Reporter Eutin

„Für mehr Toleranz und gegen Hetze”

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Viele ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuer, Vertreter der Politik und Flüchtlinge waren ins Bugenhagenhaus gekommen, um ihre Unterstützung zu den Forderungen zu signalisieren

Viele ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuer, Vertreter der Politik und Flüchtlinge waren ins Bugenhagenhaus gekommen, um ihre Unterstützung zu den Forderungen zu signalisieren

Preetz (tg). Bereits seit dem November 2014 existiert in der Schusterstadt die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe. „Aus den ersten Anfängen vor dreieinhalb Jahren ist mit dem Stand heute ein breites und gutes Netzwerk entstanden“, freute sich Pastor Christoph Pfeifer, zu Beginn des letzten Gesamttreffens der Preetzer Flüchtlingshilfe im Bugenhagenhaus. Die ehrenamtlichen Helfer und Vertreter aus Verbänden und der Politik tauschen sich bei diesen Treffen regelmäßig aus und unterstützen sich gegenseitig, bei der Integration und Betreuung der Geflüchteten in der Schusterstadt. Die aktuellen Diskussionen auf Bundesebene zu Abschiebefragen und Anker-Zentren hat die Preetzer Flüchtlingshilfe nun zum Anlass genommen, ein Positionspapier an die Politik aufzusetzen. Dieses Schreiben wurde auf dem letzten Gesamttreffen der Flüchtlingshilfe vorgestellt und verabschiedet. Federführend war eine Gruppe von acht Ehrenamtlichen um Lutz Reinhard. „Wir möchten mit diesem Papier zur aktuellen Situation der Flüchtlinge einmal deutlich Stellung beziehen und unsere Forderungen an die Politik übergeben“, betonte Lutz Reinhard bei der Präsentation. Der Lehrer für Deutsch und Biologie engagiert sich seit Jahren vor allem im Bereich der Sprachpaten und Sprachförderung von Flüchtlingen. „Wir sehen mit Bedauern, was in den letzten Monaten passiert ist und gerade aktuell diskutiert wird“, so Reinhard. Die vielen Engagierten in der Preetzer Flüchtlingshilfe möchten mit den Forderungen in ihrem Positionspapier ein klare Bekenntnis abgeben. „Für mehr Toleranz und gegen Hetze“, fasste Lutz Reinhard die Forderungen zusammen, stellvertretend für alle Anwesenden im Saal. Die Forderungen sind unter anderem: Keine pauschale Verurteilung von Geflüchteten, keine Abschiebung in unsichere Herkunftsländer, keine Staaten zu sicheren Herkunftsländern erklären, keine Überstellung in Staaten, die deutsche Standards im Umgang mit Geflüchteten nicht einhalten, keine Errichtung von sogenannten „Anker-Zentren“, sowie eine bessere Integration durch die Reform des Einwanderungsgesetztes. Maren Sterzik, AWO-Flüchtlingshilfekoordinatorin, berichtete anschließend vom aktuellen Stand der Flüchtlingsbetreuung. Im Juni waren es 336 Geflüchtete in Preetz. Hiervon haben 71 Prozent eine Aufenthaltserlaubnis, 22 Prozent eine Aufenthaltsgestattung und 7 Prozent eine Duldung. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, gefolgt von kleineren Gruppen aus Albanien, Eritrea, Iran, Libanon, Armenien und Tschetschenien. Das Positionspapier kann von jeder Person, die diese Forderungen unterstützt, unterschrieben werden. In naher Zukunft soll das Schreiben, zusammen mit möglichst vielen Unterschriften, an die Preetzer Stadtvertretung übergeben werden. Der Zeitpunkt hierfür steht aber noch nicht fest. Auch Landespolitiker sowie Bundestagsabgeordnete aus der Umgebung sollen das Positionspapier erhalten.
Wer die Forderungen unterstützen und unterschreiben möchte, kann dies ab sofort bei folgenden Adressen in Preetz tun: AWO-Integrationscenter (Gasstraße 25), 9 bis 16 Uhr; Haus der Diakonie (Am alten Amtsgericht 5); in den jeweiligen Gemeindehäusern der Kirche und im Kirchenbüro an der Stadtkirche (Kirchplatz 8), Mo/Fr 9-12 Uhr, Di/Do 10-12 Uhr, Mi 15-18 Uhr. „Unser Schreiben und ihre Unterschrift sind der klare Aufruf, uns in unserer Arbeit mit den Flüchtlingen zusammen zu unterstützen“, betonte Lutz Reinhard. Das Positionspapier kann auch im Internet, unter www.sprachpaten-preetz.de, eingesehen werden.



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