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Ein Erntejahr ohne Belohnung

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Eine Hand voll Gerste. Christoph Schneekloth-Plöger schließt in diesen Wochen eine ertragsschwache Ernte ab.

Eine Hand voll Gerste. Christoph Schneekloth-Plöger schließt in diesen Wochen eine ertragsschwache Ernte ab.

Höhndorf (kud). „Nein, die Trockenheit allein ist nicht verantwortlich für die schlechte Ernte in diesem Jahr“, sagt Landwirt Christoph Schneekloth - Plöger. Er biegt einige Weizenhalme beiseite. Zum Vorschein kommt ein Boden, der aufgerissen ist und kaum noch Feuchtigkeit enthält. „Als wir die Saat ausbrachten, war der Boden dagegen viel zu nass. Das ist, als wenn man jemanden ständig mit dem Kopf unter Wasser hält“.
Schneekloth-Plöger ist Landwirt in Höhndorf und einer von zwei Gesellschaftern der Holstein – Agrar GmbH und Co. KG. Das Unternehmen bewirtschaftet 1 150 Hektar Land. Angebaut werden Gerste, Raps, Weizen und Mais. Auch das Weizenfeld, an dessen Rand er steht, wird wenig Gewinn bringen. „In normalen Jahren stehen 600 bis 800 Halme pro Quadratmeter, in diesem Jahr sind es nur 350 bis 400. Die ständigen Regenfälle des vergangenen Jahres haben das ausgesäte Korn fast ertränkt. Die Pflanzen konnten keine in die Tiefe gehenden Wurzeln bilden. Und mittlerweile ist der Boden so trocken, dass die Pflanzen kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen können“. Das Ergebnis: Die meisten Ähren an den Halmen sind deutlich kleiner als in normalen Jahren. „Wir rechnen mit einem Ernteergebnis, das mindestens 20 Prozent unter dem Durchschnitt liegt“. Dabei, so Christoph Schneekloth - Plöger, sei der Schaden auf den Feldern, die überwiegend Lehm enthalten, weniger gravierend als auf Sandböden, die viel schneller austrocknen.
„Bei unserer Bodenbeschaffung sind zehn Tonnen Weizen pro Hektar ein normaler Ertrag. Mehr als acht Tonnen werden es in diesem Jahr nicht werden. Für eine Tonne Weizen erhält der Landwirt aktuell 175 Euro auf dem Markt, das macht also 1400 Euro pro Hektar“. Und dann macht Schneekloth - Plöger die Gegenrechnung auf und präsentiert die Ausgaben, die dem entgegenstehen: 600 Euro Produktionskosten, 600 Euro Betriebskosten, 500 Euro Pacht für die Flächen, die nicht sein Eigentum sind. Ein Minus von 300 Euro pro Hektar. Galgenhumor macht sich in seinem Gesicht breit. „In diesem Jahr haben wir wirklich mal Grund zur Klage“. Er reißt zwei Ähren von den Halmen. Die eine ist nur halb so groß wie die andere. Mit den Händen zerbröselt er die Ähren, bis nur noch Körner übrig sind. Aus der kleinen Ähre purzeln nicht einmal zehn Körner hervor. Die steckt sich Christoph Schneekloth - Plöger jedoch vergnügt in den Mund, zuckt mit den Schultern. „So ist das eben in diesem Jahr. Ich fühle besonders mit den kleinen Betrieben, die schon im vergangenen Jahr erhebliche Ernteeinbußen durch die Nässe hatten“.
Auf dem Hof liegen Berge von Gerste. Auch das könnte mehr sein, beim Raps sieht es ähnlich schlecht aus. „Der Mais ist gerade einmal halb so hoch wie er sein müsste“. Die Begeisterung für seinen Beruf lässt sich Christoph Schneekloth - Plöger dennoch nicht nehmen. Er wusste schon als Junge, dass er den elterlichen Betrieb eines Tages übernehmen würde. Nach Abitur und Studium war es dann so weit. „Wenn man in diesem Beruf Erfolg haben will“, meint er und blickt sich auf dem Hof um, „dann muss man akzeptieren, dass auch ein landwirtschaftlicher Betrieb wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen geführt werden muss“. Nicht geändert haben sich die Abläufe des Jahres. Ertragsprobleme hin oder her: Es ist trocken, die Maschinen sind den ganzen Tag im Einsatz, die Ernte wird wenigstens trocken sein, wenn sie vom Feld kommt.



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