Reporter Eutin

Von Übermut zu Bedrohung

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„Springen verboten“ - kaum einer hält sich daran. Statt dessen würden auch lebensrettende Rettungsringe zerstört, so Bürgermeisterin Hildegard Mersmann.

„Springen verboten“ - kaum einer hält sich daran. Statt dessen würden auch lebensrettende Rettungsringe zerstört, so Bürgermeisterin Hildegard Mersmann.

Mönkeberg (kud). Eltern inzwischen längst erwachsener Kinder erinnern sich nur zu gut: Sobald die Frühlingstemperaturen die 20-Grad-Marke erreichten, schwärmten die Teenies aus zum Strand. Goa-Parties und Saufgelage waren angesagt – ohne elterliche Aufsicht. Jetzt hatte Bürgermeisterin Hildegard Mersmann Anlass, genau dort, unten am Fähranleger, zu einem Bürgergespräch einzuladen, weil aus dem Schabernack von einst nun bitterer Ernst geworden ist, mit Beleidigungen, Bedrohungen, Vandalismus.

Die Stubenrauchstraße ist eine Anliegerstraße. 85 Prozent der Ausbaukosten mussten vor einigen Jahren die Anlieger tragen. Heute übernehmen in den Abendstunden Raser die Straße, beleidigen und bedrohen Bürger, die sich überhaupt noch nach draußen wagen. So jedenfalls sehen es die Menschen, die Mersmanns Einladung zum Fähranleger gefolgt sind.

Michael Martins, Leiter der Polizeistation des Kreises Plön und Jens Hamann, Leiter der Station Heikendorf, sind auch vor Ort, kennen des Problem und verweisen auf mehrere Einsätze, bei denen für etwas Ordnung und Ruhe gesorgt wurde. Dass aber zwei ihrer Beamtinnen, die der Situation nicht „Frau“ werden konnten, schließlich die Polizeihundestaffel anfordern mussten, um Randalierer des Platzes zu verweisen, darüber gibt es wenig Antworten. Die Polizei ist unterbesetzt, für einige Delikte nicht zuständig.

Hildegard Mersmann: „Manchmal machen Eltern ihren Kindern Respektlosigkeit auch vor. Da hält eine Mutter vor der Feuerwehrzufahrt. Die Tochter holt Eis, beide essen es im Auto. Selbst auf den Hinweis, dass dies eine Feuerwehrzufahrt ist, geschieht nichts“.

Der Wassersportverein hat inzwischen reichlich Erfahrungen gesammelt mit den Randalierern, denen es nicht genügt, einfach abends bei schönem Wetter am Strand zu sitzen. Mersmann: „Zerschlagene Scheiben, verwüstete Blumenkübel, Abendspaziergägnger, die bedroht werden, das wollen die Mönkeberger nicht länger hinnehmen.“

Die Anwohner fühlen sich verunsichert. Warum gibt es keine Viedeoüberwachung? Auch Amtsdirektor Hehenkamp hat sich für diesen Termin Zeit genommen. „Das gestatten uns die neuen Datenschutzgesetze nicht.“

Die beiden Vertreter der Polizei sehen das Problem nicht. „Mönkeberg liegt nicht weit vorn in der Kriminalitätsstatistik“. Die Einsätze werden, so erklären sie, zentral vergeben, und da habe vor Ruhestörung oder gleichartigen Delikten schwerere Kriminalität den Vorrang. Eine Videoüberwachung, so Martins, dafür sehe er wenig Chancen,dafür sei die Lage nicht schlimm genug. Die Bürger sehen das anders. Auch Bürgermeisterin Mersmann, die selbst an der Stubenrauchstraße wohnt und beobachtet, was hier abendlich geschieht.. Die Wassersportler haben inzwischen gründlich die Nase voll. Ihnen werden Karren gestohlen. Ins Vereinsheim werde eingebrochen. „Die Polizei kommt nach zwei bis drei Stunden. Wir brauchen ein vernünftiges Sicherheitskonzept.“

Hildegard Mersmann: „ Ein weiteres sehr großes Problem ist, dass die Randalierer immer wieder zerschlagenes Glas am Strand hinterlassen, an dem am nächsten Tag Eltern mit ihren Kindern baden wollen. Was ist, wenn sich Kindern beim Spielen verletzen?“



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