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Zusammenhalt, Geselligkeit und Traditionsbewusstsein seit 1442

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Schätzen und leben die Werte und Traditionen der Preetzer Schützen: Rekrut Renee Quatfasel (v.l.), 1. Ältermann Bernd Kodel und Ehrenältermann Horst Rickert

Schätzen und leben die Werte und Traditionen der Preetzer Schützen: Rekrut Renee Quatfasel (v.l.), 1. Ältermann Bernd Kodel und Ehrenältermann Horst Rickert

Preetz (tg). Am kommenden Samstag, den 10. Juni, feiert die altehrwürdige Preetzer Schützengilde von 1442 e.V. auf dem Schützenplatz wieder ihr jährliches Gildefest. Mit dabei sein werden, neben vielen Altgedienten, auch zahlreiche junge Gildebrüder. „Wir haben in den letzten Jahren viel Zuspruch bekommen und konnten viele neue Mitglieder für uns gewinnen.“, freut sich Bernd Kodel, 1. Ältermann, rückblickend. Darunter sind auch zahlreiche junge Gildebrüder. „Unser Erscheinungsbild hat sich in den letzten Jahren nach außen hin positiv verändert. Wir bzw. unsere Werte sind interessant und attraktiv, gerade auch für junge Menschen.“, erklärt Bernd Kodel. „Hier kommen Alt und Jung zusammen, tauschen sich aus, feiern auch und haben Spaß.“ Geselligkeit, Zusammenhalt, Heimatverbundenheit sind die zentralen Pfeiler der Werteordnung der Preetzer Schützen. Ein „Urgestein“ und seit über 50 Jahren mit dabei ist Horst Rickert. Der langjährige Ältermann und heutige Ehrenältermann ist 1962 über seinen Vater, Walter Rickert, als 25jähriger zur Gilde gekommen. „Anfangs war ich etwas skeptisch, als mein Vater sagte, du machst das jetzt.“, schildert der Pensionär zurückblickend. Für den heute 80jährigen sind vor allem der Zusammenhalt und die Gemeinschaft zentrale Werte der Schützengilde. „Die Kameradschaft entwickelt sich zur Freundschaft, im Zusammensein von Jung und Alt und dem Bewahren von Traditionen.“, schildert Horst Rickert seine Erfahrungen und betont: „je älter man wird, desto mehr erkennt man diese Werte und deren Bedeutung zu schätzen.“ Renee Quatfasel hingegen ist erst letztes Jahr eingetreten. Auch hier ist die Begeisterung für die Schützengilde generationenübergreifend. Sein Vater, Manfred Quatfasel, ist Gilde-Oberleutnant und war bereits Schützenkönig. „Ich habe das Gildeleben über meine Eltern in deren Königsjahr kennengelernt, weil ich bei vielen Veranstaltungen mit dabei gewesen bin. So kannte ich schon viele persönlich und wurde herzlich aufgenommen“, beschreibt der 46jährige Elektroinstallateur seine Anfangszeit. Der Erhalt der überlieferten Werte und Gepflogenheiten ist zentrales Motiv für seinen Eintritt. „Ich finde, dass die Traditionen es wert sind, fortgeführt zu werden – vor allem auch von Jüngeren.“, betont Renee Quatfasel. Für ihn stehen nicht der Schießsport, sondern vor allem auch die Geselligkeit und der gegenseitige Austausch von Jung und Alt bei den verschiedensten Veranstaltungen im Vordergrund. Für die Zukunft wünscht er sich deshalb, dass noch mehr junge Mitglieder den Weg zur Schützengilde finden. Alle freuen sich auf das nahende Schützenfest. „Aufgrund des 575. Jubiläums wird in diesem Jahr in einem größeren Rahmen gefeiert, mit entsprechenden Schützenabordnungen und Ehrengästen.“, erklärt Bernd Kodel. Eingeladen sind der Kreispräsident Peter Sönnichsen und die Landrätin Stephanie Ladwig. Der THW-Ortsverband und die Freiwillige Feuerwehr Preetz werden dieses Mal mit einer Delegation am Umzug durch die Schusterstadt teilnehmen. Zudem werden sich die Abordnungen befreundeter Schützenvereine, natürlich festlich gekleidet und mit Fahne, in den Zug der Preetzer Gilde einreihen: die Lütjenburger Schützen- und Totengilde von 1719, die Neuhauser Schützen- und Sterbegilde von 1881, die Plöner Schützengilde von 1621 sowie die Schützengesellschaft 1884 der Reuterstadt Stavenhagen. Das Gildefest beginnt am Freitagabend, den 9. Juni, mit einer feierlichen Andacht in der Klosterkirche. Danach geht es für alle Richtung Schützenplatz. Dort wird der Vogel „zu Baum gebracht“, mit anschließendem Kommers. Am Samstagmorgen, den 10. Juni, um Punkt halb acht, versammeln sich dann alle Schützen vor dem Restaurant „Artemis“ in Preetz – festlich gekleidet in schwarzem Anzug und mit hohem Hut. Von dort aus geht es, zusammen mit den eingeladenen Abordnungen und begleitet vom PTSV-Blasorchester und dem Gettorfer Spielmannszug, auf einen langen Marsch quer durch die Schusterstadt. „Zuerst wird der Bürgermeister vom Rathaus abgeholt, im Anschluss daran der Klosterprobst und zuletzt der scheidende König aus Scharstorf.“, beschreibt Bernd Kodel den ersten Teil der Route. Erst dann ist der Gildezug komplett und es geht weiter Richtung Marktplatz. Dort wird zwischen 11 und 11.30 Uhr der traditionelle „Gruß an die Stadt“ geblasen. Für die Kinder wird es wieder ein leckeres Eis geben. Nach der Ankunft im Festzelt auf dem Schützenplatz werden zunächst die jungen Rekruten – nach ihrem abgeschlossenen „Probejahr“ – offiziell vereidigt. Anschließend wird am Ehrenmal auf dem Wehrberg ein Kranz niedergelegt. Um 14 Uhr beginnt das Schießen auf den Vogel. Nach althergebrachter Reihenfolge wird er Stück für Stück vom Baum geholt: angefangen bei der Krone, über die Fahnen, Beine und Flügel wird dann nach und nach der Rumpf des Vogels abgeschossen. Gegen 16 Uhr treffen schließlich die Gildeschwestern zur gemeinsamen Kaffeetafel und zum Luftgewehrschießen ein. Jetzt beginnt der öffentliche Teil des Gildefestes, zu dem alle Interessierten herzlichen eingeladen sind. Je nachdem wie hartnäckig sich der Holzvogel erweist, wird gegen 18 Uhr mit dessen Fallzeit zu rechnen sein. Gegen 21.30 Uhr wird schließlich wieder das Gildeschicksal befragt werden und eine neue Majestät auserwählen.



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