Reporter Eutin

„Nun ist Schluss!“

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Mönkeberg (kud). Die Sprühfarben an den schönen neuen Holzwänden ist noch nicht wieder entfernt. Kinder, Eltern und Erzieher erwartet nur wenige Wochen nach der ersten „Vandalen-Attacke“ auf den Waldkindergarten ein zweites Chaos. Zerschlagene Fensterscheiben, umgeworfene Hochbeete mit liebevoll angezogenem Gemüse und mehr – ein Bild des Gruselns. Wieder waren Unbekannte am Werk und geben Kindern ein nahezu perfektes Musterbeispiel zum Thema „Konfliktlösung“. Das Strafgesetzbuch regelt dies laut Polizeiaussagen unter § 303. Sachbeschädigung.
Bürgermeisterin Hildegard Mersmann fehlen langsam die Worte. Aber: „Jetzt ist Schluss!“. Ab sofort sichert eine ausgeklügelte Alarmanlage das Gebiet des Kindergartens. Die neue Scheibe aus Sicherheitsglas kostet allein schon 800 Euro. Auf die Verursacher kommen, wenn sie denn erst entlarvt sein werden, hohe Kosten für die Reparaturen all dessen zu, was sie bisher an Schaden angerichtet haben. Auf zivilrrechtlichem Wege werde die Gemeinde das einklagen. Und warum das alles?
Auf einem Zettel haben die Zerstörer eine Botschaft hinterlassen: „Wir wurden nicht gefragt, ob der Bolzplatz kein Bolzplatz mehr sein darf. Das Oberdorf.“ Hildegard Mersmann: „Ich finde es unglaublich, dass sich einige wenige Menschen anmaßen, für einen ganzen Ortsteil zu sprechen und damit alle in die Mitverantwortung zu ziehen. Und leider stimmt die Aussage der Zerstörer nicht einmal.“ Sie berichtet: „Auf dem großen Areal befindet sich ein Bolzplatz. Und der wird auch weiterhin bestehen bleiben. Aus der Bevölkerung heraus kam der Wunsch, den Abstand zwischen den Toren und damit Laufwege zu verkürzen. Da eines der Tore zerstört war, haben wir also zunächst beide Tore abgebaut. Leider hat sich die Lieferzeit des neuen Tores verzögert, sodass wir den Aufbau der neuen Tore verschieben mussten. Dies alles haben wir in unserem Ortsblatt auch rechtzeitig vermeldet.“
Auf der Suche nach einem Gelände für die Waldkinder habe die Gemeinde mit den Entscheidungsträgern 16 Flächen in Mönkeberg untersucht. Die Heimaufsicht habe sich letztlich für diesen Standort ausgesprochen. Der Elternverein, der als Träger fungiere, sei seitdem unermüdlich im Einsatz, um Gelder für den Kindergarten einzuwerben. Und viele Nachbarn seien inzwischen auch mit Kuchen zum gemütlichen Kaffeeplausch erschienen. Mersmann: „Es sind nur wenige, die nicht zu überzeugen sind, obwohl der Bolzplatz erhalten bleibt.“
Der Schaden beläuft sich aktuell auf mehrere 1000 Euro. Auch die neue Alarmanlage, die weitere Angriffe verhindern soll, schlägt finanziell erheblich zu Buche. Alles Kosten, die nach Aufklärung der Straftaten, denn um solche handelt es sich, auf die Verursacher zurückfallen werden.
Auch die Eltern, die hier mit den Erziehern zusammen eine Einrichtung für Kinder schaffen, die ganz nah mit und in der Natur leben sollen, sind inzwischen verzweifelt und verärgert. „Was ist das für eine Kommunikationskultur, in der Erwachsene Kindern vorleben, es gehe nur mit Gewalt?“ Jennifer Störmer und Jessica Klinger sind ständig im Ort unterwegs, um über die Arbeit des Kindergartens aufzuklären. Sie sind also im Gespräch mit den Bürgern. „Wir hätten jedem, der uns fragt, sagen können, dass der Bolzplatz nach den Wünschen der Anwohner wieder hergerichtet wird.“
Auch die Kosten für das neue Alarmsystem können nach Aufklärung der Fälle auf die Verursacher zurückfallen. Ein teurer Spaß kommt also auf die zu, die meinen, dass nur Vandalismus eine Antwort auf eigentlich einfache Fragen sein kann. Ein wunderbares Beispiel für Kinder…
Die spielen wie üblich draußen und versuchen, die Schäden an ihren liebevoll gehegten Gemüsebeeten zu reparieren. Aber das geht nicht mehr. Neue Pflanzen werden in diesem Sommer nicht mehr gedeihen. Leckere Mahlzeiten? Fehlanzeige!


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