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Preetzer Gilde feiert alljährliches Schützenfest auf dem Schützenplatz

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Preetz (tg) Am kommenden Samstag, den 15. Juni, feiert die Preetzer Schützengilde von 1442 e.V. auf dem Schützenplatz ihr jährliches Gildefest. Es ist für alle Gildebrüder und –schwestern der Höhepunkt des Jahres. Erst seit wenigen Wochen im Amt ist der neugewählte fünfköpfige Vorstand. „Wir möchten, unter Wahrung der Traditionen, die Gilde den heutigen Herausforderungen anpassen.“, erklärt Wolfgang Schneider, neu gewählter 1. Ältermann. Dabei geht es ihm vor allem um die Bewahrung und Vermittlung von traditionellen Werten, wie Aufrichtigkeit, Verbundenheit und Freundschaft. Ein Schwerpunkt der Gilde liegt weiterhin, so Schneider, auch in der Förderung der Heimatpflege. So soll z. B. das Preetzer Heimatmuseum weiter unterstützt werden. „Es war und ist uns außerdem ein wichtiges Anliegen, bedürftige Menschen in Preetz über unsere Stiftung finanziell zu unterstützen.“, ergänzt der 1. Ältermann. Die tiefe Verbundenheit zum Preetzer Kloster und die freundschaftlichen Kontakte zu den Gilden in Plön und Lütjenburg sowie zur den Schützen in der Partnerstadt Stavenhagen sollen weiter gestärkt und ausgebaut werden. Auch wenn die Mitgliederzahl in den letzten Jahren stabil geblieben ist, sollen neue Schützen gewonnen werden. „Wir sind offen für alle und heißen jeden herzlich willkommen.“, betont Rudolph Hartz, neuer 2. Ältermann. Die Preetzer Schützengilde zählt aktuell 95 männliche Mitglieder. „Laut Satzung ist es nicht vorgesehen, weibliche Mitglieder aufzunehmen.“, erklärt Wolfgang Schneider. Die Ehefrauen und Lebensgefährtinnen haben für ihn und alle anderen Gildebrüder ungeachtet dessen eine wichtige und zentrale Rolle im Vereinsleben. „Unsere Damen sind ein integraler Bestandteil und wir können uns ein Leben in der Gilde ohne sie nicht vorstellen.“, betont der 1. Ältermann. Tradition, Verbundenheit, Freundschaften und Geselligkeit werden gemeinsam gelebt, erfahren und geteilt. Brigitte Schneider, Tine Peters, Osa Hansen und Doris Rickert sind überzeugte Gildeschwestern, allesamt ehemalige Königinnen und eng verwurzelt im Vereinsleben. „Die Gemeinschaft ist ein Wert an sich und sehr wichtig für mich.“, betont Brigitte Schneider. Die Preetzerin ist mit ihrem Mann über Bekannte vor 20 Jahren zur Schützengilde gekommen. „Es waren sehr schöne Jahre, vor allem das Königsjahr.“, blickt sie zurück. Dies sieht auch Tine Peters so. Die Ex-Majestätin ist immer wieder beeindruckt, von der gegenseitigen Unterstützung. „Die Hilfsbereitschaft ist enorm, - wenn Veranstaltungen anstehen, gibt es sofort viele Helfer, die ohne Nachfrage ihre Mithilfe anbieten.“ Während ihrer Zeit bei den Schützen sind viele enge Freundschaften entstanden, die sie nicht mehr missen möchte. Das sieht auch Osa Hansen so: „Der gegenseitige Austausch ist sehr wichtig, auch außerhalb der Gilde.“ Doris Rickert ist als junge Frau über ihren Schwiegervater zu den Schützen gekommen. „Mir gibt die Gemeinschaft immer sehr viel, - und das sind nicht nur die Traditionen und die Bodenständigkeit.“, so die Preetzerin. Die Einbindung von neuen, jungen Gildeschwestern ist allen vier ein wichtiges Anliegen. „Frauen sind bei uns jederzeit herzlich willkommen, - einfach mal bei unseren Veranstaltungen vorbeizuschauen und mitzumachen.“, betonen die Ex-Königinnen unisono. Die nächste Gelegenheit hierfür ist das diesjährige Schützenfest. Das zweitägige Fest beginnt am Freitagabend, den 14. Juni, mit einer feierlichen Andacht in der Preetzer Klosterkirche. Anschließend marschiert der Schützenzug, mit zwei Rekruten (Neumitglieder) und dem traditionellen Gildevogel an der Spitze, vom Kloster, über den Marktplatz, in Richtung Schützenplatz. Dort angekommen wird zunächst der hölzerne Vogel „zu Baum gebracht“. Es folgt der traditionelle Kommers. Am Samstagmorgen, den 15. Juni, heißt es für alle Schützen auf dem Bismarckplatz „Angetreten!“, natürlich in entsprechender Festtagskleidung: schwarzer Anzug, mit hohem Hut und einer roten Rose am Revers. Von dort aus geht es mit Blasorchesterbegleitung auf den traditionellen Marsch durch die Schusterstadt. „Zuerst wird im Rathaus Bürgermeister Demmin vom Schützenzug abgeholt, anschließend der Klosterprobst von Hahn und zuletzt der scheidende König Christian Bruschkat.“, beschreibt Ältermann Schneider die Route. Erst danach ist der Schützenzug komplett und bewegt sich wieder in Richtung Marktplatz. Zuvor gibt es, das ist neu, am Alten- und Pflegeheim („Am Klostergarten”) einen kurzen Halt. „Eine Abordnung von uns wird eintreten, mit dem Musikzug, und den Bewohnern ein kleines Ständchen geben.“, erklärt Gildeschreiber Bodo Knott. Im Anschluss daran geht es weiter zum Marktplatz, auf dem gegen 11 Uhr der traditionelle „Gruß an die Stadt“ gespielt wird. Die Lütten dürfen sich hier wieder auf ein leckeres Eis freuen. Nach Ankunft auf dem Schützenplatz und der Vereidigung der Rekruten legen die Schützen am Ehrenmal für die gefallenen Soldaten auf dem Wehrberg einen Kranz nieder. „Damit halten wir das Gedenken an die verheerenden Kriegszeiten wach und erinnern an die Regionen heute in der Welt, die nicht in Frieden leben können.“, sagt Wolfgang Schneider. Die Schützengilde sieht sich nicht nur als ein Ort des Feierns und Spaßhabens, sondern auch als einen Raum für Geschichtsbewusstsein und weitergehende Gedanken, so der 1. Ältermann. Das Schießen auf den Vogel beginnt um 14 Uhr. Nach einer streng festgelegten Reihenfolge wird er Stück für Stück vom Baum geschossen. Dabei können die treffsichersten Schützen insgesamt 24 Trophäen gewinnen. Um 16 Uhr finden sich die Gildedamen zur gemeinsamen Kaffeetafel und zum Luftgewehrschießen ein. Nun beginnt der öffentliche Teil des Schützenfestes, zu dem die Preetzer Schützengilde alle Interessierten herzlich einlädt. Wenn am Abend dann endlich der Vogel gefallen ist, wird wieder das Gildeschicksal befragt werden und eine neue Majestät auserwählen.



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