Reporter Eutin

Eine Sonne, die für jeden scheint

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Preetz (tg) „Diese Sonne gehört niemandem, aber sie scheint für jeden Menschen.“ Mit diesen Worten und gemeinsam mit geflüchteten und einheimischen Kindern legte Atif Gülücü eine große, farbenfrohe Sonne in die Mitte des von ihm gestalteten Outdoor-Kunstprojektes. „Ohne eure Hilfe hätte ich es nicht geschafft.“, lobte der Künstler anschließend die tatkräftige Mithilfe der Kinder. Seit letztem Sonntag kann im Hof des Preetzer Klosters, nur wenige Schritte von der Klosterkirche entfernt, eine außergewöhnliche Kunstinstallation mit dem Titel „Vergangenheit und Zukunft“ des Preetzer Künstlers Atif Gülücü besichtigt werden. Sie befasst sich mit dem Thema Flüchtlinge, Flucht und Integration. Den Mittelpunkt des Werkes bildet eine große Sonne, die von unzähligen, lose verteilten, blau-weißen und naturfarbenen Holzstämmen kreisförmig eingeschlossen wird. Die Sonne steht dabei für einen Fixpunkt und spiegelt die Hoffnung der vielen Flüchtlinge auf einen sicheren Zufluchtsort wieder. Die Holzstämme symbolisieren dabei ihren, oft schwierigen Weg nach Deutschland, - über Land und Wasser hinweg, erklärt der Künstler. Kreisförmig umringt wird dieses „Holzmeer“ von mit einer Collagetechnik beklebten Flaschen. Diese haben Grundschüler der dritten Klasse der Schule am Hufenweg gemeinsam mit dem Künstler in seinem Preetzer Atelier gestaltet. „Das war ein unvergesslicher Tag für mich.“, freute sich der 65jährige rückblickend. Bei der Eröffnung konnten die Besucher nun in jede dieser individuell gestalteten Flaschen eine weiße Rose als Symbol des Friedens stecken. Den Schlusspunkt für das Werk und die Eröffnung bildeten danach viele rote Flaschen. Befüllt mit kleinen Briefen, auf denen die Besucher ihre ganz persönlichen Wünsche und Hoffnungen vorher festhalten konnten, wurde diese Flaschenpost anschließend von allen in das „Meer“ geworfen. „Wir leben hier auf der Sonnenseite, während die Flüchtlinge auf der Suche sind, - nach Wärme, Frieden; und sich Geborgenheit ersehnen.“, bekräftigte die ehemalige Preetzer Priörin, Viktoria von Flemming, in ihrer Ansprache. „Es ist eine Weltpremiere! - Ich wünsche ihr viele Besucher, Gedanken und Gebete.“ Bürgervorsteher Hans-Jürgen Gärtner unterstrich die Bedeutung des Ausstellungsortes im Zusammenspiel mit dem Künstler. „Das Preetzer Kloster ist seit Jahrhunderten ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit. Dieses Gefühl suchen die Flüchtlinge in der heutigen Zeit.“ Zudem kann seiner Meinung nach ohne Kommunikation Integration nicht funktionieren. „Begegnung ist für Atif Gülücü ein zentrales Thema, denn er sieht in jeder Begegnung eine Chance.“, so Gärtner weiter. Atif Gülücü ist 1980 als Student nach Deutschland gekommen. Integration war und ist für ihn nicht nur persönlich ein wichtiges Thema. „Die Menschheit ist wie eine Palette mit verschiedenen Farben.“, erklärt der 65jährige türkischstämmige Preetzer. „Wenn man zwei Farben mischt, erhält man eine neue Farbe, einen neuen Ausdruck.“ Die Kunstinstallation zum Thema „Vergangenheit und Zukunft“ wurde von der Koordinierungsstelle Integration und Migration des Kreises Plön als eines von sechs Projekten mit 2.300 Euro gefördert. „Das Programm unterstützt Projekte, bei denen Einheimische und Geflüchtete zusammenkommen und in einem kreativen Prozess gemeinsam etwas erschaffen.“, erklärte Mathias Wolf, Kreiskulturbeauftragter. „Damit möchten wir vor allem Begegnung und Integration anstoßen.“ Die Kunstinstallation von Atif Gülücü kann noch bis 28. Oktober im Hof des Preetzer Klosters besichtigt werden.



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