trick bietet Schutz davor, entdeckt und gefressen zu werden. Vor allem aber wird ein Austrocken des Körpers verhindert. Sandige Kartoffel- und Spargeläcker seien stets gern besiedelt worden, was dem Tier den landläufigen Namen „Kartoffelkröte“ einbrachte.



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