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„Gewalt kommt nicht in die Tüte“

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„Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Mitarbeiterinnen der Fachberatungsstellen für Frauen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind, machten am Sonnabend während des Wochenmarkts in Preetz auf die Not vieler Frauen aufmerksam. Auch Bürgermeister Björn Demmin stattete dem Stand einen Besuch ab. Das Foto zeigt (v.l.) Nadja, Renate, Inke Jagemast, Claudia Bult,Andrea Langmaack.

„Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Mitarbeiterinnen der Fachberatungsstellen für Frauen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind, machten am Sonnabend während des Wochenmarkts in Preetz auf die Not vieler Frauen aufmerksam. Auch Bürgermeister Björn Demmin stattete dem Stand einen Besuch ab. Das Foto zeigt (v.l.) Nadja, Renate, Inke Jagemast, Claudia Bult,Andrea Langmaack.

Preetz (kud). Die meisten Brötchenkisten sind schon leer. Inke Jagemast kehrt gerade mit einem ebenfalls leeren Korb von einem ihrer Rundgänge über den Preetzer Wochenmarkt zum Stand zurück, um Nachschub zu holen. Nadja und sie packen neue Tüten ein, auf denen in großen Lettern steht: „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Dann startet Inke eine neue Tour über den Markt, um mit den Menschen über das Thema „häusliche Gewalt“ zu sprechen. Ein Mann mittleren Alters und Rucksack hält inne und betrachtet die Broschüren auf dem Standtisch, fragt: „ Sind die Brötchen kostenlos?“ Eine Tüte verstaut er im Rucksack und verkündet:“Niemand, auch keine Frau, muss heute noch Opfer von Gewalt werden. Ein paar Stunden Training und kein Mann hat eine Chance gegen sie. Das kostet zwar fast 10 Euro pro Woche, aber die Investition lohnt sich. Ist das denn trotzdem noch so schlimm mit der Gewalt?“ Fakten: Frauenhäuser sind bis unters Dach ausgebucht von Frauen, die es nicht mehr aushalten, von ihren Männern misshandelt, vergewaltigt, von verlassenen Partners gestalkt zu werden. Seit einem Jahr ist hat der Gesetzgeber verfügt, dass ein sexueller Übergriff dann strafbar ist, wenn er „gegen den erkennbaren Willen einer Person ausgeführt wird. „ Nein heißt nein!“ – Dieses Motto ist kurz und präzise. Die Zahl derer, die sich nach einer Gewalttat zur Anzeige entschließen, ist seit der Gesetzesänderung gestiegen. Aber: Da gibt es noch immer ein Dunkelziffer, die niemand benennen kann. Dahinter verbergen sich die Frauen, die als Ehefrauen und Mütter immer wieder Gewalt in den eigenen vier Wänden erfahren und sich nicht wehren. Frauenhaus wäre da eine Option. Aber: Die sind überfüllt. Nur zwei Häuser bundesweit erlauben Müttern, ihre Kinder mitzubringen und deren Haustiere. Preetz ist eines davon. Andrea Langmaack, Geschäftsführerin der Beratungs- und Fachstelle bei Gewalt an Mädchen und Frauen im Kreis Plön: „ In diesem Jahr mussten wir monatlich 10 bis 15 Frauen abweisen, weil wir einfach keinen Platz mehr hatten“. Bürgermeister Björn Demmin stattet dem Stand der Frauen einen Besuch ab. Er kennt die Platzprobleme und würde gern helfen. Für eine Erweiterung des Frauenhauses braucht es aber Geld. Betroffene Frauen sollten sich dadurch aber nicht entmutigen lassen. Unter der Telefonnummer 08000116016 können sie sich rund um die Uhr über ihre Möglichkeiten, der häuslichen Gewalt zu entkommen, beraten lassen. Übersetzerinnen können für viele Sprachen zugeschaltet werden, um Verständigungsprobleme zu vermeiden. Inke Jagemast vom Frauenhaus Preetz ist mit der Aktion auf dem Marktplatz sehr zufrieden. „Durch die Brötchentütenaktion kommen wir in Kontakt mit den Menschen und stoßen dabei auf viel Interesse.“ In diesem Jahr verteilten sie und ihre Mitstreiterinnen 200 Brötchen. Und die waren schon um 11 Uhr fast alle verteilt. Im kommenden Jahr, hofft Inke Jagemast, spendiert Sponsor „Steiskal“ vielleicht noch ein paar Brötchen mehr.



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