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Unruhe zieht über die Probstei

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Der „offene Brief“ an Wirtschaftsminister Bernd Buchholz der Bürgermeister ist inzwischen eingegangen. Nun muss der Landtag entscheiden, wie es weitergeht mit „Hein Schönberg“.

Der „offene Brief“ an Wirtschaftsminister Bernd Buchholz der Bürgermeister ist inzwischen eingegangen. Nun muss der Landtag entscheiden, wie es weitergeht mit „Hein Schönberg“.

Schönberg (kud). Krisenstimmung im Schönberger Rathaus. 14 Bürgermeister der Probstei und umliegender Orte sitzen beieinander. Mit von der Partie: die Bürgerinitiative „Pro Bahn“. Thema: Eine Äußerung von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zum Thema „Hein Schönberg“.
Der hatte kürzlich erklärt: „ Mir ist es sehr angenehm, wenn Leute ihre Meinung sagen, aber eine Meinung, die wäre `wir wollen Hein Schönberg, koste es, was es wolle`, die würde ich so nicht teilen.“ Für die Bürgermeister vieler Probstei- und angrenzender Gemeinden klingt dies nach einer Warnung. Und der wollen sie etwas entgegensetzen: einen offenen Brief an den Minister. Der Brief ist inzwischen im Landeshaus gelandet. Der Landtag wird sich in dieser Woche mit der Frage beschäftigen, wie es mit dem Weiterbau der Strecke weitergehen soll, obwohl die Kosten inzwischen deutlich höher sind als vor vielen Jahren erwartet.
Landrätin Stephanie Ladwig hat sich Zeit freigeschaufelt und will die Bürgermeister in ihrem Anliegen unterstützen. „Dieses Bahnprojekt ist sehr wichtig für die Infrastruktur der Region“, so Ladwig. „Wir haben hier in Sachen ÖPNV einen großen Nachholfbedarf. Mit Hein Schönberg könnten wir Reisezeiten verkürzen und auch für abgelegenere Orte eine gute Erreichbarkeit schaffen. Damit könnten wir auch Ideen für neue in die Fläche gehende Events schaffen.“
Schönbergs Bürgermeister Peter Kokocinski wehrt sich gegen den Begriff „Strandbahn“, der „Hein Schönberg“ oft angeheftet werde. „Es geht nicht darum, Menschen von Kiel an den Schönberger Strand zu bringen. Wir möchten Urlaubern vielmehr die Möglichkeit eröffnen, ohne eigenes Auto an ihr Urlaubsziel zu gelangen. Unsere Jugendherbergen sind beliebt. Man muss sie nur erreichen können.“ Oberstes Ziel für die Zukunft müsse sein: „Möglichst viele Autos von der Straße holen durch ein attraktives Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln.“
Auch Schönkirchens Bürgermeister Gerd Radisch sieht in „Hein Schönberg“ viel mehr als ein „Luxusprojekt“. Die Menschen, die sich in seiner Stadtrandgemeinde ansiedeln, meint er, hätten keine „Lust“, sich zu den Stoßzeiten über den verstopften Kieler Ostring zu quälen“.
Résumé von Pro Bahn, Landrätin und Bürgermeistern im offenen Brief an Bernd Buchholz: „ Die Möglichkeit, emissionsfrei oder emissionsarm zwischen Kiel und dem Schönberger Strand ein Referenzprojekt, welches weit über die Grenzen von Schleswig-Holstein hinaus strahlen kann, umzusetzen, ist für die Region von großer Bedeutung. Für die wirtschaftliche Standortqualität ergeben sich neue Chancen für Arbeitsplätze und Einkommen, denn die Bahn bewirkt eine enorme Aufwertung der Region als Wohnstandort, um der für die Zukunft prognostizierten Bevölkerungsabwanderung aus dem ländlichen Raum entgegenzuwirkien. Der Tourismus ist für die Region ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Über 700 000 Übernachtungen und über eine Million Tagesgäste sind jährlich in der Probstei.“ Unterzeichnet haben diesen Brief Peter Kokocinski, Schönberg, Wolf Mönkemeier, Lutterbek, Ernst Hansen, Stakendorf, Gerd Rönnau, Passade, Silke Lorenzen, Fiefbergen, Christine Nebendahl, Schönberg, Gerd Radisch, Schönkirchen, Brigitte Vöge-Lesky, Krummbek, Heino Schnoor, Fahren, Lutz Schlünsen, Stoltenberg. Timo Schlabritz, Barsbek, Matthias Gnauck, Prasdorf, Marco Eck, Höhndorf, Ingo F. Lage, Bendfeld, Stephanie Ladwig, Kreis Plön, Stafan Hirt und Felix Franke, „Pro Bahn“.


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