Reporter Eutin
| Allgemein

Kreis startet Pilotprojekt Wohnschule

Bilder
V. l.: Die Sprachmittlerinnen Maryam Taheri (Wankendorfer Baugenossenschaft SH eG) und Nadima Kahrimed (Stadt Plön), Michaela Blanck (Kreis-Koordinierungsstelle Integration und Migration), Dr. Björn Haberer (Bildungskoordination Kreis Plön) sowie Nasr Rabed (Übersetzer in der Flüchtlingsunterkunft des Kreises) gestalteten die Auftaktveranstaltung des Projekts „Wohnschule“.

V. l.: Die Sprachmittlerinnen Maryam Taheri (Wankendorfer Baugenossenschaft SH eG) und Nadima Kahrimed (Stadt Plön), Michaela Blanck (Kreis-Koordinierungsstelle Integration und Migration), Dr. Björn Haberer (Bildungskoordination Kreis Plön) sowie Nasr Rabed (Übersetzer in der Flüchtlingsunterkunft des Kreises) gestalteten die Auftaktveranstaltung des Projekts „Wohnschule“.

Plön (los). Unter Federführung der Koordinierungsstelle Integration und Migration des Kreises Plön ist das Projekt „Wohnschule“ aus der Taufe gehoben worden, welches Teilnehmern der Schulung den Erwerb eines „Mietführerscheins“ ermöglicht. An der Konzeptentwicklung beteiligten sich sowohl Migranten und Dolmetscher als auch das Jobcenter, die Abfallwirtschaft/BUND Umweltberatung Schwentinental, die Wankendorfer Baugenossenschaft Schleswig-Holstein eG und die Flüchtlingsbetreuung Stadt Plön. Premiere feierte die Wohnschule am 7. Februar in der Flüchlingsunterkunft in der Plöner Rautenbergstraße mit insgesamt 17 Teilnehmern. Die Teilnahmebescheinigung soll bei künftigen Bewerbungen um eine Wohnung helfen. Ziel der Schulung sei es, durch „ein Verständnis von Zusammenhängen die Bereitschaft zu einer Verhaltensänderung zu erhöhen“, informiert Kreismitarbeiterin Michaela Blanck, Koordinierungsstelle Integration und Migration. Erreicht werden soll dieses durch Wissensvermittlung in Vorträgen sowie „interaktive und praktische Mitmach-Aktionen“. Alle Lehrinhalte würden als „Handout in einer persönlichen Mappe“ mitgegeben. Durch ein Bewerbertraining werden die Teilnehmer auf die eigene Wohnungssuche vorbereitet. Hintergrund der Wohnschule sei der angespannte Wohnungsmarkt. Neben anderen „prekären Gruppen“ seien „gerade Geflüchtete“ bei der Wohnungssuche mit großen Schwierigkeiten konfrontiert, die auch „sozio-kulturelle“ Gründe hätten. Vielfach fehle „das Verständnis der richtigen und schonenden Benutzung der gesamten Mietsache und des Verhaltens im Sozialraum Miethaus“. Dieses könne zu „sehr hohen Kosten für kommunale, aber auch für private Vermieter führen“. „Aus diesem Grund werden Geflüchtete oft nicht als Mieter akzeptiert und abgelehnt.“ Das Konzept verfolgt verschiedene Lernziele. Zum Thema Wohnung/Umzug und SGBII informiert etwa das Jobcenter die Flüchtlinge. Die Schulung vermittele der Grundzüge der Leistungsbewilligung. Ebenso werde die Bewerbung am Telefon und die Situation einer persönlichen Vorstellung geübt, um den Teilnehmern als künftigen Mietern etwas Praxis zukommen zu lassen. Ferner geht es um die Klärung „thermophysikalischer Zusammenhänge“ etwa beim Thema Lüften und Heizen, einschließlich der Gefahr der Schimmelbildung. Kryptisch formulierte Mietverträge und Begriffe wie „Kaution“ oder „Kündigungsfrist“ werden ebenso beleuchtet wie das Thema „Hausordnung“. Rund um die Mülltrennung lernten die Teilnehmer in einem „Praxisworkshop“ welche Abfallarten in welche Behälter entsorgt werden und was alles nicht in der Toilette entsorgt werden darf. Ein „Putzworkshop“ rundet das Informationspaket ab: Anhand „eines echten WC-Moduls“ würden die einzelnen Putzmittel vorgestellt sowie der Putzvorgang erklärt, wobei der Lernvorgang „interaktiv“ vermittelt werde, „und dadurch auch die Bereitschaft, das Erlernte anzuwenden“. Das Pilotprojekt der Wohnschule – mit nachfolgender Betreuung durch „Wohnlotsen“ - soll nach Angaben der Koordinierungsstelle des Kreises nach einer Anfangsphase „in die Durchführungspflicht“ eines Trägers überführt werden. Für die Durchführung der Wohnschule an ausgewählten Orten werde der Träger zwei Mitarbeiter „bereitstellen“, wobei diese künftig von „Mini-Coaches“ unterstützt würden, welche sie zunächst selbst ausbilden würden. Analog zum „1-Euro-Jobber“ oder Anwärter einer „ABH“ (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ???) würden diese „Mini-Coaches“ – vorzugsweise mit „Migrationshintergrund“ oder „eigener Fluchtbiografie“ - beim Jobcenter im Kreis Plön „rekrutiert“ und künftig in „alltagsrelevanten Fragen“ weiter helfen. Hingegen seien die „Wohnlotsen“ Ansprechpartner in rechtlichen Fragen (zum Beispiel Vertragsrecht) sowie auch „Schnittstelle zwischen Wohnungssuchenden und Vermietern“.



Weitere Nachrichten Plön/Preetz
Gemeindewehrführer Jürgen Egerland beglückwünschte seinen neu gewählten Stellvertreter Kai Lässig.

Kai Lässig ist neuer stellvertretender Gemeindewehrführer

11.04.2018
Schwentinental (t). Ein vielseitiges und abwechslungsreiches Jahr liegt hinter den Feuerwehren der Stadt Schwentinental. Gemeindewehrführer Jürgen Egerland blickte bei der Jahreshauptversammlung mit Stolz darauf, die geforderte Sollstärke für die Einsatzkräfte das...
Genießen die Kaffeepause: Das Helferteam des Zeltlagers Adlerhorst.

Aufbruchstimmung im „Adlerhorst“

11.04.2018
Plön (los). Das Zeltlager Adlerhorst am Behler See ist startklar für seine 69. Saison. Ihre freien Tage in den Osterferien nutzten die 37 Spartenmitglieder der Freien Turnerschaft Kiel von 1893 für umfangreiche Vorbereitungen. Wie aus dem „Ei gepellt“ präsentiert...
Ältestenratsmitglied Franz Köpke (li.) und der sportliche Leiter Christian Heindorf (re.) ehrten für 65 Jahre Treue (v.l.) Ulrich Klein, Hildegard Gärtner und Hermann Leuenhagen

PTSV zeichnet erfolgreiche Sportler aus

14.03.2018
Preetz (tg) Die Sportlerinnen und Sportler des 1861 gegründeten Preetzer Turn- und Sportverein (PTSV) sind auch im vergangenen Jahr wieder regional und national überaus erfolgreich gewesen. „Ich weiß, wie mühsam das manchmal ist, aber es lohnt sich, sich zu...
Neue Ausgabe aus dem Stadtarchiv: Die Autoren Gudrun Lob und Peter Pauselius präsentieren die Preetzer Blätter mit viel Schusterstadt-Lesestoff in 10 Aufsätzen.

Neue Beiträge aus dem Preetzer Stadtarchiv

28.02.2018
Preetz (los). Warum wachsen kalifornische Küstenmammutbäume in Preetz? Wie stand es in der Schusterstadt um die Entwicklung der Gleichberechtigung der Frau? Und um welche Gestalten, die hier lebten, ranken sich erzählenswerte Anekdoten? Über diese und weitere...

Von Fischbrötchen über Handtücher bis zum Eis am Stiel

21.02.2018
Preetz (t). Es fing alles mit der Fragestellung an, wie man die Betriebswirtschaftslehre praxisorientierter und schülernah unterrichten und zugleich die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs der Fachrichtung „Business Management“ fördern...

UNTERNEHMEN DER REGION