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Luther Bibeln im Plöner Museum

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Plön (los). Eine weitreichende Diskussion feuerte Martin Luther 1517 an. Fast 500 Jahre sind vergangen, seit der Reformator seine 95 Thesen damals am 31. Oktober an das Hauptportal der Kirche von Wittenberg schlug und den Ablasshandel anprangerte. Ein denkwürdiges Datum, dem der Kirchenkreis Plön-Bad Segeberg aktuell die Sonderausstellung „Lutherbibeln“ widmet, die bis zum 20. April im Plöner Museum des Kreises, Johannisstraße 1, zu sehen ist. Ein Kooperationsprojekt des Kirchenkreises Plön-Bad Segeberg mit den Museen Plön sowie Bad Oldesloe, Bad Segeberg und Preetz, die als Ausstellungs-Orte folgen. Gezeigt werden wahre „Kostbarkeiten aus dem Kirchenkreis Plön-Segeberg“. „Insgesamt sind 92 Bibeln ausgestellt“, erklärt Museumsleiterin Julia Meyer. Diesen besonderen Schätzen aus den vergangenen Jahrhunderten, die sich teils in Privatbesitz, teils in Museen und Kirchengemeinden befinden, hänge ihre ganz eigene Geschichte an, die häufig eng an eine Familiengeschichte verknüpft sei. Ausgestellt sind unter anderem Luthers Schriften aus dem 16. Jahrhundert, Ausgaben der „Kurfürstenbibel“ aus dem 17. Jahrhundert, Künstlerbibeln aus dem 19. Und 20. Jahrhundert sowie „Familienbibeln“ mit persönlichen Widmungen. „Kriegsbibeln“, die mit ins Feld genommen wurden, werfen ein Schlaglicht auf die dunkelsten Momente der Geschichte. Ganz ungewöhnliche Exponate stammen aus der 800 Jahre alten Kirche in Sülfeld. Diese „Lutherschriften“ stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Unter ihnen befinden sich Luthers Tischreden, Kommentare zur Bibel, Briefwechsel mit Papst und Kurfürst (,die aber nicht Luther selbst publiziert hat). „Die Bücher wurden 1966 in der Zwischendecke gefunden“, erzählt Julia Meyer. Wann sie darin versteckt wurden, sei offen. Die große Kurfürstenbibel, die in enger Anlehnung an die Lutherbibel geschaffen worden war, habe einst Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg Ernst, der Fromme, in Auftrag gegeben. Aufgelegt worden sei das Riesenwerk insgesamt 14 Mal. Zwei Vertreter aus der Ausstellung stammen aus Plön und aus Bornhöved. Eine Bibel von Kaiserin Auguste Viktoria stellte die Plöner Kirchengemeinde zur Verfügung. „Sie wurde 1892 der Schlosskapelle geschenkt“, weiß Julia Meyer. Nicht ohne Grund, denn zu dieser Zeit war die einstige Residenz Schloss Plön zur Kadettenanstalt umfunktioniert worden, wo auch die kaiserlichen Söhne zur Schule gingen. Die Schlosskapelle ließ die Kaiserin umgestalten. „Der Kadettenpfarrer wohnte in der Apotheke, dem heutigen Museum unter dem Dach“, erzählt Julia Meyer. Eine Gutenbergbibel von 1568 stammt aus der Zeit kurz nach der Reformation: „Diese war 1542 mit neuer Kirchenordnung abgeschlossen“, erklärt Julia Meyer. In der Folge hätten sich die Gemeinden damals mit Lutherbibeln eingedeckt. Luthers Predigten und Schriften, die Betonung des gnädigen Gottes sowie seine Bibelübersetzung führten tiefgreifende Veränderungen in einer von der römisch-katholischen Kirche dominierten Gesellschaft herbei. Dies nicht zuletzt mit Hilfe des modernen Buchdrucks, der schon Mitte des 15. Jahrhunderts erfunden worden war und bald eine steigende Produktivität erzielte. Luther übersetzte im Herbst 1521 das Neue Testament in nur elf Wochen ins Deutsche. Die erste Auflage des Neuen Testamentes erschien 1522, 1523 die erste Teilübersetzung des Alten Testaments. Bis 1525 gab es von beiden bereits 22 autorisierte Auflagen und 110 Nachdrucke. Bis 1534 übersetzte er das übrige Alte Testament. Einschließlich der Apokryphen bilden beide Testamente die „Lutherbibel“. Mit ihr wurden den Menschen biblische Inhalte zugänglich. Für sie versuchte Luther mit einer allgemein verständlichen Ausdrucksweise, biblische Aussagen sinngemäß zu übersetzen.



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