Reporter Eutin

Die „Lebenshilfe“ gehört zu ihrem Leben

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Preetz (kud). Mit ihr ein Gespräch über den Menschen Karin Merkle zu führen, ist beinahe unmöglich. Nach spätestens zwei Sätzen über ihr privates Leben ist sie wieder bei ihrem Lieblingsthema „Lebenshilfe“. Und sie ist eine der Personen der ersten Stunden bei der Lebenshilfe für geistig Behinderte, Kreisvereinigung Plön. Jetzt räumt sie ihren Schreibtisch – der Ruhestand ruft – jedenfalls offiziell.
Sie sitzt auf dem häuslichen Sofa, umgeben von Jahrbüchern, die sie in fast vier Jahrzehnten ihrer Arbeit zusammengestellt und damit ein Stück Zeitgeschichte über die Kreisvereinigung Plön geschaffen hat. Und viel Raum nehmen in diesen Büchern Ferienfahrten ein. „Mit unseren Behinderten haben wir viele Länder bereist. Wir waren zum Beispiel in der Türkei, in Ägypten, Bulgarien. Überall wurden wir überaus gastfreundlich aufgenommen“, berichtet die scheidende Geschäftsführerin, die in den kommenden Wochen noch eine wichtige Aufgabe vor sich hat: Der Schreibtisch muss geräumt werden. Außerdem gibt es noch so viel zu tun bei der „Lebenshilfe“. Einen wirklichen Abschied kann sich die frisch gebackene Rentnerin nicht vorstellen.
„Wenn man eine Institution über so lange Zeit begleitet hat“, sinniert sie, „ dann dreht man sich nicht um und geht. Wir haben in diesen Jahrzehnten so vieles geschafft und geschaffen, das geht alles nicht ohne sehr viel Engagement und die Überzeugung, das Richtige zu tun“.
Auch, wenn Karin Wenzel in ihrer hauptberuflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit für die „Lebenshilfe“ aufgeht – ihr Privatleben, darauf legt sie wert – ist ebenso bunt wie das berufliche. Sie ist Mitglied in der Marinekameradschaft. „Da war ich damals, als ich eintrat, die erste Frau“, grinst sie verschmitzt. Außerdem ist sie begeisterte Funkerin. „Das habe ich von meinem Vater gelernt.“ Kontakte in aller Herren Länder entstanden und führten sie gemeinsam mit ihrem Mann in 47 Länder, die sie auf 87 Auslandsreisen kennenlernte. Und die Fahrten mit ihrer „Truppe“ von Menschen mit Behinderungen gedenkt sie auch nicht aufzugeben. Sie sammelt Postkarten, Fotos von Leuchttürmen aus der ganzen Welt, fotografiert, dichtet und liebt ihren Campingplatz in Heidkate.
Erlernt hat Karin Wenzel einst den Beruf der heutigen Bürokauffrau. „Auf meinem Zeugnis steht aber immer noch `Bürokaufmann`. Das werde ich so wohl mit ins Rentenalter nehmen müssen.“ Außerdem ist sie Diplom-Sekretärin. Sie arbeitete in der Uniklinik Kiel, bei der Kirche in Preetz. Dann, 1975, kam der Wechsel zur „Lebenshilfe“. „Dort gehörten alle Verwaltungsarbeiten zu meinem Tätigkeitsbereich. Ich hatte völlig freie Hand. Das war ein herrliches Arbeiten.“ Schon 1982 wurde sie Geschäftsführerin der Kreisvereinigung.
In diesen 36 Jahren seit ihrer Ernennung zur Geschäftsführerin habe sich sehr viel verändert. Nachdenklich blättert Karin Wenzel ihre Jahrbücher durch. „Positiv ist, dass es inzwischen in den Werkstätten viel mehr Arbeitsplätze für unsere Behinderten gibt, wir ihnen ganz andere Freizeitangebote machen können.“ Als klaren Nachteil sieht die Verwaltungsfachfrau allerdings die zunehmende Bürokratisierung der Verwaltung an. „Vorgänge, die wir früher in kürzester Zeit abarbeiten konnten, brauchen heute viel mehr Zeit. Noch ein Formular, noch ein Antrag. Das nimmt kein Ende und blockiert eine aktive Gestaltung unserer Ziele doch ein wenig. Davon werden wir uns aber nicht entmutigen lassen.“



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