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Endlich wieder eine neue Perspektive

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Der Bauhof Schwentinental und damit das gesamte Team haben Verstärkung. Fünf Langzeitarbeitslose sind seit 1. Juni nach langer Zeit mit neuen Jobs dabei.

Der Bauhof Schwentinental und damit das gesamte Team haben Verstärkung. Fünf Langzeitarbeitslose sind seit 1. Juni nach langer Zeit mit neuen Jobs dabei.

Schwentinental (kud). Sie sind nicht mehr jung, seit Jahren haben sie keine Arbeit mehr. Die Stadt Schwentinental macht es sich zum Ziel, Menschen aus der Langzeitarbeitarbeitslosigkeit wieder in eine geregelte Arbeit zu bringen. Eigentlich sollten es nur zwei Bewerber sein, genommen hat die Stadt schließlich fünf. Vier arbeiten jetzt auf dem Bauhof, einer im Rathaus. Und das kam so.
„Lange haben wir darüber nachgedacht, wie wir Arbeitgeber motivieren können, mehr Langzeitarbeitslose wieder in Betriebe zu integrieren“, berichtet Michael Stremlau, Bürgermeister der Stadt Schwentinental. „Dann wurde uns klar, dass auch wir als Stadt Arbeitgeber sind. Also sollten wir auch mit bestem Beispiel vorangehen.“ Stremlau weiß, wovon er spricht. Bevor er Bürgermeister von Schwentinental wurde, war er Leiter des Jobcenters Kiel. Auf dem Bauhof und im Rathaus fehlten dringend Arbeitskräfte. Gemeinsam mit dem Jobcenter begann die Suche nach geeigneten Kräften. Diese, so Thomas Bohse, Pressesprecher der Agentur für Arbeit, konnten schnell ermittelt werden. Fulko Wedemeier, Arbeitsvermittler beim Jobcenter Plön: „Wenn wir Kräfte vermitteln, müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Sie müssen seit mindestens sieben Jahren ohne Arbeit sein.“ Das heißt: Sieben Jahre ohne geregelte Arbeit, ohne Einkommen, abhängig von staatlichen Geldern.
„Die Stadt“, so Bürgermeister Stremlau, „wollte eigentlich zwei Personen einstellen. Dass es dann fünf wurden, hatte folgenden Grund: Wir hatten sieben Vorstellungsgespräche. Sechs der Interessenten waren sehr interessiert. Bei allen hatten wir den Eindruck, dass sie zu uns passen könnten.“ Also gab es für alle eine Woche Praktikum. Bauhofleiter Thomas Nebendahl: „Alle Bewerber zeigten sich interessiert und engagiert.“ Die Stadt entschied: Wir nehmen fünf der Bewerber, vier auf dem Bauhof, einen im Rathaus für Hausmeistertätigkeiten.“ Und da sind sie also. Marco Kock aus Preetz ist mit 43 Jahren der Jüngste. Der gelernte Kfz-Mechaniker mag Arbeiten im Freien, hat auch schon mal im Wildpark ausgeholfen. Aber die einjährige Maßnahme lief aus. „Auf dem Bauhof werde ich auch wieder viel im Freien arbeiten. Darauf freue ich mich.“
Stefan Prehn ist 56,kommt aus Mönkeberg und ist gelernter Zimmermann. „Es gab immer mal wieder kurzfristige Aufträge, aber keine Festanstellungen. Hier auf dem Bauhof kann ich hoffentlich auch alles, was ich einmal gelernt habe, einsetzen.“
Frank Schwetschel ist mit 60 Jahren der älteste Neuzugang im Bauhof-Team. Er kommt aus Preetz und soll im Rathaus als Hausmeister tätig werden. Er ist gelernter Glaser, hat lange als LKW-Fahrer gearbeitet. Seit neun Jahren hat er keine neue Festanstellung gefunden.
Auf dem Bauhof heißt es nicht nur anpacken, da braucht es auch Kenntnisse auf vielen Gebieten. Thomas Nebendahl: „Natürlich müssen wir die neuen Kollegen in viele Themen einarbeiten. Das kostet Zeit. Dafür werden sie uns aber nach dieser Einarbeitung bestens unterstützen können.“
Welche Kosten entstehen der Stadt durch diese Einstellungen? Fulko Wedemeier und Thomas Bohse: „Keine. Die Löhne und auch die beruflichen Fortbildungen übernimmt das Jobcenter. Weiterbildungen bis zu 3000 Euro, bei Bedarf mehr, können wir zusichern. Die neuen Arbeitnehmer wissen, dass sie Lohn für geleistete Arbeit erhalten, in die Renten- und Pflegekasse einzahlen, Steuern entrichten, wirtschaftlich wieder ihr eigener Herr sind.“
Michael Stremlau: „Für jeden haben wir einen individuellen Fünf-Jahres-Plan erarbeitet. Wenn alle Anforderungen erfüllt sind, werden die Mitarbeiter auch danach in den Dienst der Stadt übernommen.“ Frank Schwetschel freut sich über die sichere Option. In fünf Jahren geht er in Rente.


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