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Gelebte Menschenliebe im Fokus des Neujahrsempfangs Laboe

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Laboe (uwr). Beim Neujahrsempfang im Laboe reichten die aufgereihten Stühle bei weitem nicht aus. Dicht gedrängt standen die Laboer in der Grundschule Laboe. 2017 stand die Verleihung des Bürgerpreises im Fokus des Neujahrsempfangs. Kai Rönnau wurde für seinen Einsatz in der Flüchtlingshilfe ausgezeichnet. Die stellvertretende Bürgermeisterin Wiebke Eschenlauer konnte sich noch gut an ihren Aufruf zu einem Treffen vor zwei Jahren erinnern, wer den „Geflüchteten helfen wolle“. „Es zeigte sich, dass die Zivilgesellschaft in Laboe funktioniert“, erklärte sie stolz. Viele Familien in Laboe kannten die eigenen Geschichten. 1947 waren unter der Laboer Bevölkerung 47 Prozent Geflüchtete. Jetzt wollten sie helfen. Auf der Versammlung am 15. Januar 2015 kamen so viele, dass schnell klar war, ohne Koordination der verschiedenen Hilfsangebote ginge es nicht. Claudia Bern, Walter Kreft und Kai Rönnau fanden sich zusammen. Aus ihrer Gruppe wuchs ein breites, gut aufgestelltes Netzwerk. Die Aufgaben änderten sich mit der Zeit. Während am Anfang Wohnraum beschaffen und Versorgung mit dem Nötigsten im Vordergrund standen, ginge es jetzt darum, deutsch zu lernen, bei Behördenvorgängen und Anerkennungsverfahren zu helfen. Dabei gehe es nicht um „Multikulti, sondern um gelebte Menschlichkeit“, betonte Wiebke Eschenlauer in ihrer emotionalen Rede. Mit der erfolgreichen Ausstellung „gestrandet“ bekamen die neuen Bürgerinnen und Bürger aus Laboe, Brodersdorf und Wendtorf die Möglichkeit, ihre Geschichten zu erzählen und Vorurteile abzubauen. Kai Rönnau nahm zutiefst bewegt, die Auszeichnung entgegen. Er käme sich ein wenig vor, wie bei einer Oskarverleihung. „Ich möchte den Preis weitergeben, an alle Menschen, die geholfen haben“, sagte er und holte kurzerhand alle nach vorn. Da wurde es eng auf der Bühne. Helfer, neue Mitbürger mit ihren Kindern standen gemeinsam stolz beisammen. Nicht nur sein Bild vom arabischen Kulturkreis habe sich gewandelt. Die neuen Mitbürger brachten ihre Wärme und Herzlichkeit sowie eine tiefe Gastfreundschaft mit. Kai Rönnau bedankte sich auch bei seinen Eltern und seiner Großmutter, welche ihm Demut und Menschlichkeit lehrten. Er hob eine braune Schale hervor. Ein besonderes Mahnmal, brachte die Schale doch seine Familie mit, als sie von Pommern über das Eis nach Schleswig-Holstein flohen. „Die Schale mahnt uns, dankbar zu sein, dass es uns gut geht“, betonte er und lud Interessenten ein, jeden ersten und dritten Donnerstag zu den Begegnungsabenden im Freya-Frahm-Haus vorbeizuschauen. Stolz verkündete Kai Rönnau, dass im Buena Vista jetzt die ersten beiden Neubürger einen festen Arbeitsplatz gefunden haben. Dr. Kalid Zarka ist erst seit 14 Monaten in Laboe und bedankte sich – ohne eine Rede vorbereitet zu haben - im Namen aller Neubürger bei den Helfern. Seit er Deutsch lerne und die Menschen hier getroffen habe, fühle er sich sehr gut aufgehoben und nicht mehr isoliert wie in der Anfangszeit in Deutschland. Die Grußworte des Kreises Plön für das neue Jahr überbrachte die stellvertretende Landrätin Kirsten Bock. Durch die Senkung der Kreisumlage um 0.7% würde auch Laboe entlastet werden. Rund 34.000 Euro hätte die Gemeinde jetzt mehr zur Verfügung. Kirsten Bock unterstrich in ihrer Rede die lebhafte Begegnungskultur in Laboe. Mit den Abenden im Freya-Frahm-Haus und der Ausstellung „gestrandet“ hätten die Initatoren weit über Laboe hinaus Menschen beeinflusst. Ohne ehrenamtliches Engagement wäre dies nicht möglich gewesen. Unruhig wurde es im Saal als die stellvertretende Kreisrätin hervorhob, dass es im Kreis und Land positive Signale für die Zukunft der Meeresschwimmhalle gäbe. Erst in den letzten Tagen hatte viele Laboer auf zwei Veranstaltungen die ernüchternden Ergebnisse eines Gutachtens zur „Konzeption einer Schwimmhallenversorgung für die Gemeinden des Amtes Schrevenborn und den Gemeinden des Amtes Probstei für die Jahre 2016 bis 2040“ vorgestellt bekommen. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst erklärte am Sonntag noch einmal, dass eine Sanierung oder ein Neubau der Schwimmhalle zwischen 8 und 10 Mill. Euro kosten würde. Damit die Besucherzahlen anstiegen, müsste das Bad attraktiver und die Freizeitangebote erweitert werden, damit stiegen die Kosten auf 13 Mill. Bei der ohnehin angespannten Haushaltslage in Laboe bliebe nur wenig Spielraum für Wünsche. Die Gemeinde Laboe wird die verschiedenen vorgestellten Konzepte abwägen, um eine Entscheidung zu finden. Dem Förderverein der Schwimmhalle sei es aus rechtlicher Sicht nicht möglich, die Schwimmhalle zu betreiben. Der größte Anteil des Haushaltsgeldes fließe in die Kinderbetreuung. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst freute sich, dass auch die kurzfristige hohe Nachfrage nach Krippenplätze erfüllt werden konnte. In Zusammenarbeit mit dem DRK und der evangelischen Kirche versuche die Gemeinde auch in Zukunft den Anforderungen gerecht zu werden. 2017 werden unter anderem rund 650.000 Euro in die Sanierung der Straßen investiert, informierte die Bürgermeisterin weiter. Sie bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde. Laboe sei ein liebenswerter Ort und mit dem Engagement können erst das reichhaltige Kulturleben und die sportlichen Angebote umgesetzt werden. In ihrer Rede gratulierte sie vor allem Traute Steffen zur Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für ihren lebenslangen Einsatz für den Erhalt der plattdeutschen Sprache und ihre Arbeit bei den Laboer Lachmöwen. Musikalisch begleitete das Gesangstalent Molly Sue Horn den Neujahrsempfang. Die Laboerin war Halbfinalistin bei „The Voice Kids“. Nach dem Neujahrsempfang blieben viele Gäste zum Mittagessen. Der Herrenkochclub Laboe kochte Kartoffelsuppe für alle. Die Spenden für die Getränke gingen an den Förderverein der Grundschule Laboe.



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