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Neue Beiträge aus dem Preetzer Stadtarchiv

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Neue Ausgabe aus dem Stadtarchiv: Die Autoren Gudrun Lob und Peter Pauselius präsentieren die Preetzer Blätter mit viel Schusterstadt-Lesestoff in 10 Aufsätzen.

Neue Ausgabe aus dem Stadtarchiv: Die Autoren Gudrun Lob und Peter Pauselius präsentieren die Preetzer Blätter mit viel Schusterstadt-Lesestoff in 10 Aufsätzen.

Preetz (los). Warum wachsen kalifornische Küstenmammutbäume in Preetz? Wie stand es in der Schusterstadt um die Entwicklung der Gleichberechtigung der Frau? Und um welche Gestalten, die hier lebten, ranken sich erzählenswerte Anekdoten? Über diese und weitere heimatkundliche Themen können sich Interessierte in den „Preetzer Blättern“ informieren, die das Stadtarchiv neu herausgegeben hat. Das Redaktionsteam mit den Autoren Gudrun Lob, Stadtarchivar Peter und Wolfgang Eichinger hat mit insgesamt 10 Aufsätzen für vielfältigen Lesestoff in der 9. Ausgabe der „Preetzer Blätter“ gesorgt. Dem Thema Gleichberechtigung wurde sich dabei in besonderer Weise gewidmet, erzählen die Autoren. Anlass sei die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren. Ein weiterer Aspekt unter dem Stichwort Gleichberechtigung: Die Stadt Preetz hat seit bereits 25 Jahren eine Gleichstellungsbeauftragte. Doch um die Geschichte nachzuvollziehen, sei ein Blick in die weitere Vergangenheit erforderlich. „Die Entwicklung beginnt nach der französischen Revolution und kommt irgendwann in Preetz an“, spannt Gudrun Lob den Bogen verketteter Ereignisse, die entscheidende Veränderungen „in Bezug auf das Bild der Frau“ hervor brachten. Erkennbar etwas an einem Gedicht, das 1839 in der „Preetzer Zeitung“ veröffentlicht wurde, von der zahlreiche Exemplare im Rathauskeller archiviert sind. „Vorher hat es nie etwas an die Frauen Gerichtetes gegeben“, verdeutlicht Gudrun Lob mit Blick auf die Würdigung der Leistung der Frauen insbesondere in Kriegszeiten, die in dem Gedicht zum Ausdruck kommt. Gudrun Lob betreut Flüchtlinge in Preetz und berichtet auch in der neuen Ausgabe unter „Preetz ist bunt“ über ihre Erfahrungen im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Nun will sie die Serie allerdings einstellen. „Die derzeit so konträre Richtung in der Politik gefällt mir überhaupt nicht“, sagt sie frustriert. „Ich weiß nicht, wofür ich kämpfe, wenn nichts irgendwo Erfolg hat.“ Für die Preetzer Blätter sei „Gemecker“ jedoch nichts, findet Gudrun Lob. Die Flüchtlingsarbeit will sie jedoch fortsetzen. Autor Peter Eichinger widmet sich den Preetzer Beziehungen nach Übersee, deren Würdigung 1966 in der Pflanzung eines kleinen Küstenmammutbaums – der „Staatsbaum“ des US-Bundesstaates Kalifornien wird im englischsprachigen Raum auch „California redwood“ genannt – am Kirchsee Ausdruck fand. „Ein Mitbringsel aus dem Redwood-Nationalpark im Nordwesten Kaliforniens“, erzählt Peter Pauselius. Das immergrüne Nadelbäumchen aus der Familie der Zypressengewächse hat Potenzial: Rund 110 Meter Höhe kann die Baumart erreichen und ist neben dem Riesenmammutbaum gleicher Gattung die Größte der Erde. Die Preetzer Exemplare – zwei weitere wachsen bei der „Redwood“-Turnhalle - brauchen dafür wohl noch ein paar Jahre. Nicht mitgewachsen scheint indes der früher gepflegte Schüleraustausch mit der Redwood Highschool, in dessen Rahmen das Bäumchen damals mitgebracht worden war. „Es kommen wohl noch Schüler von dort, aber jetzt nur noch privat, da das FSG dafür keine Zuschüsse mehr erhält“, sagt Peter Pauselius. Die Preetzer Originale „Hutscher“, „Tetscher“ und „Emmes“ hat sich Peter Pauselius herausgepickt. Hugo Freese, Johannes Lucht und Erwin Paarmann, so die richtigen Namen, dürften manchem Zeitgenossen noch im Gedächtnis sein. Wobei „Hutscher“ Freese nach Pauselius Meinung vielleicht der Bekannteste war: „Er saß rund die Hälfte seines Lebens hinter schwedischen Gardinen“, erzählt der Historiker über einen Schrat, der einen speziellen Lebensstil pflegte, sich aber nichtsdestotrotz offenbar großer Beliebtheit erfreute. Dank bizarrer Ideen, deren Umsetzung in Preetz wohl viel Aufregung erzeugt haben musste, wurde „Hutscher“ Freese bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. So habe er 1933 eines Nachts die Hakenkreuzfahne auf dem Kirchturm gehisst. „Ganz oben“, erzählt Peter Pauselius, „wo sich keiner hoch traute“. Die Preetzer Nazis indessen wollten sie dort nicht haben. Hier habe „Hutscher“ Freese Verhandlungsgeschick bewiesen, die „Gunst der Stunde“ genutzt und angeboten, die Fahne gegen Geld wieder zu entfernen. Höhenangst: Fehlanzeige. Nerven bewies „Hutscher“ Freese auch beim Erklimmen eines 30 Meter hohen Fabrikschornsteins, den es früher auf einem Fabrikgelände am Kirchsee gegeben hat. Eine so abenteuerliche wie reizvolle Aktion, die ganz ohne Sicherheitsbedenken ausgeführt wurde. „Außen waren Haken zum Hochklettern dran“, weiß Peter Pauselius aus seinen Recherchen. Oben angekommen habe es der Preetzer aber nicht dabei belassen, bei seiner „Gratwanderung“ nur die Aussicht zu genießen, sondern auf der Schornsteinmauer Handstand gemacht – natürlich gegen Bezahlung. „Auch als der älter war, ging er gegen Geld da rauf“, erzählt Peter Pauselius. Gerade in den Nachkriegsjahren schien der pfiffige „Hutscher“ Freese diese Kletterpartie als gelegentliche Einnahmequelle für sich entdeckt zu haben, um in der sogenannten schlechten Zeit „über die Runden“ zu kommen. Erhältlich sind die druckfrischen Exemplare ab 1. März unter anderem in der Tourist Info in der Mühlenstraße, Müller Tabakwaren (Hufenweg), dem Lottogeschäft Korditschke (Kührener Straße) und den Preetzer Buchhandlungen (Kirchenstraße, Lange Brück Straße).



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