Reporter Eutin

Mit Power und Kreativität die Einsamkeit verscheuchen

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Gemeinsam gegen die Einsamkeit. In Schönkirchen soll es losgehen. Anike Ohmes, Nina Pelzer, Bürgermeister Gerd Radisch und Margrit Hellberg (v.l.) sind gespannt auf viele Ideen.

Gemeinsam gegen die Einsamkeit. In Schönkirchen soll es losgehen. Anike Ohmes, Nina Pelzer, Bürgermeister Gerd Radisch und Margrit Hellberg (v.l.) sind gespannt auf viele Ideen.

Schönkirchen (kud). Die demographische Entwicklung der Bevölkerung macht es notwendig. Immer mehr Menschen erleben ein hohes Alter. Kranken- und Pflegekassen sowie soziale Dienste können die dadurch anfallenden Aufgaben allein nicht mehr bewältigen. Ein neues soziales Netzwerk muss her, das hilft, alte Menschen nicht vereinsamen zu lassen. Nina Pelzer, Gerontologin, ist die erste „Quartiersentwicklerin“ im Amt Schrevenborn und hat jetzt ihren Schreibtisch im AWO-Haus in Schönkirchen eingerichtet. Hier soll in den kommenden drei Jahren ein buntes soziales Netzwerk der besonderen Art entstehen.

Im Augenblick ist Nina Pelzer in erster Linie damit beschäftigt, alle Vereine und Verbände des Ortes kennenzulernen, Bildungseinrichtungen und Organisationen, die im weiten Feld der sozialen Arbeit tätig sind. „Eigentlich“, sinniert die engagierte Netzwerkerin, „brauchen wir alle Schönkirchener“.
 

Die Vision ist: Jeder, der sich in der Nachbarschaftshilfe einbringen möchte, ist eingeladen, das Leben älterer Menschen lebenswerter zu machen. Das beginnt schon damit, so Pelzer, mal an der Tür der Nachbarin zu klingeln und zu fragen, ob sie etwas aus dem Supermarkt braucht. „Interesse und Aufmerksamkeit brauchen vor allem ältere Menschen, die noch allein in ihrer Wohnung leben und deren Angehörige weit entfernt leben“. Achtsamkeit ist das Schlüsselwort.
Nina Pelzer: „Eine Idee ist es, einen ehrenamtlichen Heimwerker-Dienst ins Leben zu rufen. Es gibt so viele kleine Reparaturen, die schnell erledigt werden können. Und es gibt viele Menschen, die handwerklich geschickt und vielleicht selbst schon Rentner sind, aber noch aktiv sein möchten“.
Aber auch das Stück selbst gebackener Kuchen für den Nachbarn, der selbst nicht mehr backen kann, könne das Miteinander der Generationen wohltuend beeinflussen.
Ganz aktuell wird es am 10. Oktober eine erste neue Kursreihe geben. Sie wendet sich an Angehörige von Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Im Januar startet ein Kreativwettbewerb zum Thema „725 Jahre Schönkirchen – ich zeige dir mein Schönkirchen“. Alle Schönkirchener sind eingeladen, sich ihre ganz eigenen Gedanken zu ihrer Heimatgemeinde zu machen und dies in irgend einer Form darzustellen. „Wir möchten damit erreichen“, so Bürgermeister Gerd Radisch, „dass auf diese Weise ein ganz neues Wir-Gefühl entsteht, das die Menschen familiärer zusammenrücken lässt“.
 

Finanziell gesichert ist das neue „Quartier“ zunächst einmal für drei Jahre. Ermöglicht hat dies die deutsche Fernsehlotterie, die einen Großteil der entstehenden Personalkosten in Höhe von
125 000 Euro übernimmt. Die übrigen Kosten deckt die AWO, die auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Margrit Hellberg, Leiterin des Servicehauses am Steinbergskamp 2: „ Wir freuen uns sehr, an dieser neuen Idee mitarbeiten zu können“. Anike Ohmes koordiniert die Quartiersentwicklung der AWO Pflege GmbH in Schleswig-Holstein. „Wir haben mit diesem Projekt landesweit bereits sehr gute Erfahrungen gemacht und hoffen, dass auch im Amt Schrevenborn viele Menschen bereit sind, diese Idee eines neuen Miteinanders im Sinne aller Generationen mitzutragen.“

 
Ideen und Anregungen nimmt Nina Pelzer gern in ihrer persönlichen Sprechstunde dienstags von 9 bis 12 Uhr entgegen.
Telefonisch ist die Quartiersmanagerin unter 0431-2091200 zu erreichen oder auch per E-Mail: nina.pelzer@awo-sh.de.



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