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Plattdeutsch soll nicht in Vergessenheit geraten

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Sven Thode ist stolz auf seine beiden „Plattsnackerinnen“ Maya Klose (links) und Marie Witt.

Sven Thode ist stolz auf seine beiden „Plattsnackerinnen“ Maya Klose (links) und Marie Witt.

Plön. Nur fünf Kinder wagten es. Sie aber trugen ihre plattdeutschen Geschichten beim Lesewettbewerb an der Gemeinschaftsschule Plön so überzeugend vor, dass die Jury ihre arge Not hatte, Sieger zu ermitteln. Also entschied sich das Dreiergremium für eine salomonische Lösung. Neben einem ersten und einem zweiten Platz landeten drei Schüler gleichberechtigt auf dem dritten. Der Pädagoge Sven Thode hatte wenig Mühe mit der Entscheidung, Plattdeutsch in den Klassen fünf und sechs zu unterrichten.
 
Die Gemeinschaftsschule Plön ist die einzige im Landkreis, die „Platt“ offiziell als Unterrichtsfach anbietet. Der 43jährige Pädagoge ist selbst auf dem Land groß geworden. „Da gehörte das Plattschnacken noch zum Alltag.“ Für Maya Klose, die beim Wettbewerb den ersten Preis einheimste, aus Plön stammt und die 5. Klasse besucht, gehört „Platt“ nicht mehr zum täglichen Leben. Einige ältere Verwandte sprechen es noch, aber mit denen kann sie sich auch auf Hochdeutsch verständigen. Ähnlich geht es Marie Witt, 11 Jahre alt. Sie lebt in Dersau und kann auch nur noch auf wenige Verwandte verweisen, die selbst mit Platt großgeworden sind. Beide Mädchen haben sich aber, genau wie 38 weitere Schülerinnen und Schüler, spontan entschlossen, sich für das neue Fach anzumelden. Und so büffeln sie derzeit einmal wöchentlich mit Sven Thode die Sprache, die „so gemütlich“ klingt.
 
Nach den Sommerferien werden sie sogar zwei Stunden wöchentlich haben. Es gibt ein offizielles Lehrbuch, das durchaus an solche aus dem übrigen Fremdsprachenangebot der Schule erinnert. Denn: Auch in diesem Buch heißt es zunächst einmal, Vokabeln zu lernen und dabei festzustellen, dass viele Wörter in der Schreibweise Ähnlichkeiten mit dem Englischen aufweisen, in der Aussprache dagegen nicht.
 
Alles nicht so schwierig, finden Maya und Marie. Sie wollten gern am Lesewettbewerb teilnehmen. Also studierten sie das Leseheft, das der Schleswig-Holsteinische Heimatbund für Schulen zusammengestellt hat und entschieden sich für eine Geschichte, die sie nach eifrigem Üben beim Wettbewerb vortragen wollten. Schwieriger wurde es da schon mit dem zweiten Text, der sie überraschend traf und den sie nur einmal durchlesen konnten, bevor sie ihn der Jury vortragen mussten. Lehrer Sven Thode ist mit dem Anfangserfolg dieses Pilotprojekts schon recht zufrieden. „Wir hätten uns zwar gefreut, wenn noch mehr Schüler am Wettbewerb teilgenommen hätten. Aber vielleicht schaffen wir das im kommenden Jahr.“ (kud)



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