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Naturschutzgebiet Lanker See: Einfach schön!

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Einmal in der Woche nimmt Reinhard Depner eine Sichttiefenmessung vor – immer an derselben Stelle.

Einmal in der Woche nimmt Reinhard Depner eine Sichttiefenmessung vor – immer an derselben Stelle.

Preetz (sh). „Psst, da ruft ein Grünschenkel… und das ist ein Sprosser, keine Nachtigall.“ Wer aus lauter zwitschernden Vogelstimmen nicht einmal einen schimpfenden Spatz heraushören kann, der ist bei Reinhard Depner genau richtig. Seit 35 Jahren ist der 64-Jährige ehrenamtlicher Gebietsreferent des NABU für das Naturschutzgebiet (NSG) Lanker See. Einmal in der Woche rudert er hinaus für das Bestandsmonitoring von Vögeln, Kontrolle der Rinder auf den Inseln und die Sichttiefenmessung. Häufig begleitet ihn Manfred Bach, der das Schutzgebiet Kührener Teiche betreut. Kaum bekannt ist, dass neben dem NSG im westlichen Teil des Lanker Sees der gesamte See ist seit 2012 Europäisches Vogelschutzgebiet ist. „Der Lanker See ist mit seinen zahlreichen Buchten, Inseln und Halbinseln besonders abwechslungsreich und weist naturnahe, sehr vielfältige Ufer- und Verlandungszonen auf“, schwärmt Depner. Sumpf- und Bruchwälder sowie ein kalkreiches Niedermoor auf der Kührener Halbinsel sind Lebensraum für Sumpfdotterblume und Schnatterente. Auf der Halbinsel Appelwarder existiert das größte bekannte Vorkommen der Schlüsselblume in Schleswig-Holstein. Außerdem sind die Gewässer Lebensraum des Fischotters, des Kammmolches, der Rotbauchunke, des Moorfrosches und der Teichfledermaus. Für Brut- und Rastvögel ist der Lanker See der wichtigste See im unteren Schwentinesystem. „Die Möweninsel Probstenwarder im klösterlichen Eigentum ist ein bedeutendes Brutgebiet“, erklärt Depner, „hier gibt es eine große Möwenkolonie mit Sturm-, Lach- und Schwarzkopfmöwen. Die Räumungsmahd schuf Platz für Kiebitz, Austernfischer und Flussregenpfeifer.“ Zudem gehöre der See zu dem bedeutendsten Nachmauser-Sammelplatz für Graugänse. Die Ausbreitung des Weißdorns ist ein Problem: Die Entbuschung wird mittlerweile in Auftrag gegeben, nachdem die NABU-Mitarbeiter das jahrelang per Hand gemacht hatten. Auch die Robustrinder, die im Inselsommer das Gras kurz fressen, sorgen für ideale Bedingungen für Bodenbrüter und Schlüsselblume. Das ausgediente Floß, dass sie zweimal im Jahr „verschifft“ hatte, liegt nun als neuer Brutplatz für Fluss-Seeschwalben verankert vor der Schlüsselblumeninsel. Gegenüber liegt der „Dschungel“, wie Gerhard Depner ihn nennt: Die Kührener Halbinsel ist seit 1938 das älteste NSG des Landes. „Da gibt es viele Wildschweine, vor denen habe ich Respekt.“ Hier in der Kührener Bucht liegt auch die Orchideenwiese mit der Natur-Beobachtungsplattform Charlottenwerk, die zu Fuß von Kühren aus zu erreichen ist. In der Bucht lässt Reinhard Depner vom Boot aus eine Sichtscheibe an einem Seil mit Knotenmarkierungen in Wasser. Die Sichttiefenmessung ergibt 1,60 Meter. „Wenn der See im Sommer blüht, dann sieht man nur einen Meter tief“, erklärt der Vogelexperte. Seit 55 Jahren engagiert sich der frisch gebackene Ruheständler ehrenamtlich im NABU, lobt die gute Zusammenarbeit mit Unterer Naturschutzbehörde und der Stiftung Naturschutz. 45 Seen im Kreis Plön werden ehrenamtlich betreut; zweimal im Jahr gibt es eine gemeinsame Begehung um Pflegemaßnahmen und Störfaktoren zu besprechen. Das störte die Fluss-Seeschwalbe nicht: Elegant fliegt sie knapp über der Wasseroberfläche und taucht dann ins Wasser. Einfach schön.



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