Reporter Eutin

Es klingelt wieder in der „Tafel“-Kasse

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Schönberg (kud). Elke Boller und Bettina Helm strahlen. Ihr kleiner Gemeinschaftsraum hinter den Verkaufsflächen der Schönberger „Tafel“ ist überfüllt. Am Tisch sitzen lauter Menschen, die der „Tafel“ Geld bringen. Sie alle haben durch Aktionen gesammelt. Da ist Harald Tibus, ortsansässiger Künstler. Er hat eigene Arbeiten versteigert. Dann ist da Bernd Klement aus Laboe, der beim Seebrückenfest mit seinem Schiff Geld sammelte. Philipp Thomas vom Touristservice Schönberg hat Bücher verkauft, die am Ende der Saison übrig waren. Und Jörg Wilhelmy von den Lions bringt einen Scheck über 500 Euro mit. Bürgermeister Peter A. Kokocinski und die Damen von der „Tafel“ sind erleichtert. Das Fahrzeug, mit dem die Ehrenamtler Woche für Woche Waren in den Märkten einsammeln, ist in die Jahre gekommen. Über kurz oder lang wird ein neuer Lieferwagen gebraucht. Da zählt jeder Euro.
Vorn im Laden verräumen Ehrenamtlerinnen frisches Obst und Gemüse. Fein säuberlich in den Regalen aufgereiht, ist das ein schöner Anblick. Am Nachmittag kommen die Kunden. „Wir sind sehr glücklich über jede Spende, die wir erhalten“, erklärt Elke Boller, Leiterin der „Schönberger Tafel“. „Viele Supermärkte bedenken uns. Für die Kunden erweitern diese Spenden das Angebot sehr erfreulich.“
Ein „Aber“ gibt es dennoch. Und das liegt Elke Boller sehr auf der Seele. „Unsere Fläche ist einfach zu klein. Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen mit Rollator, Rollstuhlfahrer haben kaum eine Chance, sich bei uns in Ruhe umzusehen und zu wählen. Die Lagerkapazitäten sind vollkommen ausgereizt. Kürzlich sollten wir einen Kühlschrank als Geschenk erhalten, aber wir haben keinen Platz, ihn aufzustellen.“ Auch in den hinteren Räumen, in denen langfristig lagerbare Lebensmittel auf Vorrat liegen, ist kein Platz mehr.
„Die Zahl unserer Kunden macht zwar ständig neue Spenden notwendig. Annehmen können wir sie derzeit jedoch nicht, weil uns der Platz fehlt.“ Der Vermieter hat schon zugesagt, eine freie Fläche hinter dem Gebäude zum Aufstellen eines Containers zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde, so der Bürgermeister, wolle die „Tafel“ weiter nach Kräften unterstützen und bietet Unterstellmöglichkeiten im wenige Meter entfernten Bauhof an. Eine wirkliche Lösung ist das alles aber nicht, das wissen sowohl der Verwaltungschef als auch die Damen der „Tafel.“
Denn: Die Zahl derer, die die „Tafel“ nutzen, immer mittwochs von 13 bis 16.30 Uhr, wächst seit Jahren. „Aktuell sind bei uns 120 bis 150 Haushalte aus Schönberg und der Probstei gelistet, das heißt, 400 bis 600 Personen“, so Elke Boller. Dabei handelt es sich zunehmend um Großfamilien, die ihren Bedarf aus Eigenmitteln nicht mehr decken können, aber auch Rentner, ebenso wie Flüchtlingsfamilien. Immer dienstags und mittwochs fahren die ehrenamtlichen Helfer los und holen in den Märkten der Probstei und in Kiel Waren ab, die dann mittwochs ausgegeben werden. „Selbstbedienung können wir nicht anbieten“, sagt Elke Boller. „Wir wollen, dass auch der letzte Kunde des Nachmittags noch eine Auswahl vorfindet wie der Erste.“ Deshalb geschieht die Ausgabe der Waren über den Tresen. Das Augenmerk liegt dabei auf der Personenzahl, die versorgt werden muss. „Sehr gut arbeiten wir auch mit der Kieler Tafel zusammen“, betont Elke Boller. „Wenn wir einmal bei einer Ware einen Engpass haben, bekommen wir sie und umgekehrt.“ Alles, was in den Räumen am Eichkamp geschieht, ist ehrenamtliche Tätigkeit. Es gibt einen festen Stamm, der schon lange dabei ist. Aber: „Auch unsere ehrenamtlich Tätigen möchten mal Urlaub machen, werden mal krank. Wir brauchen dringend Verstärkung.“ Elke Boller bittet alle, die einige Stunden im Monat erübrigen können, sich bei der „Tafel“ zu melden. „Einfach mal reinschauen am Mittwoch.“


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