Reporter Eutin

Nicht nur sauber, sondern rein?

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Stein (los). Früh übt sich. Das gilt auch fürs Händewaschen. Dass dies kein Kinderspiel, sondern eine ernst zu nehmende Hygienemaßnahme ist, haben Luisa, Ella, Lilli, Tom, Eddy und Mia aus dem Kindergarten Stein bereits gelernt. Kita-Leiterin Kerstin Kristandt und ihr Team haben die Kleinen auf experimentelle Art an das Thema herangeführt und dafür eine „Hygienebox“ ausgeliehen. Mittels Test-Lotion und UV-Gerät kam die Wahrheit buchstäblich ans Licht. Wer meine, das Waschbecken mit sauberen „Pfoten“ verlassen zu haben, wurde häufig eines besseren belehrt. Der Trick: „Die Hände werden zunächst mit einer Lotion eingerieben“, erklärt Kerstin Kristandt. Als nächstes führt der Weg zu Wasserhahn und Seife. Mindestens 20 Sekunden des Einseifens und Abspülens sind Pflicht. Denn zwischen den Fingern und im Bereich der Kuppen hält sich nicht nur der Schmutz der letzten Buddelaktion in der Sandkiste hartnäckig. Gründliches Abtrocknen ist ebenfalls angesagt, denn auch das mechanische Reiben gibt Bazille und Co den Rest.
Danach folgt der selbstkritische Blick auf die Finger. Doch erst das entlarvende Speziallicht offenbart, wo sich noch Reste der Creme befinden und die Gründlichkeit beim Händewaschen zu wünschen übrig lässt. Und da sich keiner an dieser Stelle gern ertappen lässt, halten einige der Kinder die Finger auch nur zögerlich darunter, hat Kerstin Kristandt festgestellt. Am Ende siegt jedoch die Neugier. Alle wollen schließlich wissen, wie gründlich sie sich ihre Hände gewaschen haben. „Und die Größeren schauen inzwischen durchaus auch auf Nachbars Finger und achten darauf, ob alles richtig gemacht wurde“, hat sie beobachtet. Nun ist die Einrichtung gespannt, ob der Lerneffekt positive Auswirkungen in der typischen Erkältungszeit zeigen wird, die jetzt begonnen hat. Nicht ohne Grund, denn Hände gelten als potenzielle Krankheitsüberträger. Zumal Hände waschen offenbar nicht allzu populär zu sein scheint: So ergab eine repräsentative forsa-Umfrage unter 1000 Bundesbürgern im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse, dass sich jeder Dritte nicht vor jeder Mahlzeit die Hände wasche. 33 Prozent unterließen dieses Procedere auch, wenn sie nach Hause kämen. Auch eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sei zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Es gilt jedoch als gesichert, dass gründliches und regelmäßiges Händewaschen das Risiko einer Erkrankung senkt.



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