Reporter Eutin

Mit 129 Jahren immer noch flott!

Bilder
Feuerschiff „Elbe 3“ an der Südmole in Heikendorf.      Foto: Asmus

Feuerschiff „Elbe 3“ an der Südmole in Heikendorf. Foto: Asmus

Heikendorf (kas). Es ist schon Tradition, wenn das älteste, noch fahrbereite Feuerschiff der Welt, zu einer Zwischenstation in Heikendorf festmacht. Auf dem Weg vom Museumshafen Oevelgönne in Hamburg, kam die „Elbe 3“ am 4. Juli durch den Nord-Ostsee-Kanal am Nachmittag in Heikendorf an. Großer Empfang durch den Heikendorfer Yachtclub und gemütliches Beisammensein auf dem dagegen klein wirkenden Feuerschiff „Laeso Rende“. Das Feuerschiff „Elbe 3“ wurde 1888 als Leuchtschiff Weser, mit Hilfsbesegelung ohne Maschinenantrieb, auf der Werft Johann Lange in Vegesack gebaut. Als Energiequelle für das Leuchtfeuer diente anfangs Petroleum, später Gas. 1936 erhielt das Schiff während eines umfangreichen Umbaus die jetzige Hauptmaschinenanlage und wurde elektrifiziert. Zum Hafengeburtstag 1979 übernahm der Verein Museumshafen Oevelgönne das Feuerschiff als Museumsschiff. Am Mittwoch nun startete die „Elbe 3“ mit gut 50 Gästen – nicht alle waren oder sind Seefahrer, es waren auch viele Sehfahrer an Bord – Richtung Außenförde zum Leuchtturm Kiel. Um 16 Uhr legte das Schiff von der Südmole ab, und die 19 ehrenamtlichen Besatzungsmitglieder kümmerten sich um die Gäste. Es gab erfrischende Getränke, sowie Kaffee und Kuchen oder auch Bockwurst an Bord zu kaufen. Die See war ruhig und es wehte ein leichter, auflandiger Wind aus West, bei herrlichem Sonnenschein. Mit seiner Rumpflänge von 45,10 m und dem 300 PS starken Motor (221 kW) erreichten wir eine Höchstgeschwindigkeit von sechs Knoten (11 km/h). Das Traditionsschiff aus Stahl lud auch zu einer Zeitreise ein, denn fast alle Räumlichkeiten waren frei begehbar. Viele Teile am und im Schiff sind noch im Originalzustand erhalten, und so war es nicht nur für Nostalgiker attraktiv, sondern auch für Technik-Interessierte. Auf der Brücke steuerte Bernd Schepers das Schiff. Das große Holz-Steuerrad – ebenfalls noch im Originalzustand – ist direkt durch ein Seil und einer Kette mit dem Ruder verbunden. Bei schwerer See sind dann schon mal zwei Mann am Ruder erforderlich, so Schepers. Es gibt auch keine leichtgängige Übertragung, oder wie es der Autofahrer weiß, keine Servolenkung. Im Maschinenraum ist eine Unterhaltung im Normalton nicht möglich. Die Gäste bekamen einen Hörschutz „verpasst“ und konnten dann mit einem Besatzungsmitglied den Maschinenraum betreten. Zwei Maschinisten kümmerten sich derweil um die Anlage, und kontrollierten jedes Ventil und jedes Thermometer. Nach eineinhalb Stunden erreichte die „Elbe 3“ den Leuchtturm Kiel. Genau am 5. Juli 1967, also vor 50 Jahren, wurde der Leuchtturm in Dienst gestellt. Alle Fahrgäste waren gespannt, wie der Jubiläumstag draußen auf hoher See wohl aussehen mag. Eine Schleswig-Holsteinische Landeszeitung hatte ja angekündigt, dass die Flaggen zum Jubiläum am Kieler Leuchtturm wehen. Fehlanzeige! Die „Elbe 3“ gab bei der Umrundung ihr Begrüßungssignal ab – keine Resonanz. Es ist schon etwas verwunderlich und enttäuschend zugleich, wenn ein Signal nicht erwidert wird. Man weiß auch nicht, ob der Bundesverkehrsminister es so vom Schreibtisch angeordnet hat, sagte scherzhaft ein Fahrgast. Somit konnten wir unsere Geschenke behalten, und es ging wieder Richtung Heikendorf. Pünktlich um 19 Uhr legten wir wieder an der Südmole an. Die Gäste verließen frohgelaunt und voller maritimer Eindrücke das Schiff. Nur, was passiert bald mit den Traditionsschiffen? Es wird vielen älteren und auch alleinstehenden Menschen dann wieder ein Stück Lebensqualität genommen, so wie es damals mit den Butterfahrten erging. Nur Gesetze vom Schreibtisch aus kann und darf es nicht geben, sonst ist die Bevölkerung ganz schnell verwaist. Ein besonderes Highlight bot sich dann noch am Abend den Sehleuten. Um 20.30 Uhr rauschte Feuerschiff „Elbe 1“ aus Cuxhaven vom Kanal kommend noch vorbei. Sie wurde lebhaft mit kräftigem Typhonsignal gegrüßt. An einem Tag drei Feuerschiffe auf der Förde war sicherlich ein seltenes Ereignis. Am Donnerstag um 5.30 Uhr legte das Feuerschiff „Elbe 3“ ab Richtung Flensburg, zum „Dampf Rundum“, das vom 7. bis 9. Juli stattfand.



Weitere Nachrichten Probsteer
Lachend sitzt die Puppe auf ihrem Sitz. Gleich wird sie einen Verkehrsunfall erleben, der in der Realität für ein Kind vermutlich mit schwersten Verletzungen oder dem Tod enden würde. Bürgermeisterin Hildegard Mersmann und Hans-Dieter Schwarz eröffneten auf dem Mönkeberger Marktplatz den Verkehrssicherheitstag.

Eine Puppe fliegt lachend in den Tod

28.09.2018
Mönkeberg (kud). Die Babypuppe aus Plastik ruht fröhlich lachend unangeschnallt auf ihrem Sitz. Gleich wird sie rasant damit in die Tiefe stürzen und auf dem harten Boden landen. Barmherzige Helfer haben noch schnell ein weiches Kissen auf die Landefläche gelegt....
(V. l.) Sam Berndsen (Vize-Meister), Cheftrainer René Küpper, Landesmeisterin Kübra Kaplan.

Meistertitel für Raisdorfer Boxer

28.09.2018
Raisdorf/Schleswig (t). Bei den diesjährigen Landesmeisterschaften der Männer und Frauen konnten sich die RTSV-Wettkämpfer drei Medaillen sichern. Kübra Kaplan (Halbweltergewicht bis 64 KG) zog nach ihrem frühzeitigen Sieg im Halbfinale über Kamal Kaur (Gestern...
Eine Hand voll Gerste. Christoph Schneekloth-Plöger schließt in diesen Wochen eine ertragsschwache Ernte ab.

Ein Erntejahr ohne Belohnung

08.08.2018
Höhndorf (kud). „Nein, die Trockenheit allein ist nicht verantwortlich für die schlechte Ernte in diesem Jahr“, sagt Landwirt Christoph Schneekloth - Plöger. Er biegt einige Weizenhalme beiseite. Zum Vorschein kommt ein Boden, der aufgerissen ist und kaum noch...
Sie gehören zu den „künstlerischen 15“, die den Kunstkiosk am Möltenorter Strand jetzt in 2. Saison mit Kunstleben erfüllen: Gudrun Lahrsen, Arno Draschke, Gertrud Buller-Schunck, Inger Lüttjohann, Mathias Lagler, Kai Piepgras, Charlotte Howaldt.

Jede Woche eine neue Überraschung

14.06.2018
Heikendorf (kud). 15 Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. 15 künstlerische Stilrichtungen, für die das gleiche gilt. Da ergibt sich der Name der Gruppe schon fast von allein: „Schrevenborner eigenART“ nennen sich die Künstlerinnen und Künstler, die...
Das Ensemble der Stakendorfer Schünnenspeeler: Thomas Krützfeldt, Jens Löptien, Michael Rabe, Claudia Rabe, Karola Sommer, Gesche Löptien, Moni Stender und „Toseggersch“ Maren Untiedt (v.l.).

„De Goos, de toveel weet“ vun de Schüünenspeeler in Stakendörp

07.06.2018
Stakendorf (kas) Die beiden Brüder und Junggesellen Karl-Heinz (Thomas Krützfeldt) und Ludger Stolle (Michael Rabe) führen gemeinsam einen Gänsemastbetrieb. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern hat sich zunächst eine Haushaltshilfe um die beiden gekümmert, die...

UNTERNEHMEN DER REGION