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1967 in West Berlin eingestellt – 2017 in Schönberg in Betrieb

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Schönberger Strand (kas). Feierlicher Augenblick und viel Trubel in Schönberger Strand: Inmitten der vielen Schaulustigen am vergangenen Wochenende auf dem Museumsbahnhof waren mehr Berliner Akzente als Norddeutsche zu hören. Anlass war die Wiederinbetriebnahme der historischen Straßenbahn 3495. Und nicht nur der Tag der Straßenbahn wurde feierlich begangen, sondern auch „120 Jahre Hein Schönberg“. In rund eineinhalb Jahren und in mehreren tausend Stunden Arbeit war der Wagen 3495 liebevoll von ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins Verkehrsamateure und Museumsbahn (VVM) sowie von vielen fleißigen Helfern und Sponsoren aus Berlin restauriert und wiederhergestellt worden. Grund genug für einen Knalleffekt der besonderen Art, pünktlich um 11.09 Uhr: Die ersten Goldregen entlang der Straßenbahnschienen wurden gezündet. Dann schob sich der Wagen 3495 durch das Papiertor, gesteuert vom Wagenführer Dennis Gransee von der Berliner Verkehrs- Gesellschaft (BVG). Unter dem Beifall der Zuschauer hielt der Wagen vor der Absperrung und Gransee stieg erleichtert aus. Ein paar Freudentränen rollten ihm übers Gesicht. Gransee war es gelungen, in Berlin Unterstützer für den Erhalt des Wagens anzuheuern. Dabei haben viele Berliner Verkehrsfreunde tatkräftig vor Ort die Aufarbeitung des Wagens gefördert und zum Teil sogar tief in die Tasche gegriffen; nebenbei wurden weitere Spenden für das Projekt gesammelt. Dank gilt dem ehemaligen 2. Vorsitzenden vom VVM, Hans-Jürgen Kämpf, der 1973 so weitsichtig war und zwei Berliner Verbundwagen für den VVM erwarb. Der Wagen 3495 wurde 1927 von der Norddeutschen Waggonfabrik Bremen gebaut. Seine Länge beträgt 11,64 Meter, die Breite 2,20 Meter und er hat eine Spurweite von 1,435 Metern. Von innen und außen sieht der Wagen wie neu aus. Alles ist blank poliert, Sitze neu bezogen. Die Haltegriffe aus Chrom und die hölzernen Trennwände und Pfosten glänzen. Zur feierlichen Inbetriebnahme hatte Dennis Gransee auch noch einige Andenken in seinem Koffer aus Berlin. Der zukünftige Fahrer Claus Thiele erhielt das Original „Besteck“ in Niro, um den Wagen zu öffnen und in Gang zu setzen. Der eigentliche „Vater“ des Wagens erhielt eine goldene Krawattennadel in Form einer Straßenbahn Nr. 3495. Schönbergs Bürgermeister Peter-A. Kokocinski sprach seinen Dank an alle Ehrenamtlichen der BVG sowie des VVM aus. „Eine großartige Leistung – ein großartiges Ergebnis“, fand er. Er bedankte sich auch bei Dennis Gransee, der mit seiner Original „Berliner Schnauze“ Leben in die „Bude“ brachte. Einige Tage wird der Wagen 3495 noch seine Runden drehen, bevor er vom Schönberger Strand per Tieflader von einer Spedition nach Berlin gebracht wird. Einige Arbeiten werden dort noch durchgeführt, und am 2. Oktober, exakt an dem Tag, an dem vor 50 Jahren die letzten fahrplanmäßigen Züge der Straßenbahnlinie 55 verkehrten, wird es ein Wiedersehen mit dem Mitteleinstiegswagen 3495 geben. Danach kehrt der Wagen zurück an die Ostsee.



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