Reporter Eutin

Niemand wird allein gelassen

Bilder
Erinnerungskisten aus Kriegszeiten – eine Möglichkeit, alte Traumata aufzuarbeiten. Die Fachfrauen der AWO gehen gemeinsam mit alten Menschen auf Spurensuche. Von links Nicole Adamczewski, Daniela König, Margrit Hellberg, Anke Buhl.

Erinnerungskisten aus Kriegszeiten – eine Möglichkeit, alte Traumata aufzuarbeiten. Die Fachfrauen der AWO gehen gemeinsam mit alten Menschen auf Spurensuche. Von links Nicole Adamczewski, Daniela König, Margrit Hellberg, Anke Buhl.

Schönkirchen (kud). Der Anruf kommt am Freitagnachmittag. „Meine Mutter ist nach einem Oberschenkelhalsbruch heute aus dem Krankenhaus entlassen worden. Keine Medikamente, keine Anleitung, wie sie zu behandeln ist. Die Ärzte sind im Wochenende“. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AWO PflegeNottelefons kennen das und nehmen das Problem dank bester Aus-, Fort- und Weiterbildung in die Hand. Familie F., die ratlos zu Hause sitzt, wird umgehend Rat und Hilfe erhalten. In den nächsten Wochen gibt es zusätzlich zu telefonischer und persönlicher Beratung oder Hausbesuch noch zwei Infoveranstaltungen in Schönkirchen. Ziel: „Wir müssen die Aufmerksamkeit erhöhen, derer zu Pflegende, aber auch deren Angehörige bedürfen.“
 

Anke Buhl ist Projektkoordinatorin der AWO für das PflegeNottelelefon in Schleswig-Holstein. Nicole Adamczewski und Daniela König betreuen den „Pflege Stützpunkt Plön. Margrit Hellberg leitet das Service- und Wohnzentrum der AWO in Schönkirchen und betreut gleichzeitig weitere geriatrische Projekte. Die vier Fachfrauen gehören zu denen, die nach 1999, als das Land der AWO die Verantwortung übertrug, sich künftig um den Aufbau einer Notanlaufstelle zu kümmern, die Zügel in die Hand nahmen.
Notanlaufstelle? Für wen? „Wir sind Ansprechpartner für Senioren, für pflegende Angehörige, für Nachbarn, Freunde, die nicht wissen, wie sie mit einem bestimmten geriatrischen Problem umgehen sollen“, berichten sie. Die demographische Gesellschaftsentwicklung macht solche Hilfe notwendig. Da gibt es in der Nachbarschaft einen allein lebenden Menschen, der seit Tagen nicht gesichtet wurde. Was ist zu tun, ohne aufdringlich zu wirken? Da lebt ein alter Mensch in einer Einrichtung und ist unglücklich. „Das alles“, so die Fachfrauen,“ hat immer mehrere Aspekte, die zu bedenken sind. Da ist einerseits die zwischenmenschliche Ebene, andererseits die rechtliche.“
 

Heißt zum Beispiel: Betreutes Wohnen bedeutet nicht automatisch, dass ein Mieter, der aus dem Krankenhaus entlassen wird, ein Anrecht auf pflegerische Betreuung hat. „Alles“, das betonen die Vier, „braucht immer erst einen Antrag.“ Weder die Betroffenen noch deren Familien seien aber in der Lage, den Paragraphendschungel in einer Akutsituation schnell zu durchdringen. Hier kommt das PflegeNotelefon“ mit den Pflegestützpunkten ins Spiel. Die Gesprächspartner sind fachlich geschult und vor allem mit vielen Fachleuten anderer Spezialbereiche vernetzt. „Wir vertrösten niemanden, der akut in Not ist, auf morgen und bitten, dann wieder anzurufen. Wir reichen die Nummer des Anrufers weiter an die Spezialisten, die genau wissen, was zu tun ist.“ Das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Gibt es eine bedrohliche gesundheitliche Situation, wird natürlich auch umgehend Hilfe geschickt. Hilfe im Alltag und zur Selbsthilfe – so lässt sich das Veranstaltungsprogramm überschreiben, mit dem die AWO allen helfen möchte, mit der Situation im Alter besser zurecht zu kommen.
 

Am 4. Mai zum Beispiel gibt es einen Vortrag zum Thema „Aber der Krieg ist immer in uns, Kriegskinder in der Pflege.“ Das Thema: Im Alter können alte Erinnerungen, die nie verarbeitet wurden, plötzlich wieder zur Bedrohung werden. Pflegende Angehörige stoßen an ungeahnte Grenzen, wenn Eltern plötzlich Ängste entwickeln, deren Ursache von außen nicht erkennbar ist.
 

Am 14. Juni geht es um das Thema „Im Alter is(s)t man anders, gesunde Ernährung hält fit und mobil“. Verständnis schaffen für geänderte Bedürfnisse und Wege suchen, zum Beispiel aus dem geringen Trinkbedürfnis (das zur Austrocknung mit einhergehenden geistigen Beeinträchtigungen) führen kann, zu erarbeiten. Beide Veranstaltungen finden im AWO Service- und Wohnzentrum Schönkirchen, Steinbergskamp 2 statt.
 

Drei weitere Veranstaltungen bietet die AWO im August, Oktober und November in Haus am Klostergarten in Preetz an.



Weitere Nachrichten Plön/Preetz
Stadtführerin Anne-Kathrin Kalb und Friedhofsverwalter Detlef Beisner laden zur 34. Friedhofsführung am kommenden Mittwoch, 3. Oktober ein.  Foto: Schneider

Auf den Spuren der Preetzer Geschichte

28.09.2018
Preetz (los). 13 „Kampfgenossen“ ist der Gedenkstein von 1873 auf dem Alten Friedhof gewidmet. Sie waren beim Schleswig-Holsteinischen Aufstand (1846-51) im Kampf gefallen und hatten schließlich im Preetzer Lazarett ihr Leben gelassen. Für Stadtführerin...
Zahlreiche Schwimmer stellten sich der sportlichen Herausforderung.

Preetzer Pokalschwimmen 2018

28.09.2018
Preetz (t). Der Preetzer TSV (PTSV) als Veranstalter des 32. Preetzer Pokalschwimmens konnte sich am 22. September über rege Teilnahme freuen. Zahlreiche Nachwuchssportler aus 11 Sportvereinen des Landes Schleswig-Holstein stellten sich dem Wettkampf, um auf...
Versenkten die Kupferkapsel im Grundstein: Bianca Lüßenhop (v.l.), Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Landrätin Stephanie Ladwig, Dennis Mihlan, Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses, und Jörg Früchtenicht vom Bremer Architekturbüro GSP

Feierliche Grundsteinlegung für Rettungswache

28.09.2018
Preetz (tg). „Mache das Haus den Bauherren zufrieden!“. Mit diesen Worten und einem symbolischen Hammerschlag auf den Grundstein schloss Landrätin Stephanie Ladwig die feierliche Zeremonie und gab den offiziellen Startschuss für den Bau der neuen Rettungswache....
Dahlien sind ihre Lieblingsblumen. Auf dem Klostergelände hat Viktoria von Flemming ein Beet angelegt, das mit seinen reichhaltigen Farbschattierungen verblüfft.

Ein Lebenskreis vollendet sich

28.09.2018
Preetz (kud). Ihr herzliches Lachen ist ansteckend. Sie liebt ihren großen Esstisch, weil daran immer wieder liebe Menschen Platz nehmen, die sie, die begeisterte Köchin, bewirten kann. „Das sind Begegnungen, die Freude machen“. Viktoria von Flemming, Priörin des...
Geben seit 25 Jahren alles für den Club. Von links: Thomas Vollmann, Andrea Kruse, Stefan Vollmann und Kai Kobarg.

Sparclub Spektral gönnte sich zum „25-jährigen“ ein neues Logo

22.09.2018
Schönkirchen (t). Im August 1993 gründete sich der „Sparclub Spectral“. Im gleichnamigen Musikcafe -Spectral in der Dorfstraße 4,Schönkirchen ging es in den Anfangsjahren hoch her. Mann musste am Wochenende um einen Platz am Tresen kämpfen. Sonntags war es etwas...

UNTERNEHMEN DER REGION