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Johanniter bringen den Schulsanitätsdienst nach Europa

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Schulsanitäter Lasse lässt sich als „Verletzter“ im Film von den Schulsanitätern Lina und Jannis helfen. Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Schulsanitäter Lasse lässt sich als „Verletzter“ im Film von den Schulsanitätern Lina und Jannis helfen. Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Kiel/Heikendorf (t). Gibt es an der Schule einen medizinischen Notfall, sind Schulsanitäter/innen schnell vor Ort und leisten professionelle Hilfe. An der Grund- und Gemeinschaftsschule Heikendorf haben die Johanniter einen Erklärungsfilm zum Thema gedreht, in der Hauptrolle der dortige Schulsanitätsdienst.
Verletzungen beim Sport, Gerangel auf dem Schulhof oder auf der Treppe in der Pause, aber auch Akuterkrankungen wie Kreislaufschwäche kommen in der Schule vor. Häufig geht es so: Plötzlich stürzt ein Schüler und kein Klassenkamerad weiß, was zu tun ist.
Alleine 2017 wurden bundesweit 1.212.550 Schulunfälle gemeldet, davon 44.148 in Schleswig-Holstein (Statistik: Deutsche gesetzliche Unfallversicherung DGUV). Wenn sich ein Betroffener in einer Gefahrenlage befindet, wissen die Schulsanitäter/innen, wie sie ihn optimal erstversorgen. „Die Kinder und Jugendlichen sind fit in Blutdruckmessen, können die stabile Seitenlage und beherrschen die Herz-Lungen-Wiederbelebung“, berichtet Mathis Petersen, Koordinator des Schulsanitätsdienstes, Kiel.
An der Grund- und Gemeinschaftsschule Heikendorf kennen die Schüler/innen und Lehrer/innen die Vorzüge. Schulsanitätsdienste bieten den großen Vorteil, dass geschultes Personal direkt vor Ort ist. „Auch die Lehrer/innen und Sekretärinnen werden durch diese Hilfe entlastet, wenn sie wissen, dass der Schulsanitätsdienst unterwegs ist und sie sich dann nicht um jedes Pflaster zu kümmern brauchen“, sagt Schulleiterin Brigitte Peschties.
In ganz Schleswig-Holstein gibt es bereits über 70 Schulen, die mit Hilfe der Johanniter einen Schulsanitätsdienst (SSD) aufgebaut haben. Dieser versteht sich als eine Kooperation zwischen?der?Johanniter-Jugend?und?der?Schule,?bei der beide Partner gleichermaßen?verantwortlich?sind. Im Regionalverband Schleswig-Holstein Nord/West engagieren sich etwa 600 Jugendliche in rund 40 Schulsanitätsdiensten.
An der Grund- und Gemeinschaftsschule Heikendorf haben die Johanniter in Kiel einen Erklärungsfilm zum SSD als Videoclip produziert und dabei vor allem die Schüler/innen des Schulsanitätsdienstes, die Projekt-Lehrerin Sabine Selle und die Schulleiterin Brigitte Peschties zu Wort kommen lassen. Aus dem Johanniter- Regionalverband Schleswig-Holstein Nord/West waren die Erste-Hilfe-Ausbilderin der Johanniter-Jugend, Lena Kruse, und der Koordinator des Schulsanitätsdienstes, Mathis Petersen beteiligt. Gezeigt werden die Notwendigkeit und die Aufgaben des Schulsanitätsdienstes, aber auch Möglichkeiten für Schulen und ihre Schüler, daran teilzuhaben.
Der Film dient auch dazu, zukünftigen Projektpartnern in der Europäischen Union den SSD anschaulich zu erläutern. Wir wollen das gut erprobte deutsche Konzept auf weitere europäische Länder übertragen“, sagt Petersen. Der Johanniter Regionalverband Schleswig-Holstein Nord/West mit Sitz in Kiel hatte bereits 2016 das Modell nach Dänemark gebracht und Schüler einer Kopenhagener Schule ausgebildet. Die deutsche Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. hat aktuell gemeinsam mit neun europäischen Ländern (Belgien, Schweden, Finnland, Dänemark, Österreich, Italien, Zypern, Ungarn und Polen) das „Projekt Helping Hands for European Youth“ initiiert und Fördermittel hierfür beim EU-Förderprogramm Erasmus beantragt. Gemeinsam soll erprobt werden, ob es möglich ist, einen einheitlichen Schulsanitätsdienst in Europa zu installieren.
Der SSD unterstützt Schüler und Lehrer bei Unfällen in der Schule. Darüber hinaus hilft die Ausbildung Kindern und Jugendlichen, wenn bei ihren Freizeitaktivitäten etwas passiert und sensibilisiert sie dafür, wie wichtig Erste Hilfe ist. „Wir wollen Kinder und Jugendliche bereits früh mit Erster Hilfe in Berührung bringen, Ängste nehmen, mit Vorurteilen aufräumen und das soziale Verhalten positiv beeinflussen“, sagt Petersen. Nebenbei lernen die Jugendlichen, Verantwortung für sich selber und andere zu übernehmen. Interessierte Schulen erhalten gerne Auskunft. Ansprechpartner: Mathis Petersen, 0431-579240, Mathis.Petersen@johanniter.de



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