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Ein Verein ohne Nachwuchssorgen

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Strahlende Gesichter bei der Jugendriege des Angelvereins Schlesen. Zwei neue Jugendboote konnten sie dank zahlreicher Spenden in Besitz nehmen.

Strahlende Gesichter bei der Jugendriege des Angelvereins Schlesen. Zwei neue Jugendboote konnten sie dank zahlreicher Spenden in Besitz nehmen.

Schlesen (kud). Jürgen Döhring schaut aus dem Fenster und beobachtet den Anglernachwuchs, der sich gerade auf dem Steg am Dobersdorfer See tummelt. Gerade hat der Verein zwei neue Jugendboote eingeweiht. Die brauchten sie dringend, um die Nachwuchsangler alle „anlernen“ zu können.
„Kürzlich besuchte ich einige befreundete Vereine“, berichtet Vorsitzender Döhring. „Alle klagten über Nachwuchssorgen. Wir haben dieses Problem nicht. Derzeit haben wir 27 Kinder und Jugendliche bei insgesamt 110 Mitgliedern. Da müssen wir uns um unseren Altersdurchschnitt keine Sorgen machen.“ Es sind Kinder und Jugendliche aus der Umgebung, die mitmachen möchten, aber auch Kinder von Zweitwohnungsbesitzern, die die Wochenenden mit ihren Familien in der ländlichen Idylle verbringen.
„Natürlich“, räumt Döhring ein, „ist unser Gelände hier ein wunderbares kleines Idyll. Im Sommer können die Kinder schwimmen, sie sind in der Gemeinschaft und verbringen viel Zeit miteinander. Geschenkt wird ihnen im Verein aber nichts.“ Damit meint er: „Wer angeln will, muss zunächst einmal Verantwortung lernen. Bei uns muss sich jeder an Regeln halten und auch an Arbeitseinsätzen teilnehmen.“ Regelmäßig muss die Uferböschung gepflegt werden, kein Kind darf ohne erwachsenen Begleiter auf den See fahren. Es gibt noch mehr Regeln, die beachtet werden müssen, damit es kein Unglück auf dem Wasser gibt und Fische und Natur keinen Schaden durch den Menschen nehmen.
Mit 12 dürfen Kinder einen Angelschein machen. Bis dahin müssen sie allerdings viel lernen. Zunächst einmal müssen sie wissen, welche Fische sie im Wasser antreffen. Im Dobersdorfer See sind das Hecht, Zander, Barsch, Aal, Karpfen, Schleie und Weißfische. Die dürfen aber nicht alle zur gleichen Zeit geangelt werden. Jürgen Döhring: „Auch Fische haben Schonzeiten. Wir versuchen schon immer durch gezielten Einsatz von Kördern, nicht die falschen an den Haken zu bekommen. Wenn das aber doch einmal passiert, setzen wir sie wieder aus.“ Auch das ist Anglerwissen.
Im kleinen Vereinshäuschen drängen sich die Mitglieder. Auf den Tischen steht Kartoffelsalat, draußen auf dem Grill garen Fischspießchen. Alle freuen sich über „Flinker Hering“ und „Zanderjäger“, die beiden neuen Boote, die draußen noch auf dem Trockenen liegen. Die 5000 Euro, die dafür notwendig waren, sind zu 100 % finanziert durch Spenden. Fördesparkasse, VR-Bank, Rotary-Club Plön, Gemeinde Schlesen, Kreissportverband, Kreissportfischerverband – sie alle haben sich zusammengetan, um dem „Club 17“, so nennt sich der Schlesener Angelverein, weil er im Jahr 1971 mit 17 Mitglieder zur Vereinsgründung schritt, zu helfen.
„Die Kinder, die zu uns kommen, lernen eine noch intakte Natur kennen“, erzählt Jürgen Döhring. Sie lernen Fischreiher und Kormorane, sogar Seeadler kennen. „Die Adler kommen sogar auf 20 bis 30 Meter an uns Menschen heran.“ Für den Verein hat am 1. Mai die Saison begonnen. Bis 30. November ist Angelzeit. „Wir freuen uns immer auf neue Mitglieder“, so Döhring, „egal, ob es sich dabei um Kinder, Jugendliche oder Erwachsene handelt. Für Kinder gilt als Aufnahmekriterium: Sie müssen schwimmen können.
55000 Aale als Neubesatz hat der Verein im vergangenen Jahr im See ausgesetzt. Jetzt hoffen die Angler auf eine gute Saison. Und die jungen Mitglieder müssen viel lernen zu den Themen Bootskunde, Rettungsmanöver, Sicherheit und natürlich Fischkunde.


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