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„Jecken“ haben einen harten Job

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Wie passen 80 Kinder, Erzieher, Mütter mit Kinderwagen, eine Bürgervorsteherin und ein Bürgervorsteher in eine eigentlich geräumige Rathaus-Eingangshalle? Mit etwas gutem Willen geht das.

Wie passen 80 Kinder, Erzieher, Mütter mit Kinderwagen, eine Bürgervorsteherin und ein Bürgervorsteher in eine eigentlich geräumige Rathaus-Eingangshalle? Mit etwas gutem Willen geht das.

Schönberg (kud). Die echten „Jecken“, die im Rheinland und in Nordrhein-Westfalen, wissen es schon lange: „Jeck“ ist ein beinharter Job. Am Rosenmontag breitete sich diese Erkenntnis nun auch im Schönberger Rathaus aus. Rund 80 Kinder samt Erzieherinnen und Müttern mit Kinderwagen stürmten die Eingangshalle, die eigentlich gar nicht so klein ist. Bürgervorsteherin Christine Nebendahl und Bürgermeister Peter A. Kokocinski flüchten sich in eine winzige Nische, von der aus sie das Szenario sehr schnell genießen. Die Kindergärten KiTa „Kunterbunt“ und „Strandpiraten“ hatten eine Gemeinschaftsaktion geplant. Sie wollten Bürgervorsteherin und Bürgermeister ein Ständchen zum Fasching bringen. Erstaunlich diszipliniert versuchen sich die jüngsten Schönberger nun, einen winzigen Stehplatz zu ergattern. Und los geht es. Einfach nur singen ist nicht in dem Alter. Also singen mit Körperbegleitung. Gar nicht so einfach, in der Enge alle besungenen Gliedmaßen so zu positionieren, dass Gestik und Text übereinstimmen. Aber: Christine Nebendahl und Peter A. Kokocinski lernen schnell und haben sichtlichen Spaß an dieser Aktivität, die so ganz anders ist als alles andere, was sie sonst an Wichtigem zu tun haben. Wiederzuerkennen sind die beiden auch nicht. Aus dem smarten Bürgermeister ist ein wichtig drein schauender Pirat geworden, aus der Bürgermeisterin eine deutlich fröhlichere Fantasiegestalt. „Ich habe mir diesen genehmigten Nebenjob als Pirat zugelegt, damit wir euch auch etwas mitbringen können.“ Gemeinsam hiefen Christine Nebendahl und er einen gut gefüllten Korb in die Luft. Inhalt? Na, was wohl? Kamellen natürlich, wie es sich am Rosenmontag gehört. Und die fliegen nun Hände weise durch die Luft. Vergessen sind schwierige Tanzschritte und Melodien. Die Jagd auf die Bonbons beginnt, was in der drangvollen Enge des Raumes nicht ganz ohne Kollisionen abgeht. Dann setzt sich die Karawane aus Räubern, Piraten, Kätzchen, Feen und sonstigen Fantasiegestalten wieder in Bewegung. Ab in den Kindergarten und dann nach Hause, erholen. Zurück bleiben lächelnde Gemeindeoberhäupter. Peter A. Kokocinski zupft zum letzten Mal die Langhaarperücke zurecht, Christine Nebendahl richtet ihren Hut. „Das hat Spaß gemacht.“



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