Reporter Eutin

„Leb’ wohl Berlin, Adieu Laboe“

Bilder
Die neue „Berlin“ ist da. Zahlreiche Besucher empfingen den Seenotrettungskreuzer am Laboer Hafen.

Die neue „Berlin“ ist da. Zahlreiche Besucher empfingen den Seenotrettungskreuzer am Laboer Hafen.

Laboe (uwr). Wie ein Lauffeuer hatte es sich in der Probstei herumgesprochen. Am Sonntag käme der neue Seenotrettungskreuzer Berlin an und das alte Schiff würde zum letzten Mal in den Laboer Hafen einlaufen. Dicht gedrängt warteten in der Kälte über 500 kleine und große Schaulustige an den Kaimauern. Damit hatten die Organisatoren der FF Laboe und vom Verein Ole Schippn nicht gerechnet. „Es sollte nicht so groß werden. Aber die Feuerwehr und wir hatten beide die Idee, die alte Berlin zu verabschieden. Schließlich sollte sie sich nicht so einfach aus dem Hafen schleichen“, erzählt Friedhelm Reker, 2. Vorsitzender des Vereins. Kurz nach 13 Uhr waren gleich drei Seenotrettungskreuzer, neben den Berlins auch die Nils Randers, auf dem Weg zum Laboer Hafen gewesen. Zur Begrüßung kam auch die „Walter Rose“ aus Schilksee. Am Anleger wartete schon die Freiwillige Feuerwehr Laboe und begrüßte das neue Schiff mit Wasserfontänen. Der Seenotrettungskreuzer wurde erst im Dezember getauft und ist durch freiwillige Zuwendungen finanziert worden. Er ersetzt ab dem 16. Januar die alte Berlin. Die geschlossene Brücke, ein abgetrennter Hospital- und Messebereich sind nur einige der Neuerungen auf dem Schiff. Auch das Tochterboot „Steppke“ hat einen geschlossenen Fahrstand. Die weiterentwickelte Technik und die Wärmebildkamera halfen nicht nur den 1. Vormann und Stationsleiter Michael Müller über den Abschiedsschmerz hinweg. Schließlich könnten insbesondere mit Hilfe der Wärmebildkamera Menschen in Not schneller gefunden werden. Viele Besucher lockte der Abschied vom alten Seenotrettungskreuzer an den Hafen. Seit 32 Jahren gehörte das Schiff zu Laboe. Einige Schaulustige konnten bereits einen Blick ins neue Schiff werfen. Nanke Malassa und Stephen Griffin aus Schrevenborn hatte es ebenfalls zu den Schiffen gezogen. „Ich habe von meinem Papa gelernt, immer nach diesen Schiffen zu schauen“, erzählte Nanke Malassa. Auch Stephen Griffin fühlt sich den Seenotrettern stark verbunden. Für den Engländer sind die „lifeboats“ sein Leben. „Sie gehören zu unserer Geschichte“, sagt er. Jährlich gibt es rund 130 bis 150 Alarmierungen. Viele Laboer kennen das Schiff seit ihrer Kindheit. Als es zum letzten Mal unter den Wasserfontänen der Freiwilligen Feuerwehr in den Laboer Hafen einlief, wurde es noch einmal richtig laut: Ein Konzert von Martins- und Schiffshörnern sowie mitgebrachter Hupen begleiteten den in die Jahre gekommenen Seenotrettungskreuzer. Der Verein „Ole Schippn“ füllte die Bordskasse der neuen Berlin mit einer Spende über 100 Euro aus dem Erlös des Kuchenverkaufes am Seenotrettertag 2016. Jens Zywitzka übergab als Abschiedsgeschenk ein Bild des alten Schiffs mit der Seekarte von Laboe an Michael Müller - falls er Sehnsucht nach dem offenen Fahrstand hätte, könnte er in die Messe der neuen Berlin gehen und sich das Bild ansehen. Der erste Vorsitzende von Ole Schippn wünschte dem neuen Schiff immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel und das sie von allen Einsätzen erfolgreich zurückkehren möge. Als der Chor mit den Zuschauern und der Crew gemeinsam die Lieder mit extra gedichteten Texten sangen, wurde es noch einmal sehr emotional am Hafen. Einige Tränen wurden nicht nur bei der Crew verstohlen weggewischt. Nach der Melodie von „Sierra Madre“ erscholl „Leb wohl Berlin, Adieu Laboe“. Der Text an „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren“ schloss alle Crewmitglieder ein. Begeistert bedankte sich Michael Müller später beim Chor. Die alte Berlin fährt in den nächsten Tagen in die Rostocker Tamsen-Werft und soll nach einer Überholung verkauft werden. Offiziell wird der Nachfolger am 4. Februar um 11 Uhr in Dienst gestellt. Nicht nur die Laboer sind wieder herzlich eingeladen, dabei zu sein und den neuen Seenotrettungskreuzer zu besichtigen.



Weitere Nachrichten Probsteer
Den Vertrag zur Gründung einer Jugendberufsagentur unterzeichneten Landrätin Stephanie Ladwig, der Geschäftsführer in der Agentur für Arbeit Kiel Peter Garbrecht, der Geschäftsführer des Jobcenter Kreis Plön Michael Westerfeld, Schulrat Stefan Beeg, und der Geschäftsführer am Regionalen Bildungszentrum (RBZ) im Kreis Plön Axel Böhm.

Jugendberufsagentur im Kreis Plön gegründet

13.02.2019
Plön (los). Neue Schlüsselstelle beim Übergang von der Schule in die Ausbildung- und Arbeitswelt: Der Kreis, das Jobcenter Plön, die Agentur für Arbeit, die Schulen und das Regionale Bildungszentrum des Kreises Plön haben eine Kooperationsvereinbarung zur Gründung...
Kemile wundert sich über den plötzlichen Reichtum von Fatima.

„Ali Baba und die 40 Räuber“ eroberten die Herzen vieler Zuschauer

13.02.2019
Schönberg (kas). Was für eine Kulisse, was für gute Schauspieler: Das Musical „Ali Baba und die 40 Räuber“ der Grundschule an den Salzwiesen hat an drei Tagen mit insgesamt sechs Aufführungen viele große und kleine Zuschauer berührt und begeistert. Große Aufregung bei...
Die erfolgreichen Junggesellen mit dem Vorsitzenden des Gesellenprüfungsausschusses Andreas Schmalz (2. v. rechts) und dem Abteilungsleiter des Berufsbildungszentrums Plön Manfred Braune (4. v. rechts).

Freisprechung der Kraftfahrzeug-Innung für den Kreis Plön

13.02.2019
Krummbek (t). In feierlichem Rahmen beging die Kraftfahrzeug-Innung für den Kreis Plön in Krummbek ihre diesjährige Freisprechungsfeier 2019. Im Beisein ihrer Ausbilder und Angehörigen erhielten insgesamt neun Junggesellen nach Ende ihrer 3½-jährigen Ausbildungszeit...
Der Februar soll viele PTSV-Jubeltrauben bringen.

Störche nach Pokal-k.o- mit Punkt in Magdeburg

13.02.2019
Kreis Plön (dif). Die KSV Holstein kickt weiter allein auf weiter Flur, sprich die anderen Ligen sind noch immer im Winterschlaf. Für die meisten Anhänger ist ein Wochenende ohne Fußball ein „no go“. Aber es gibt ja nicht nur den Kampf um das runde Leder auf einem...
Eine Kugel aus Flintsteinen zählt zu den „Eyecatchern“ der neuen Ausstellung m Laboer Freya-Frahm-Haus.

Dreiklang: Natur – Gestaltung – Freude

13.02.2019
Laboe. Mit der neuen Ausstellung Dreiklang: Natur – Gestaltung – Freude erfüllt sich für Helga Aulitzky ein Lebenstraum. Die 90jährige gibt einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen aus über 50jähriger Teilnahme an Kreativkursen bei der Volkshochschule Laboe. Auf...

UNTERNEHMEN DER REGION