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Eigeninitiative, Vernetzung, Ideenreichtum

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Preetz. In Zeiten der Not klappt es immer mit dem „Zusammenhalten“. Zwischendurch sind die Menschen aber seit langem daran gewöhnt, dass Staat und sonstige Institutionen alles regeln. Doch öffentliche Kassen müssen aus Kostengründen oft passen. Die freien Wohlfahrtsverbände Preetz nehmen die Sache für die Zielgruppe „Senioren“ nun selbst in die Hand. Ein Fragebogen soll Schwung in das Seniorenleben der Stadt bringen. Hunderte von Fragebögen sind bereits unterwegs. Zielgruppe: Menschen ab 65. Ziel der Fragen: Erfahren, wo diese Menschen in der Schusterstadt „der Schuh drückt“, was sie sich wirklich von ihrem Alltag wünschen.
 
„Damit meinen wir nicht“, betont Pastor Christoph Pfeifer, Sprecher der Wohlfahrtsverbände, „dass es zu bestimmten Zeiten zu wenige Busse gibt oder die Innenstadt noch nicht ganz barrierefrei ist“. Das, so Pfeifer, sei den Verantwortlichen im Rathaus bekannt.
 
Und dort werde auch engagiert daran gearbeitet, Missstände zu beheben. Nein. Die 18 Fragen beschäftigen sich vielmehr mit dem Wunsch, das Leben der Senioren nach ihren Vorstellungen zu verbessern. Mehr Kultur wird gewünscht? Welche Art von Veranstaltungen soll es geben? Könnte die Mobilität derer, die keinen Führerschein und kein Auto (mehr) besitzen durch nachbarschaftliche Fahrgemeinschaften oder einen ehrenamtlichen Fahrdienst verbessert werden? Welche Möglichkeiten nutzen Senioren, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in Vereinen, Verbänden, beim DRK, der Caritas oder in der Kirchengemeinde einzubringen?
 
„Die anonymisierten Fragebögen sollen eine Art Spurensuche werden“, meint Christoph Pfeifer. „Wenn die Senioren bereit sind, selbst neue Ideen beizusteuern, können viele davon sicher in den Alltag übernommen werden und das Lebensgefühl verbessern.“ Einen Seniorenbeirat gibt es in Preetz schon seit einigen Jahren nicht mehr. AWO, Arbeiter Samariterbund, DRK, Caritas, Sozialverband, Diakonie haben sich unter dem Dach einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden und lange darüber nachgedacht, dass die Wiedereinführung eines solchen Beirats vielleicht Sinn machen könnte. Aber dann kam die Idee des Fragebogens auf den Tisch.
 
Knapp 400 davon sind inzwischen in Umlauf. Christoph Pfeifer: „Wir drucken regelmäßig nach und hoffen, mindestens 500 Fragebögen ausgefüllt zurück zu bekommen.“ „Die Lebenssituation älterer Menschen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert. Viele gehen selbstverständlich mit den digitalen Medien um, sie fahren mit dem Auto zu jeder ihrer Wunschveranstaltungen. Andere haben aus unterschiedlichen Gründen diese Möglichkeiten nicht mehr. Hier gilt es, Angebote zu schaffen, die allen dienen.“
 
Der Fragebogen liegt bei allen Wohlfahrtsverbänden, im Rathaus und im Kirchenbüro aus. Die Verbände verteilen sie seit Anfang Dezember auch bei Veranstaltungen unter ihren Mitgliedern. Christoph Pfeifer: „Wir freuen uns sehr, wenn jemand gleich einige Exemplare mitnimmt und sich hier und da kleine Gruppen bilden, die sich gemeinsam mit den Fragen beschäftigen. Daraus können ganz sicher viele neue Impulse erwachsen.“
 
Bis zum 28. Februar sollten alle Fragebögen im Kirchenbüro an der Stadtkirche, im Rathaus oder bei den Wohlfahrtsverbänden wieder abgegeben werden. Danach werden die Antworten ausgewertet und zu Themenblöcken zusammengefasst. Christoph Pfeifer: „ Wir sind sehr gespannt und erhoffen uns viel Klarheit über die wirklichen Wünsche unserer Senioren.“ (kud)



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